
Münster. Der Bau der neuen Gesamtschule im Münsteraner Stadtteil Angelmodde verzögert sich um mehrere Monate. Grund ist ein laufendes Beschwerdeverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, das die Vergabe der Planungsleistungen aktuell blockiert. Solange keine Entscheidung gefallen ist, darf die Stadt den Auftrag nicht vergeben. Eine gerichtliche Klärung wird erst im Herbst 2026 erwartet.
Geplant ist die Schule auf dem Gelände des ehemaligen Sauerstoffwerks der Westfalen AG. Dort sollen ein vierzügiges Gesamtschulgebäude, eine Vierfachsporthalle und zusätzliche Außensportflächen entstehen.
Auslöser der aktuellen Situation ist ein juristischer Streit um die Auftragsvergabe. Eine unterlegene Bietergemeinschaft hatte zunächst ein Nachprüfungsverfahren eingeleitet, das Ende Februar 2026 zugunsten der Bauwerke Münster GmbH entschieden wurde. Gegen diese Entscheidung läuft nun eine Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf.
Das Verfahren hat aufschiebende Wirkung. Damit ist die Stadt gezwungen, die weiteren Schritte auszusetzen. Der Start der Planung und damit auch der Bau verschieben sich entsprechend.
Die neue Schule soll vor allem den steigenden Bedarf an Gesamtschulplätzen auffangen. Die Nachfrage übersteigt seit Jahren deutlich das vorhandene Angebot. Für das Schuljahr 2026/27 gab es 818 Anmeldungen an den drei städtischen Gesamtschulen, doch nur ein Teil der Kinder konnte aufgenommen werden. 440 Schülerinnen und Schüler gingen leer aus.
Schon im Schuljahr 2024/25 lag die Nachfrage deutlich über den Kapazitäten. Damals standen 661 Anmeldungen lediglich 378 verfügbaren Plätzen gegenüber. Die Stadt reagiert mit dem Neubau insbesondere auf das Wachstum in Stadtteilen wie Angelmodde und Gremmendorf.
Der Schulbau ist eng mit einer größeren Stadtentwicklung verbunden. Auf dem früheren Westfalen-Gelände entsteht ein neues Quartier mit rund 450 Wohneinheiten. Ergänzt werden sollen diese durch Kitas und einen öffentlichen Spielplatz.
Die geplante Gesamtschule soll unmittelbar an dieses neue Wohngebiet angrenzen und damit eine zentrale Rolle in der Infrastruktur des Quartiers übernehmen. Neben der Entlastung bestehender Schulen geht es also auch darum, neue Wohngebiete langfristig mit Bildungsangeboten zu versorgen.
Der Rat der Stadt Münster hatte den Bau der Schule im Juli 2025 beschlossen und die Bauwerke Münster GmbH mit Planung und Umsetzung beauftragt. In den ursprünglichen Planungen war eine Fertigstellung bis zum dritten Quartal 2030 vorgesehen.
Ob dieser Zeitplan noch gehalten werden kann, ist aktuell offen. Eine neue offizielle Prognose gibt es bislang nicht. Klar ist jedoch, dass sich der Projektstart verschiebt und damit auch die Fertigstellung unter Druck gerät.
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