
NRW/Münster. Die öffentlichen Ausgaben für Schulen in Deutschland sind 2024 deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Pro-Kopf-Ausgaben bundesweit bei durchschnittlich 10.500 Euro je Schülerin oder Schüler. Das waren rund 700 Euro mehr als im Vorjahr, also ein Plus von etwa sieben Prozent.
Auch Nordrhein-Westfalen ist von dieser Entwicklung betroffen. Für NRW weist die Statistik durchschnittliche Ausgaben von 9.500 Euro pro Schülerin oder Schüler aus. Damit liegt das Land unter dem Bundesdurchschnitt. Der wichtigste Kostentreiber waren nach Angaben des Statistikamtes höhere Personalausgaben.
Von den bundesweit durchschnittlichen 10.500 Euro entfielen 7.900 Euro auf Personal. Weitere 1.500 Euro wurden für den laufenden Sachaufwand ausgegeben, etwa für Unterrichtsmaterial, Energie oder IT. Hinzu kamen 1.100 Euro für Investitionen, etwa in Gebäude, Sanierungen oder technische Ausstattung.
Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Besonders hohe Pro-Kopf-Ausgaben verzeichneten 2024 Berlin mit 13.700 Euro, Hamburg mit 13.200 Euro und Bayern mit 11.900 Euro. Am niedrigsten lagen die Ausgaben in Sachsen-Anhalt mit 9.100 Euro je Schülerin oder Schüler.
Nordrhein-Westfalen kam auf 9.500 Euro und blieb damit unter dem Bundesdurchschnitt von 10.500 Euro. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass in NRW grundsätzlich weniger in Schulen investiert wird. Destatis verweist selbst auf Unterschiede bei Schulstrukturen, Lehrer-Schüler-Relationen, Besoldung, Investitionsprogrammen und Gebäudemanagement.
Auffällig ist zudem, dass die Ausgaben in allen Bundesländern gestiegen sind. Am stärksten fiel der Anstieg in Bremen, Brandenburg und Hessen aus, wo die Pro-Kopf-Ausgaben jeweils um elf Prozent zunahmen. Bundesweit war es der stärkste Anstieg seit 2019.
Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch auf kommunaler Ebene. Städte tragen zwar nicht die gesamten Schulkosten, weil insbesondere die Lehrkräfte vom Land bezahlt werden. Trotzdem müssen sie erhebliche Mittel für Schulgebäude, Ausstattung, Verwaltung und weitere Leistungen rund um den Schulbetrieb bereitstellen.
Das gilt auch für Münster. Die Stadt ist ein großer Schulstandort mit vielen Schulen und einer hohen Zahl an Schülerinnen und Schülern. Schon deshalb entsteht dort ein erheblicher Aufwand für Gebäude, Infrastruktur, Ausstattung und Organisation. Hinzu kommen Investitionen in Digitalisierung, Modernisierung und zusätzlichen Schulraum.
Ein direkter Vergleich mit den Destatis-Zahlen für NRW ist dennoch nur eingeschränkt möglich. Während das Statistische Bundesamt die gesamten öffentlichen Ausgaben je Schülerin oder Schüler ausweist, bilden kommunale Haushalte nur einen Teil davon ab. Für Münster lässt sich daher keine unmittelbar vergleichbare Pro-Kopf-Zahl neben den NRW-Wert von 9.500 Euro stellen.
Trotzdem ist die grundsätzliche Richtung ähnlich. Auch in Münster wächst der finanzielle Druck auf den Schulbereich. Je mehr Schülerinnen und Schüler beschult werden, je höher der Sanierungsbedarf ausfällt und je stärker in Ausstattung und Infrastruktur investiert werden muss, desto deutlicher wird diese Entwicklung auch vor Ort.
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