Offener Brief aus Berg Fidel erhöht Druck auf Wohnkonzern LEG

Offener Brief aus Berg Fidel erhöht Druck auf Wohnkonzern LEG
Foto: Caroline Muffert

Teilen:

Münster. Der Nachbarschaftstreff im Münsteraner Stadtteil Berg Fidel steht vor dem Aus. Zwei Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist haben die Initiative Berg Fidel Solidarisch und der Verein Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. einen offenen Brief an den Wohnungskonzern LEG Wohnen NRW veröffentlicht und fordern die Rücknahme der Kündigung für die Räume am Rincklakeweg.

Hinter dem Schreiben stehen die Initiative Berg Fidel Solidarisch sowie der Trägerverein Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, richtet sich der Appell direkt an den Vorstand der LEG sowie an den für das operative Geschäft zuständigen Manager Dr. Volker Wiegel. Ziel ist es, die Kündigung der Räume am Rincklakeweg noch einmal zu überdenken.

Initiative verweist auf breite Unterstützung im Stadtteil

Nach Darstellung der Initiative hat die Kündigung des Nachbarschaftstreffs in Berg Fidel eine breite Debatte im Stadtteil und darüber hinaus ausgelöst. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hätten sich zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch politische Vertreterinnen und Vertreter öffentlich für den Erhalt der Räume ausgesprochen.

Die Initiative berichtet, dass in den vergangenen Monaten Gespräche mit vielen Menschen im Viertel geführt wurden. Dabei sei deutlich geworden, welche Bedeutung der Treffpunkt für zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner habe. Der Ort werde nicht nur als sozialer Treff genutzt, sondern auch als Anlaufstelle bei alltäglichen Problemen und als Raum für gegenseitige Unterstützung.

Nach Angaben der Initiative hätten etwa 400 Menschen eine Unterschriftensammlung für den Fortbestand des Treffpunkts unterschrieben. Zusätzlich hätten rund 300 Personen eine Online-Petition unterstützt. Auch der Arbeitskreis Berg Fidel, ein Zusammenschluss verschiedener sozialer Einrichtungen im Stadtteil, habe sich laut Mitteilung für den Erhalt des Angebots ausgesprochen. Vertreter mehrerer demokratischer Parteien hätten ebenfalls Unterstützung signalisiert.

Darüber hinaus wird in der Mitteilung darauf hingewiesen, dass die Räume nicht ausschließlich für Aktivitäten der Initiative genutzt würden. So finde dort unter anderem regelmäßig eine Lebensmittelausgabe der Tafel statt, die für viele Menschen im Viertel eine wichtige Hilfe darstelle.

Kritik an Kündigung und Rolle der LEG im Stadtteil

Die LEG hatte die Kündigung der Räume nach Angaben der Initiative unter anderem damit begründet, dass der Treffpunkt nicht den erwarteten Mehrwert für Bewohnerinnen und Bewohner im Viertel biete. Dieser Einschätzung widerspricht die Initiative deutlich und verweist auf die vielfältigen Aktivitäten und Angebote im Treff.

Das lesen andere gerade

In dem offenen Brief wird außerdem die Rolle des Unternehmens im Stadtteil thematisiert. Nach Darstellung der Initiative besitzt die LEG in Berg Fidel einen großen Teil der Wohnungen sowie mehrere zentrale Ladenlokale. Dadurch habe das Unternehmen einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Viertels.

Vor diesem Hintergrund sehen die Initiatoren eine besondere Verantwortung gegenüber der Nachbarschaft. Entscheidungen eines großen Wohnungseigentümers hätten direkte Auswirkungen auf das soziale Leben im Stadtteil, heißt es in der Mitteilung.

Auch frühere Aussagen aus dem Unternehmen werden aufgegriffen. Demnach habe ein Vertreter der LEG bei einem Besuch im Stadtteil vor einigen Jahren die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs mit Mieterinnen und Mietern betont. Die Initiative sieht die Kündigung des Treffpunkts als Schritt, der diesem Anspruch widerspreche.

Entscheidung über Zukunft des Treffpunkts steht bevor

Der Nachbarschaftstreff im Rincklakeweg wird seit Jahren von Ehrenamtlichen betrieben und dient als offener Ort für Begegnung, Beratung und soziale Aktivitäten im Stadtteil Berg Fidel. Nach Angaben der Initiative engagieren sich dort Bewohnerinnen und Bewohner für eine selbstorganisierte Nachbarschaft und für wohnungspolitische Themen.

Die Kündigung der Räume wurde nach Angaben der Initiative Ende September ausgesprochen und soll Ende März wirksam werden. Seitdem läuft eine öffentliche Kampagne für den Erhalt des Treffpunkts.

Mit dem offenen Brief richten die Initiatoren nun einen direkten Appell an die Unternehmensführung der LEG. Die Rücknahme der Kündigung wäre nach Darstellung der Initiative ein Signal an Mieterinnen und Mieter sowie an die Stadtgesellschaft, dass Kritik und Engagement im Stadtteil ernst genommen werden.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu