
Münster. So spektakulär wie in der vergangenen Nacht ist der Himmel über Münster nur selten zu erleben. Dass die Polarlichter in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar über Münster so klar sichtbar waren, ist kein Zufall. Auslöser war ein außergewöhnlich starkes Ereignis im sogenannten Weltraumwetter. Die NOAA registrierte die Ankunft eines erdgerichteten koronalen Massenauswurfs. Diese Plasmawolke stand im Zusammenhang mit einer starken Sonneneruption vom 18. Januar.
Am Abend des 19. Januar traf die Störung auf das Erdmagnetfeld. In diesem Moment erreichte die geomagnetische Aktivität die Stufe G4, also einen schweren geomagnetischen Sturm. Solche Werte sorgen dafür, dass sich die Polarlichtzone weit nach Süden verschiebt. Deutschland und damit auch Münster lagen zeitweise direkt im Bereich möglicher Sichtungen.
Ein zusätzlicher Hinweis auf die besondere Intensität des Ereignisses war ein parallel gemeldeter starker Strahlungssturm. Das unterstreicht, wie viel Energie die Sonne in kurzer Zeit freigesetzt hat.
Damit Polarlichter in mittleren Breiten sichtbar werden, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Entscheidend ist nicht nur, dass ein Teilchenstrom die Erde erreicht, sondern auch, wie das Magnetfeld im Sonnenwind ausgerichtet ist. Ist es zeitweise nach Süden gerichtet, kann besonders viel Energie in die Erdatmosphäre eindringen. Dann entstehen selbst über Regionen wie Nordrhein-Westfalen sichtbare Leuchterscheinungen.
Für die Nacht vom 20. auf den 21. Januar hat die NOAA eine aktualisierte Vorhersage veröffentlicht. Demnach bleibt die geomagnetische Aktivität am 20. Januar noch erhöht, nimmt im Laufe der Nacht jedoch spürbar ab.
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Besonders relevant ist der sogenannte Kp-Wert, der die Stärke geomagnetischer Stürme beschreibt. Für den heutigen Abend werden zeitweise Werte um Kp 6 erwartet. Das liegt unter dem gestrigen Maximum, reicht aber grundsätzlich noch aus, um in Münster mit etwas Glück schwache Polarlichter zu sehen.
Nach Mitternacht sinkt die Prognose deutlich. Dann bewegen sich die Werte eher im Bereich von Kp 4 bis 5, was für Münster in der Regel nur noch sehr geringe Chancen bedeutet.
Auch die Wahrscheinlichkeitsabschätzungen sprechen eine klare Sprache. Für den 20. Januar werden noch relevante Chancen auf stärkere geomagnetische Sturmlagen angegeben. Für den 21. Januar fallen diese Werte nahezu auf null zurück. Das deutet darauf hin, dass der Schwerpunkt des Ereignisses bereits überschritten ist.
Praktisch heißt das für Münster: Wenn es noch einmal Polarlichter gibt, dann eher heute Abend und eher in einem begrenzten Zeitfenster.
Unabhängig von der Sonnenaktivität gilt: Ohne freien Himmel sind keine Beobachtungen möglich. Für den heutigen Abend sind noch Phasen mit Auflockerungen gemeldet. In der Nacht zum 21. Januar nimmt die Bewölkung voraussichtlich zu, was die Chancen zusätzlich schmälert.
Die Wahrscheinlichkeit, heute Abend noch einmal Polarlichter zu sehen, ist vorhanden, aber deutlich geringer als in der vergangenen Nacht. Bei günstigen Bedingungen und klarem Himmel kann es zu kurzen, eher schwachen Erscheinungen kommen. In der zweiten Nachthälfte sinken die Aussichten deutlich.
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