
Münster. Mit einem stillen, aber eindringlichen Zeichen hat in Münster das jüdische Lichterfest Chanukka begonnen. Am Sonntagnachmittag wurde auf dem Maria-Euthymia-Platz das erste Licht am Chanukka-Leuchter entzündet. Die öffentliche Feier stand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und fand vor dem Hintergrund eines schweren antisemitischen Gewaltakts in Australien statt.
Die Veranstaltung wurde von der Jüdischen Gemeinde Münster gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisiert. Nach Angaben der jüdischen Gemeinde stand das Treffen ausdrücklich im Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen eines nach Behördenangaben antisemitisch motivierten Terroranschlags in Sydney, der sich während einer Chanukka-Feier ereignet hatte. Internationale Medien berichteten übereinstimmend von mehreren Todesopfern und zahlreichen Verletzten.
In einer schriftlichen Erklärung der Jüdischen Gemeinde Münster wurde der Angriff als Ausdruck eines wachsenden Antisemitismus eingeordnet, der häufig über Schuldzuweisungen und Kollektivverantwortung transportiert werde. Zugleich grenzte die Gemeinde klar zwischen legitimen politischen Debatten und Hass gegen jüdisches Leben ab.
Trotz der angespannten Lage kamen nach Schätzungen bis zu 200 Bürgerinnen und Bürger auf den Maria-Euthymia-Platz. Viele wollten bewusst Präsenz zeigen und ein Zeichen gegen Einschüchterung setzen. Der Platz war stark gesichert, dennoch verlief die Veranstaltung ruhig und würdevoll.
Am Chanukka-Leuchter beteiligten sich mehrere Vertreter aus Gemeinde, Stadt und Zivilgesellschaft. Neben der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Münster, Dr. Karina Hoensbroech, wirkten der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Martin Mustroph, Oberbürgermeister Tilman Fuchs sowie Gemeindekantor Yotam Alon an der Zeremonie mit. Das gemeinsame Entzünden des ersten Lichts wurde von Gebeten und Musik begleitet.
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Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem und steht traditionell für Hoffnung, Glauben und das Überwinden von Bedrohung. In Münster erhielt das Fest in diesem Jahr eine zusätzliche Bedeutung. Das Licht wurde bewusst als Symbol des Trostes und als Zeichen gegen Angst und Ausgrenzung verstanden.
Die Chanukka-Feierlichkeiten auf dem Maria-Euthymia-Platz werden in den kommenden Tagen fortgesetzt. Öffentliche Termine sind bis zum 19. Dezember sowie am 21. Dezember jeweils um 16 Uhr geplant. Am 20. Dezember beginnt das Entzünden der Kerzen wegen des Schabbats erst um 17.30 Uhr. Chanukka endet in diesem Jahr am Abend des 22. Dezember.
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