
Münster. Der Mond rückt wieder ins Zentrum europäischer Raumfahrtpläne – und Münster ist mittendrin. Mehr als 20 Jahre nach der letzten eigenständigen ESA-Mondmission arbeitet die Universität Münster an der Vorbereitung eines neuen Orbiters, der wertvolle Ressourcen auf der Mondoberfläche kartieren soll. Die sogenannte Twardowski-Mission ist für 2029 geplant und gilt als wichtiger Baustein in Europas langfristiger Mondstrategie.
Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags ist das Institut für Planetologie nun offiziell Teil eines internationalen Konsortiums, das im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA die Mission technisch und wissenschaftlich vorbereitet.
Das Projekt wird von Creotech Instruments aus Polen als Hauptauftragnehmer koordiniert. Neben der Universität Münster sind das Weltraumforschungszentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften, SATLANTIS sowie GMV Innovating Solutions beteiligt. Gemeinsam entwickeln die Partner ein bestehendes Missionskonzept weiter und bereiten es für die nächste Phase vor.
Die geplante Twardowski-Mission soll einen Orbiter zum Mond schicken, der dessen Oberfläche mit hoher räumlicher und spektraler Auflösung untersucht. Im Mittelpunkt stehen potenzielle Ressourcen wie spezielle Gesteine oder Wassereis. Die Mission ist Teil der langfristigen Mondstrategie der ESA und wäre die erste vollständig europäische Mondmission seit SMART-1, die zwischen 2003 und 2006 im Einsatz war.
Benannt ist das Projekt nach Pan Twardowski, einer Figur aus der polnischen Literatur, die in einer Legende dem Teufel ihre Seele verkauft haben soll.
An der Universität Münster arbeiten Prof. Dr. Harald Hiesinger, Dr. Carolyn van der Bogert und Dr. Wajiha Iqbal an der wissenschaftlichen Ausgestaltung der Mission. Das Team verfügt über Erfahrung im wissenschaftlichen Missionsmanagement und im Betrieb planetarer Raumsonden.
Konkret unterstützen die Forschenden die Entwicklung der Parameter für die Nutzlast im sichtbaren bis mittleren Infrarotbereich. Ziel ist es, Gesteine und Mineralien auf der Mondoberfläche präziser zu identifizieren und zu analysieren. Durch die Auswertung der entstehenden Datensätze sollen neue Erkenntnisse über Zusammensetzung und Verteilung von Rohstoffen gewonnen werden.
Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler könnten die Daten entscheidend dazu beitragen, potenzielle Landeplätze für künftige bemannte und unbemannte Missionen auszuwählen. Auch für die langfristige Nutzung von Mondressourcen liefern die Messungen wichtige Grundlagen.
Mit der Twardowski-Mission will Europa seine technologische und wissenschaftliche Eigenständigkeit im Bereich der Mondforschung stärken. Der geplante Orbiter soll Datensätze liefern, die eine bislang nicht erreichte spektrale Detailtiefe bieten.
Für die Universität Münster bedeutet die Beteiligung an dem Projekt eine sichtbare Positionierung in der internationalen Planetenforschung. Gleichzeitig unterstreicht die Mission die wachsende Bedeutung europäischer Kooperationen im Wettlauf um wissenschaftliche Erkenntnisse und strategische Präsenz im All.
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