
Münster. Während in vielen Regionen die Geburtenzahlen weiter sinken, zeigt sich für Münster ein vergleichsweise stabiles Bild. Nach einer aktuellen Prognose des Statistischen Landesamts werden bis zum Jahresende rund 2.600 Kinder in der Stadt geboren. Das entspricht einem leichten Plus von etwa 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit bewegt sich Münster entgegen dem landesweiten Trend, der erneut rückläufig ausfällt.
Die Zahl liegt zudem in einer Größenordnung, die zur jüngeren Entwicklung passt. Im Jahr 2024 wurden in Münster 2.580 Kinder geboren, geringfügig mehr als im Jahr zuvor. Trotz Schwankungen bleibt das Niveau damit relativ konstant.
Ganz anders stellt sich die Lage in Nordrhein-Westfalen dar. Für das gesamte Bundesland rechnet das Statistische Landesamt bis zum Jahresende mit knapp 149.000 Geburten. Das wären rund 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2021 ist der Rückgang noch deutlicher: Innerhalb von vier Jahren gingen die Geburtenzahlen um gut 15 Prozent zurück.
Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Ausreißer. Seit 2021 sinkt die Zahl der Neugeborenen in NRW kontinuierlich. Auch bundesweit zeigt sich dieser Trend, mit einem spürbaren Minus in den vorläufigen Zahlen der vergangenen Monate.
Trotz der aktuellen Stabilisierung liegt Münster langfristig unter seinem eigenen Durchschnitt. Zwischen 2004 und 2024 kamen in der Stadt im Mittel rund 2.800 Kinder pro Jahr zur Welt. Die letzten Jahre blieben darunter. Ein Faktor dafür ist die demografische Struktur: Das Durchschnittsalter von Müttern beim ersten Kind lag 2024 in Münster bei 32 Jahren und damit deutlich über dem NRW-Schnitt.
Spätere Familiengründungen führen häufig dazu, dass sich Geburten zeitlich verschieben oder insgesamt weniger Kinder geboren werden. Dieser Effekt wirkt auch in einer wachsenden Stadt wie Münster dämpfend auf die jährlichen Zahlen.
Hinzu kommt, dass Münster seit einigen Jahren keinen Geburtenüberschuss mehr verzeichnet. Seit 2022 übersteigt die Zahl der Sterbefälle die der Geburten. Das Bevölkerungswachstum der Stadt wird daher vor allem durch Zuzüge getragen. Gerade Studierende, Fachkräfte und Familien aus anderen Regionen sorgen weiterhin für einen positiven Wanderungssaldo.
Diese Entwicklung zeigt, dass stabile Geburtenzahlen allein nicht mehr ausschlaggebend für das Wachstum einer Stadt sind, sondern zunehmend durch Mobilität und Zuwanderung ergänzt werden.
Der Blick über NRW hinaus bestätigt den Trend. Deutschlandweit wurden zuletzt deutlich weniger Kinder geboren als noch vor wenigen Jahren. Die durchschnittliche Geburtenrate sank von 1,58 Kindern je Frau im Jahr 2021 auf 1,35 im Jahr 2024. Münster bewegt sich damit nicht außerhalb der gesellschaftlichen Entwicklung, sondern zeigt lediglich eine abgeschwächte Form des allgemeinen Rückgangs.
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Münster behauptet sich mit vergleichsweise stabilen Geburtenzahlen, kann sich dem langfristigen demografischen Wandel jedoch nicht vollständig entziehen.
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