
Trockenheit und Hitze setzen den Maisfeldern im Münsterland zunehmend zu. Besonders deutlich zeigt sich das derzeit rund um Dülmen: Auf einzelnen Flächen erreichen die Pflanzen nur noch etwa einen Meter Höhe, obwohl Mais unter guten Bedingungen deutlich größer werden kann. Einige Landwirte haben deshalb bereits mit der Ernte begonnen. Gleichzeitig warnt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vor geringeren Erträgen und erheblichen regionalen Unterschieden.
Wie stark die Schäden ausfallen, hängt vor allem vom Boden und von den örtlichen Niederschlägen ab. Während manche Felder noch vergleichsweise gut entwickelt sind, sind andere Bestände bereits stark ausgetrocknet. Das betrifft nicht nur die Menge der Ernte. Auch für Tierhalter kann die Entwicklung Folgen haben, weil ein großer Teil des Maises als Futter benötigt wird.
Besonders sichtbar sind die Folgen der Trockenheit derzeit in Dülmen-Merfeld. Dort haben einzelne Maisbestände kaum mehr als einen Meter Höhe erreicht. Landwirte reagieren teilweise mit einer vorgezogenen Ernte, weil die Pflanzen auf den ausgetrockneten Flächen kaum noch weiterwachsen.
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband in Münster verweist darauf, dass der Mais bereits seit Juni unter der Trockenheit leidet. Allerdings sind die Auswirkungen selbst innerhalb des Münsterlandes sehr unterschiedlich. Wo kräftigere Regenschauer niedergegangen sind, konnten sich die Pflanzen deutlich besser entwickeln. Auf sandigen und leichteren Böden sind die Schäden dagegen besonders groß.
Auch innerhalb einzelner Felder können sich erhebliche Unterschiede zeigen. Entscheidend ist, wie viel Wasser der Boden speichern kann und ob ein Standort von lokalen Schauern profitiert hat. Der Landwirtschaftsverband rechnet deshalb mit spürbaren Einbußen bei Ertrag und Qualität.
Für einzelne Betriebe kann das wirtschaftlich erheblich sein. Fällt Mais aus, der eigentlich als Futter eingeplant war, müssen Landwirte auf andere Futtermittel ausweichen oder zusätzliche Mengen zukaufen. Gerade bei Betrieben mit Rinderhaltung kann das die Kosten erhöhen.
Die Probleme im Münsterland sind Teil einer größeren Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW hat die Maisernte auf besonders trockenen Flächen in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Vor allem Bestände auf sandigen Böden sind teilweise bereits so weit ausgetrocknet, dass weiteres Warten kaum noch zusätzlichen Ertrag bringen würde.
Dabei gibt es jedoch große regionale Unterschiede. Teile Westfalens bekamen während der trockenen Sommerwochen zumindest einzelne Niederschläge. Dort stehen die Bestände teilweise deutlich besser als in Regionen, die über längere Zeit kaum Regen abbekamen.
Eine genaue Bilanz der Maisernte NRW ist deshalb noch nicht möglich. Die Landwirtschaftskammer erwartet jedoch insgesamt geringere Erträge. Wie groß die Verluste am Ende tatsächlich ausfallen, lässt sich erst feststellen, wenn größere Teile der Ernte abgeschlossen sind.
Die Entwicklung zeigt zugleich, warum Durchschnittswerte die Lage einzelner Betriebe nur begrenzt abbilden. Während ein Feld noch ausreichend Feuchtigkeit erhalten haben kann, kann wenige Kilometer weiter ein Bestand massiv unter Wassermangel leiden. Für das Münsterland bedeutet das, dass nicht jede Fläche gleichermaßen betroffen ist, einzelne Betriebe aber dennoch erhebliche Verluste verkraften müssen.
Mais gehört zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer wächst er auf mehr als 264.000 Hektar Fläche. Mehr als 70 Prozent davon entfallen auf Silomais.
Dabei wird nahezu die gesamte Pflanze gehäckselt und anschließend in Silos konserviert. Der Mais wird vor allem als Futter für Rinder genutzt. Außerdem dient ein Teil als Rohstoff für Biogasanlagen. Körnermais spielt eine kleinere Rolle und wird unter anderem in der Schweinefütterung eingesetzt.
Gerade für das landwirtschaftlich stark geprägte Münsterland ist eine schwache Silomaisernte deshalb von besonderer Bedeutung. Wenn auf einzelnen Höfen weniger Futter eingelagert werden kann als geplant, müssen Betriebe reagieren. Möglich sind der Einsatz anderer Futtermittel oder zusätzliche Zukäufe.
Von einer flächendeckenden Futterknappheit im Münsterland oder in Nordrhein-Westfalen kann bislang allerdings nicht gesprochen werden. Die Lage hängt stark vom jeweiligen Betrieb und von den örtlichen Erträgen ab. Klar ist jedoch, dass eine geringere Maisernte die Futterplanung für den Winter erschweren kann.
Neben dem geringeren Ertrag stellt die Trockenheit Landwirte vor ein weiteres Problem. Silomais muss mit einem passenden Feuchtigkeitsgehalt geerntet werden, damit er anschließend im Silo zuverlässig konserviert werden kann.
Ist die Pflanze bereits zu trocken, lässt sich das gehäckselte Material schlechter verdichten. Dadurch kann mehr Luft im Silo verbleiben, was die Lagerung erschwert. Wird dagegen zu früh geerntet, kann zusätzlicher Ertrag verloren gehen und der Mais hat möglicherweise noch nicht die optimale Reife erreicht.
Für viele Betriebe ist deshalb derzeit genaues Beobachten gefragt. Auf stark geschädigten Feldern bleibt allerdings teilweise kaum eine Wahl, weil die Pflanzen nicht mehr ausreichend weiterwachsen. In Dülmen zeigt sich dieses Problem bereits deutlich.
Wie sich die Maisernte im Münsterland insgesamt entwickelt, hängt nun auch vom weiteren Wetter ab. Einzelne Niederschläge können regional noch einen Unterschied machen. Die außergewöhnlich kleinen Pflanzen auf einigen Flächen zeigen jedoch schon jetzt, wie stark die Trockenheit 2026 Teile der Landwirtschaft getroffen hat.
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