Hiltruper See in Münster: Stadt setzt Ultraschall gegen Blaualgen vorerst aus

Stadt Münster setzt Ultraschall gegen Blaualgen im Hiltruper See aus. Monitoring und Gutachten prüfen die natürliche Stabilität des Gewässers.
Mit einem engmaschigen Monitoring und einem externen Gutachten soll überprüft werden, ob der Hiltruper See auch ohne technische Unterstützung ökologisch stabil bleibt. ©Stadt Münster

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Münster. Am Hiltruper See geht die Stadt Münster einen neuen Weg im Umgang mit Blaualgen. Der Einsatz von Ultraschallgeräten gegen Cyanobakterien wird vorübergehend gestoppt. Statt technischer Unterstützung soll nun geprüft werden, ob sich das Gewässer dauerhaft selbst stabilisieren kann. Begleitet wird dieser Schritt von einem engmaschigen Monitoring sowie einem externen Gutachten.

Mehr als zehn Jahre Technik im Einsatz

Auslöser für die Einführung der Ultraschalltechnik war eine massive Blaualgenblüte im Herbst 2011. Ein Jahr später begann die Stadt, spezielle Geräte einzusetzen, die mit gezielten Schallwellen die Schwimmblasen der Cyanobakterien zerstören. Die Folge: Die Algen sinken ab und sterben am Gewässergrund ab.

Seit Beginn dieser Maßnahme kam es zu keinem größeren Massenauftreten von Blaualgen mehr. Parallel dazu erholte sich der Bestand an Unterwasserpflanzen deutlich. Diese Pflanzen gelten als wichtiger Faktor für ein stabiles Ökosystem, da sie Nährstoffe binden und Blaualgen auf natürliche Weise verdrängen.

Warum die Technik nun pausiert

Bereits Anfang 2025 wurde intern geprüft, den Betrieb zeitweise auszusetzen. Im Herbst des vergangenen Jahres fiel zudem einer von zwei Ultraschallsendern aus. Der zweite Sender ist weiterhin funktionsfähig, wird nun aber ebenfalls nicht aktiv zur Algenbekämpfung eingesetzt.

Mit der Pause verfolgt die Stadt zwei Ziele: Zum einen soll untersucht werden, ob sich der Hiltruper See inzwischen selbst regulieren kann. Zum anderen wird analysiert, welche ökologischen Veränderungen der mehr als zehnjährige Technikeinsatz im Gewässer bewirkt hat. Ein externes Gutachten soll den aktuellen Zustand dokumentieren und mit der Situation vor Einführung der Geräte vergleichen.

Intensives Monitoring im Nord- und Südbecken

Parallel zur Aussetzung der Technik werden die Wasseruntersuchungen ausgeweitet. Sowohl im Nord- als auch im Südbecken des Sees werden regelmäßig Proben genommen, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Die aktuellen Messwerte sprechen zunächst für eine stabile Lage. Anfang 2026 lagen die gemessenen Blaualgenkonzentrationen bei 2,5 Mikrogramm pro Liter. Dieser Wert liegt deutlich unter kritischen Schwellen.

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Aus Sicht der Stadt wäre eine natürliche Regulation des Sees die nachhaltigste und zugleich wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Ob das Ökosystem ohne technische Hilfe dauerhaft stabil bleibt, sollen die kommenden Monate zeigen.

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