Rekordtrockenheit trifft Westfalens Felder: Mais und Kartoffeln unter Druck

Rekordtrockenheit belastet Westfalens Ernte. Getreide bleibt stabil, Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben stehen unter Druck.
Foto: Wolfgang Weiser

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Die Ernte 2026 in Westfalen-Lippe fällt sehr unterschiedlich aus. Während viele Getreidearten trotz Hitze und Trockenheit noch vergleichsweise ordentliche Ergebnisse liefern, haben vor allem Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben unter dem extrem trockenen Sommer gelitten. Gleichzeitig setzen niedrige Erzeugerpreise und hohe Betriebskosten viele Höfe wirtschaftlich unter Druck. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) hat am Freitag, 11. September 2026, in Bad Berleburg seine Erntebilanz vorgestellt. WLV-Präsident Hubertus Beringmeier sprach von einem Jahr mit großen Unterschieden zwischen Regionen, Böden und Kulturen.

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Getreide kommt vergleichsweise gut durch das Jahr

Weizen, Gerste, Roggen und andere Getreidearten sind größtenteils eingefahren. Gegenüber dem starken Vorjahr liegen manche Erträge niedriger, im langfristigen Vergleich fällt die Bilanz aber vielfach ordentlich aus. Winterweizen liegt etwa ein Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt, Roggen rund 6,2 Prozent und Wintergerste knapp sieben Prozent darüber. Deutlich schwächer schneiden dagegen Sommerweizen und Hafer ab. Auch die Landwirtschaftskammer NRW berichtet von einem gemischten Bild: Die Hitze im Juni habe regional Erträge gekostet, beim Winterweizen seien die Proteingehalte jedoch vergleichsweise gut ausgefallen.

Juli war so trocken wie seit 1881 nicht

Besonders problematisch wurde die Lage im Sommer. Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes war der Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Landesweit fielen im Durchschnitt nur rund 18 Liter Regen pro Quadratmeter, normal wären etwa 82 Liter. Gleichzeitig lag die Durchschnittstemperatur mit 19,6 Grad deutlich über dem langjährigen Mittel. Regional gab es große Unterschiede: Während am Niederrhein teilweise weniger als zehn Liter Regen gemessen wurden, waren es in Ostwestfalen stellenweise 25 bis 40 Liter. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Ernteergebnisse aus.

Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben besonders betroffen

Deutlich stärker als das Getreide leiden spät abreifende Kulturen unter der Trockenheit. Die Maisernte begann nach Angaben der Landwirtschaftskammer ungewöhnlich früh. Auf leichten Böden blieben Pflanzen teilweise klein oder bildeten nur wenige Kolben. In NRW werden mehr als 264.000 Hektar Mais angebaut. Auch bei Kartoffeln verschlechterte sich die Lage nach einem zunächst günstigen Saisonstart. Noch im Juni waren die Aussichten gut, bevor Hitze und Wassermangel die Bestände belasteten. Ähnlich sieht es bei Zuckerrüben aus. Der WLV berichtet dort ebenfalls von Hitze- und Trockenheitsschäden. Da die Ernten bei mehreren Kulturen noch laufen, gibt es bislang keine belastbare Gesamtbilanz zu den tatsächlichen Verlusten.

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Niedrige Preise erhöhen den Druck auf die Höfe

Neben den Wetterproblemen belasten niedrige Erzeugerpreise die Landwirtschaft. Der WLV sieht vor allem im Ackerbau erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, während die Landwirtschaftskammer ebenfalls auf niedrige Getreidepreise verweist. Auch Schweinehalter stehen unter Druck. Deutschlandweit gab es im Mai 2026 noch rund 14.700 schweinehaltende Betriebe und damit etwa 40 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Der Schweinebestand sank im gleichen Zeitraum um 22,5 Prozent auf rund 21 Millionen Tiere.

Eine pauschal schlechte Ernte 2026 in Westfalen-Lippe gibt es damit nicht. Beim Getreide bewegen sich viele Erträge ungefähr im langjährigen Durchschnitt. Deutlich schwieriger ist die Situation bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben. Wie groß die Verluste dort tatsächlich ausfallen, lässt sich erst nach Abschluss der jeweiligen Ernten zuverlässig sagen.

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