Spielplatzsanierungen in Münster geraten ins Stocken – trotz beschlossener Mittel

Spielplatzsanierungen in Münster geraten zunehmend ins Stocken
Symbolbild: Caroline Muffert

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Münster. Spielplätze gehören zur sozialen Infrastruktur in Münster, doch zahlreiche Sanierungsmaßnahmen lassen auf sich warten. Obwohl politische Beschlüsse gefasst und Haushaltsmittel eingeplant sind, werden Arbeiten teils erst Jahre später umgesetzt. Ein aktueller Ratsantrag greift diese Entwicklung auf und fordert verbindlichere Abläufe, klarere Prioritäten und mehr Transparenz.

Der Antrag wurde Ende Januar in den Rat der Stadt Münster eingebracht. Er richtet sich nicht gegen einzelne Projekte, sondern thematisiert strukturelle Defizite bei der Umsetzung von Rats- und Bezirksvertretungsbeschlüssen.

Verzögerungen trotz Beschlüssen sorgen für Kritik

Nach Einschätzung der Antragsteller erfolgen Spielplatzsanierungen in vielen Fällen erst ein bis zwei Jahre nach dem politischen Beschluss. Das betreffe auch Maßnahmen, für die Haushaltsmittel bereits bereitgestellt wurden. Die Folge seien Frust bei Familien und ein wachsender Zweifel an der Verlässlichkeit kommunaler Entscheidungen.

Der Antrag fordert daher, dass Sanierungen spätestens im auf den Beschluss folgenden Haushaltsjahr umgesetzt werden. Abweichungen sollen künftig schriftlich begründet und sowohl dem Rat als auch der zuständigen Bezirksvertretung vorgelegt werden. Zudem wird vorgeschlagen, verstärkt mit externen Fachfirmen zu arbeiten und standardisierte Sanierungs- und Ausstattungsmodule einzusetzen, um Planungs- und Bauzeiten zu verkürzen.

Eingebracht wurde der Antrag von der CDU. In der Begründung wird jedoch bewusst allgemein argumentiert, mit dem Ziel, strukturelle Verbesserungen in der Verwaltung zu erreichen.

Haushaltsmittel vorhanden, aber nur teilweise verbindlich

Ein Blick auf die Haushaltsunterlagen der Bezirksvertretung Münster-Nord zeigt, dass finanzielle Mittel für Spielplatzsanierungen grundsätzlich eingeplant sind. In einem gemeinsamen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, Volt und Die Linke werden die frei verfügbaren Haushaltsmittel für 2026 detailliert aufgeschlüsselt.

Im konsumtiven Bereich stehen insgesamt 70.240 Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind unter anderem 41.650 Euro für sonstige Sach- und Dienstleistungen. Dieser Posten ist nicht ausschließlich für Spielplätze vorgesehen, kann aber auch für entsprechende Maßnahmen genutzt werden. Die endgültige Höhe dieses Budgets steht erst nach Feststellung nicht verbrauchter Restmittel aus dem Vorjahr im ersten Quartal 2026 fest.

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Konkret benannt wird die Sanierung eines Spielplatzes im Bereich Im Moorhock. Für dieses Projekt ist ein Gesamtvolumen von 45.000 Euro vorgesehen. Davon sind 26.450 Euro bereits fest im Haushalt der Stadt verankert und damit verbindlich beschlossen. Die verbleibenden 18.550 Euro sollen aus den frei verfügbaren Mitteln der Bezirksvertretung finanziert werden und sind damit noch von der endgültigen Haushaltslage abhängig. Zusammengerechnet ergeben sich für die Verteilung der BV-Mittel eine Gesamtsumme von 88.790 Euro.

Forderung nach klaren Prioritäten und mehr Transparenz

Neben der Beschleunigung von Sanierungen fordert der Ratsantrag auch eine Neupriorisierung bei der inklusiven Spielplatzgestaltung. Angesichts der finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen solle mindestens ein inklusiver Spielplatz pro Stadtbezirk verbindlich umgesetzt werden. Für alle weiteren Anlagen sollen realistische Mindeststandards festgelegt werden.

Zusätzlich wird ein jährlicher Umsetzungsbericht verlangt, der Beschlusslage, Umsetzungsstand, zeitliche Verzögerungen und Kostenentwicklung transparent darstellt. Ziel ist es, politische Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen und künftige Verzögerungen frühzeitig sichtbar werden zu lassen.

Die Diskussion um Spielplatzsanierungen verdeutlicht damit ein zentrales kommunalpolitisches Problem in Münster. Beschlüsse und Haushaltsansätze sind vorhanden, doch ihre Umsetzung bleibt häufig hinter den Erwartungen zurück. Ob die geforderten Maßnahmen zu mehr Tempo und Verlässlichkeit führen, dürfte in den kommenden Monaten weiter Thema im Rat und in den Bezirksvertretungen bleiben.

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