
Münster. Der Rat der Stadt Münster hat sich mit deutlicher Mehrheit gegen neue Castor-Transporte sowie gegen weitere Urantransporte ausgesprochen, die das Stadtgebiet betreffen könnten. In einer parteiübergreifenden Resolution fordern mehrere Fraktionen zudem die Stilllegung zentraler Atomanlagen in Gronau, Lingen und Garching. Der Beschluss gilt als politisches Signal an Bundes- und Landesregierung.
Die Initiative für die Resolution ging auf eine Bürgeranregung der Initiative SOFA Münster zurück. In der Ratssitzung am 11. Februar 2026 wurde der Antrag unter dem Tagesordnungspunkt „Keine Uran- und Castor-Transporte durch Münster“ behandelt und verabschiedet.
Im Kern richtet sich der Beschluss gegen zwei Arten von Transporten. Zum einen geht es um geplante Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich und Garching in das Zwischenlager Ahaus. Zum anderen lehnt der Rat Uranhexafluorid-Transporte zur und von der Urananreicherungsanlage in Gronau ab.
Besonders im Fokus steht eine mögliche Streckenführung über die A1 westlich von Münster. Auch bei längeren Transportserien mit Ausweichrouten sieht die Stadt eine Betroffenheit. Im Ratsantrag ist von insgesamt 152 Castor-Transporten aus Jülich nach Ahaus die Rede, die sich über Monate oder Jahre erstrecken könnten. Für Transporte aus Garching wurden Genehmigungen für 21 CASTOR-Behälter erteilt, wobei zunächst zwei Transporte bis Ende Mai 2027 genehmigt sind.
Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, die beschlossene Position den zuständigen Bundes- und Landesbehörden sowie betroffenen Unternehmen mitzuteilen und auf einen Verzicht weiterer Transporte durch Münster hinzuwirken.
Über die Ablehnung einzelner Transporte hinaus enthält die Resolution eine grundsätzliche politische Forderung. Der Rat spricht sich für die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen sowie des Forschungsreaktors in Garching aus. Ziel sei es, die Entstehung neuen Atommülls zu verhindern.
Das Zwischenlager in Ahaus verfügt nach Angaben im Ratsantrag über eine Genehmigung bis zum 31. Dezember 2036. Kritiker argumentieren, dass Transporte von einem Standort zum anderen keine dauerhafte Lösung darstellten, solange die Endlagerfrage ungeklärt sei.
Im Antrag wird insbesondere auf Risiken bei Transporten von Uranhexafluorid hingewiesen. Bei einem Unfall könne der Stoff in Verbindung mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit toxische Substanzen bilden. Zudem wird auf veränderte Sicherheitslagen verwiesen, etwa durch neue Gefahren wie Drohnenangriffe, die Transporte zusätzlich erschweren könnten.
Parallel laufen rechtliche Auseinandersetzungen. Nach Angaben von Umweltverbänden wurden gegen Genehmigungen Beschwerden eingelegt, unter anderem mit dem Ziel, Transporte während laufender Eilverfahren auszusetzen.
Im Vorfeld des 15. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist für den 7. März eine Anti-Atom-Demonstration in Ahaus geplant. Mehr als 25 Organisationen rufen zu der Kundgebung auf, die um 11.30 Uhr vor dem Rathaus beginnen soll.
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