
Münster. Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Bei einem Festakt am Donnerstag, 16. Juli 2026, würdigte Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Entwicklung der Schule von einer privaten Mädchenschule zu einem modernen städtischen Ganztagsgymnasium. Der derzeit entstehende Erweiterungsbau soll den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen.
Erste Hinweise auf die Schule finden sich in Dokumenten aus dem Jahr 1851. Ein Jahr später gründete die Lehrerin Emilie Koch eine private evangelische Mädchenschule, aus der das heutige Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hervorging. Der Unterricht fand zunächst in privaten Räumen statt. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Schule mehrfach ihren Standort innerhalb der Münsteraner Innenstadt.
Im Jahr 1957 zog das Gymnasium in das Schulgebäude am heutigen Schlossplatz. Dort blieb es fast fünf Jahrzehnte, bevor 2006 der Umzug an die Dieckmannstraße in Gievenbeck erfolgte. Heute besuchen rund 1.000 Schüler das städtische Gymnasium.
Oberbürgermeister Tilman Fuchs gratulierte der Schulgemeinschaft beim Festakt zum Jubiläum. Eine Schule mit einer 175-jährigen Geschichte erzähle zugleich ein Stück Stadtgeschichte, erklärte der Oberbürgermeister. Das Stein-Gymnasium verbinde seine traditionsreichen Wurzeln mit zeitgemäßen Bildungsangeboten und zeige, wie sich eine Schule erfolgreich weiterentwickeln könne.
Zu den wichtigen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gehört die Einführung des Ganztagsbetriebs. Ende der 1980er-Jahre war das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium das erste Gymnasium in Münster, das dieses Modell einführte.
Das Schulgelände in Gievenbeck wird derzeit um einen Erweiterungsbau ergänzt. Durch den Neubau entstehen zusätzliche Unterrichts- und Fachräume. Sie werden vor allem für die Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren benötigt.
Die Fertigstellung ist nach Angaben der Stadt Münster für Ende 2026 vorgesehen. Der Erweiterungsbau soll die räumlichen Voraussetzungen für den zusätzlichen Jahrgang schaffen und das Gymnasium langfristig auf die veränderten Anforderungen des Schulbetriebs vorbereiten. Damit fällt das Jubiläum in eine Phase, in der die Schule erneut vor einem wichtigen Entwicklungsschritt steht.
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