Neuer Schulhof für das Schillergymnasium in Münster rückt näher

Neuer Schulhof am Schillergymnasium in Münster geplant
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Münster. Am Schillergymnasium in Münster soll der Schulhof grundlegend neu gestaltet werden. Eine öffentliche Beschlussvorlage der Stadt sieht vor, die Freianlagen an die bauliche Erweiterung der Schule und an die Umstellung auf G9 anzupassen. Geplant sind mehr Grünflächen, neue Aufenthaltsbereiche, zusätzliche Bewegungsangebote und barrierefreie Verbindungen auf dem Gelände im Kreuzviertel. Über die Vorlage wird zunächst in der Bezirksvertretung Münster-Mitte und im Ausschuss für Schule und Weiterbildung beraten, die Entscheidung soll am 5. Mai im Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen fallen.

So soll sich das Gelände am Schillergymnasium verändern

Nach den Unterlagen der Stadt ist für das Schulgelände an der Gertrudenstraße eine deutlich sichtbare Umgestaltung vorgesehen. Das Konzept setzt auf mehr Grün, klarer gegliederte Bereiche und eine höhere Aufenthaltsqualität. Der Vorplatz am östlichen Altbau soll neu gefasst werden und Pflanzinseln, Sitzwürfel sowie eine Sitzbank erhalten. Zugleich soll das vorhandene Schulsymbol im Pflaster an seinem Standort bleiben. Nördlich des Altbaus ist eine offene Fläche für Spiel und Bewegung geplant. Unter dem alten Lindenbestand soll zusätzlich ein Bereich entstehen, der sich als ruhiger Aufenthaltsort und auch als grünes Klassenzimmer nutzen lässt. Die Stadt will das Gelände damit stärker in den Stadtteil einbinden und den Schulhof insgesamt attraktiver machen.

Weitere Bereiche sind auf unterschiedliche Nutzungen zugeschnitten. Ein tiefer liegender Abschnitt am Bauteil Finkenstraße soll als Durchgangsbereich mit Aufenthaltscharakter gestaltet werden, weil dort viele Schülerinnen und Schüler zu den Fahrradstellplätzen gelangen. Vorgesehen sind dort unter anderem Tischtennisplatten sowie Klettergriffe an einer Wand unter dem Verbindungsgang. Zudem soll ein bislang abgetrennter und wenig genutzter Bereich zwischen Altbau und Finkenstraße künftig als Ausstellungsfläche oder als Außenraum für Unterricht genutzt werden. Im südlichen Teil des Geländes plant die Stadt dagegen einen eher ruhigen Bereich für Rückzug und Aufenthalt. Auch der Lageplan zeigt diese Aufteilung in Bewegungsflächen, Pflanzbereiche, Sitzorte und ruhigere Zonen sehr deutlich.

Mehr Sport, mehr Grün und Wünsche aus der Schule

Die Vorlage macht deutlich, dass die künftigen Freianlagen nicht nur funktional gedacht sind, sondern auch stärker an den Bedürfnissen der Schule ausgerichtet werden sollen. Nach Angaben der Stadt sind auf dem Gelände weiterhin Tischtennisplatten vorgesehen, außerdem soll das bestehende Kleinspielfeld mit Minitoren und Basketballständer erhalten bleiben. Neu geplant ist eine Calisthenicsanlage als frei zugängliches Bewegungsangebot. Ergänzend dazu sollen Kletterelemente an einer Bestandswand für zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten sorgen. Damit würde das Außengelände nicht nur in den Pausen vielseitiger nutzbar, sondern auch als Ort für Sport und aktive Freizeit an Bedeutung gewinnen.

Hintergrund der Planung ist auch eine Beteiligung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Laut Vorlage gab es mehrere Abstimmungstermine mit Vertreterinnen und Vertretern der Schule sowie eine Online-Umfrage. Dabei zeigte sich, dass vor allem mehr Sitzmöglichkeiten, zusätzliche Spiel und Sportangebote sowie mehr Begrünung gewünscht werden. Gleichzeitig wurden Defizite bei der bisherigen Aufenthaltsqualität und bei einzelnen Funktionsbereichen benannt. Die Stadt greift diese Rückmeldungen nach eigenen Angaben in der Entwurfsplanung auf. Damit reagiert die geplante Umgestaltung nicht nur auf die bauliche Erweiterung im Zuge von G9, sondern auch auf konkrete Wünsche aus dem Schulalltag.

Barrierefreiheit, Kosten und geplanter Zeitrahmen

Ein zentraler Punkt der Vorlage ist die barrierefreie Erschließung des Geländes. Obwohl das Schulgrundstück unterschiedliche Höhen aufweist, sollen alle Bereiche erreichbar sein. Geplant sind Rampenanlagen mit maximal sechs Prozent Steigung, Handläufe, Radabweiser und Zwischenpodeste. Zusätzlich sollen Stufenanlagen mit markierten Vorderkanten entstehen. Am Haupteingang des Altbaus ist außerdem ein taktiles Leitsystem vorgesehen. Wie die Stadt mitteilt, wurde die Planung bereits dem Runden Tisch barrierefrei Bauen vorgestellt. Auch bei der Materialwahl setzt das Konzept teilweise auf wasserdurchlässige Oberflächen, damit Regenwasser versickern kann und Bestandsbäume besser geschützt werden. Fast alle vorhandenen Bäume sollen erhalten bleiben, lediglich in einem Teilbereich wäre die Rodung einer Stechpalme vorgesehen.

Für die Neugestaltung der Außenanlagen sind nach der aktuellen Vorlage 830.000 Euro eingeplant. Damit liegt die Summe unter der früher genannten Kostenschätzung von 937.125 Euro. Finanziert werden soll die Maßnahme vollständig durch die Stadt Münster. In der Folgelastenberechnung werden ab 2027 jährliche Aufwendungen von 73.080 Euro genannt, darunter Instandhaltung, Abschreibungen und Zinsen. Der Zeitplan bleibt allerdings an den Beschluss gebunden. Nach den Unterlagen soll die Maßnahme nach Erlangen des Baubeschlusses europaweit ausgeschrieben werden. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, die Fertigstellung der Freianlagen wird für das dritte Quartal 2027 angestrebt. Gebaut werden soll abschnittsweise, damit Teile des Schulhofs während des laufenden Schulbetriebs nutzbar bleiben.

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Quelle: Stadt Münster, öffentliche Beschlussvorlage V/0044/2026 samt Lageplan und Folgelastenberechnung.

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