
Münster. Vor dem Landgericht Münster stehen zwei Männer wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor Gericht. Zusätzlich geht es um den Vorwurf, Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben.
Angeklagt sind ein 53-jähriger Einzelunternehmer aus Senden mit einem Fugbetrieb sowie ein 63-jähriger Mann aus Münster. Während der 53-Jährige die Vorwürfe nach bisherigen Angaben weitgehend eingeräumt hat, schweigt der 63-Jährige bislang zu den Anschuldigungen. Das Verfahren wird fortgesetzt.
Die Ermittlungen begannen mit einer Kontrolle auf einer Baustelle in Dülmen. Dort trafen Zollbeamte auf einen Arbeiter ohne Ausweis. In der Baubranche besteht eine gesetzliche Mitführpflicht für Ausweisdokumente sowie eine Sofortmeldepflicht zur Sozialversicherung.
Weitere Überprüfungen führten die Beamten zu einer Unterkunft in Münster-Amelsbüren. Dort fanden sie nach Darstellung im Prozess mehrere Matratzen unter beengten Bedingungen, einen gefälschten Aufenthaltstitel sowie Hinweise auf Bargeldzahlungen und Stundenzettel weiterer Personen.
Bei einer späteren Kontrolle auf einer Baustelle in Münster versuchten mehrere Personen, sich der Überprüfung zu entziehen. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich um ukrainische Staatsbürger, die für die Angeklagten gearbeitet haben sollen.
Im Prozess wird zudem über die Rollenverteilung zwischen den beiden Angeklagten gestritten. Ein Zeuge berichtete, der 63-Jährige habe Aufträge koordiniert und buchhalterische Aufgaben übernommen, während der 53-Jährige mehrfach im Ausland gewesen sei.
Juristisch geht es unter anderem um Steuerhinterziehung nach § 370 Abgabenordnung sowie um das Vorenthalten von Arbeitsentgelt nach § 266a Strafgesetzbuch. In schweren Fällen drohen empfindliche Strafen.
Ein Urteil ist noch nicht gefallen.
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