Münster verzichtet auf Bewerbung für die Invictus Games

Münster verzichtet auf Bewerbung für die Invictus Games
Symbolfoto: Caroline Muffert

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Münster. Die Stadt Münster wird sich nicht um die Ausrichtung der Invictus Games bewerben. Eine Beschlussvorlage für den Sportausschuss sieht vor, dass nach einer Prüfung von einer Bewerbung für 2029 abgesehen wurde und auch für spätere Jahre kein Anlauf empfohlen wird.

Auslöser der Prüfung war ein Antrag der CDU-Ratsfraktion aus dem April 2025. Darin hatte die Fraktion vorgeschlagen, Münster solle ein Bewerbungskonzept gemeinsam mit Bund, Land, Bundeswehr und weiteren Partnern entwickeln. Die Verwaltung kommt nun jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Warum Münster die Invictus Games nicht ausrichten will

Nach Darstellung der Verwaltung sind die organisatorischen, infrastrukturellen und finanziellen Anforderungen für die ausrichtende Stadt sehr hoch. In der Beschlussvorlage heißt es, dass die Voraussetzungen zunächst kurzfristig für die Spiele 2029 geprüft wurden. Danach habe die Stadt die Option auch für spätere Jahre vertiefend bewertet. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Münster soll auf eine Bewerbung verzichten.

Als Gründe nennt die Vorlage vor allem den Umfang der nötigen Infrastruktur. Für die Invictus Games müssten unter anderem geeignete Sportstätten für mehrere Disziplinen, barrierefreie Unterbringungskapazitäten, leistungsfähige Verkehrs und Logistikstrukturen sowie umfangreiche Sicherheits und Organisationskonzepte vorhanden sein. Laut Stadt erfüllt Münster diese Anforderungen derzeit nicht in ausreichendem Maß. Besonders bei Veranstaltungsstätten in der benötigten Größenordnung sieht die Verwaltung Defizite.

Welche Größenordnung hinter dem Sportevent steht

Die Beschlussvorlage macht deutlich, warum die Stadt die Hürden als so hoch einschätzt. Erwartet würden rund 500 bis 550 Athletinnen und Athleten sowie Delegationen und Angehörige, insgesamt etwa 3.000 akkreditierte Personen aus der Invictus Community. Zusätzlich müsste die Gastgeberstadt weitere Kapazitäten für Besucherinnen, Besucher und Touristen bereitstellen.

Hinzu kommen Anforderungen an Sportstätten und Publikumskapazitäten, die über viele klassische kommunale Veranstaltungen hinausgehen. Benötigt würden mehrere parallel nutzbare Hallen und Freiluftarenen, barrierefreie Wettkampfstätten und Veranstaltungsorte mit einer optimalen Kapazität von bis zu 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Für Eröffnungs und Abschlusszeremonie nennt die Stadt sogar Größenordnungen von bis zu 50.000 Personen. Außerdem wären ein umfangreiches Shuttle System, medizinische Versorgung, Medienzentren sowie die Koordination von etwa 1.000 bis 1.200 freiwilligen Helferinnen und Helfern nötig.

So hatte die CDU die Bewerbung begründet

Der ursprüngliche Antrag der CDU-Ratsfraktion setzte noch auf die besondere Rolle Münsters als Garnisonsstadt und auf die symbolische Verbindung zur Friedensstadt Münster. Die Fraktion argumentierte, die Invictus Games stünden für Anerkennung und gesellschaftliche Verantwortung gegenüber verwundeten, verletzten und erkrankten Soldatinnen und Soldaten sowie Veteraninnen und Veteranen. Münster biete dafür aus ihrer Sicht passende Rahmenbedingungen.

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Zur Begründung verwies die CDU auf den militärischen Stellenwert Münsters, die vorhandene Sportinfrastruktur, Erfahrungen mit größeren Veranstaltungen und ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement. Genannt wurden unter anderem das Sportzentrum Sentruper Höhe, die Messehalle Münster, barrierefreie Einrichtungen, der Münster Marathon, der Sparkassen Münsterland Giro sowie die Landesspiele von Special Olympics NRW 2024. Auch die Rolle Münsters als Stadt des Westfälischen Friedens wurde als Argument für eine Bewerbung angeführt.

Was nun im Sportausschuss beschlossen werden soll

Die Vorlage für den Sportausschuss sieht drei Punkte vor. Das Gremium soll zur Kenntnis nehmen, dass nach kurzfristiger Prüfung von einer Bewerbung für 2029 abgesehen wurde. Außerdem empfiehlt die Verwaltung ausdrücklich, auch in späteren Jahren auf eine Bewerbung der Stadt Münster zu verzichten. Der CDU Antrag aus dem Jahr 2025 würde damit als erledigt gelten. Finanzielle Aufwände entstünden laut Vorlage nicht.

Damit endet vorerst die Debatte um Münster als möglicher Austragungsort der Invictus Games. Politisch ist die Sache dennoch bemerkenswert, weil die Idee zunächst an das Selbstbild der Stadt als international wahrnehmbarer Sport und Friedensstandort anknüpfte. Die Verwaltung setzt nun jedoch einen klaren Schwerpunkt auf Umsetzbarkeit. Aus ihrer Sicht reichen die vorhandenen Strukturen für ein Sportereignis dieser Größenordnung derzeit nicht aus.

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