
Münster. Im Allwetterzoo Münster verändert sich derzeit die Zusammensetzung der Tigerfamilie. Nach und nach verlassen die jungen Sibirischen Tiger ihre Geburtsstätte, um in anderen europäischen Zoos ein neues Zuhause zu finden. Für Besucher bedeutet das: Die Gelegenheit, die Jungtiere noch in Münster zu sehen, ist nur noch für kurze Zeit möglich.
Die Abgabe der Tiere gehört zu einem internationalen Zuchtprogramm, das darauf abzielt, die genetische Vielfalt der bedrohten Großkatzen langfristig zu sichern.
Eines der vier Jungtiere hat den Allwetterzoo bereits Anfang März verlassen. Das männliche Tier mit dem Namen Ambassador wurde in den Zoo Zlín in Tschechien gebracht. Dort soll er künftig Teil des europäischen Zuchtprogramms für Sibirische Tiger sein.
Bereits einige Monate zuvor war auch ein weiteres Jungtier aus Münster abgegeben worden. Das Weibchen Anya zog Ende des vergangenen Jahres in den niederländischen Tierpark Amersfoort um. Solche Transfers sind in europäischen Zoos üblich, um neue Zuchtgruppen zusammenzustellen und eine ausgewogene genetische Entwicklung der Population zu gewährleisten.
Zwei der jungen Tiger sind derzeit noch im Allwetterzoo Münster zu sehen. Die beiden Männchen Friedrich und Hubertus werden jedoch ebenfalls in naher Zukunft weiterziehen. Nach Angaben des Zoos ist ihr Aufenthalt nur noch auf wenige Wochen begrenzt.
Für Besucher ergibt sich damit eine letzte Gelegenheit, die jungen Tiere in Münster zu beobachten. Der Nachwuchs wurde im Zoo geboren und entwickelte sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Publikumsmagneten. Gerade junge Besucher verfolgen häufig interessiert, wie sich die Tiere seit ihrer Geburt verändert haben.
Dass die Jungtiere nun nach und nach abgegeben werden, entspricht auch dem natürlichen Verhalten von Tigern. In freier Wildbahn verlassen junge Tiere ihre Mutter meist im Alter von etwa eineinhalb bis zwei Jahren, um eigene Reviere zu suchen.
Auch im Allwetterzoo Münster leben die Jungtiere bereits seit einiger Zeit getrennt von ihrer Mutter. Diese Entwicklung ist Teil der Vorbereitung auf den Umzug in andere zoologische Einrichtungen.
Während der Nachwuchs neue Zoos bezieht, bleibt das erwachsene Tigerpaar weiterhin in Münster. Die Tigerkatze Raya sowie der Kater Fedor gehören weiterhin zum festen Tierbestand des Allwetterzoos.
Sobald alle Jungtiere ausgezogen sind, können beide Tiere wieder die vorhandenen Außenanlagen gemeinsam nutzen. Für den Zoo bedeutet das eine Rückkehr zur ursprünglichen Haltungssituation, bevor der Nachwuchs geboren wurde.
Welche Tiere in welchen Zoo wechseln, entscheiden die einzelnen Einrichtungen nicht selbst. Grundlage ist ein europaweites Zuchtprogramm für bedrohte Tierarten, das sogenannte EEP.
Innerhalb dieses Programms führt ein Koordinator ein Zuchtbuch für jede Art. Auf dieser Basis werden Empfehlungen ausgesprochen, welche Tiere miteinander verpaart werden oder in welche Zoos sie wechseln sollen. Ziel ist es, eine möglichst große genetische Vielfalt innerhalb der europäischen Population zu erhalten und langfristig stabile Bestände aufzubauen. Gerade beim stark bedrohten Sibirischen Tiger spielen solche Programme eine wichtige Rolle, um das Überleben der Art auch außerhalb ihres natürlichen Lebensraums zu sichern.
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