
Münster. Was haben eine winzige Grünalge und ein KI-Festival mit mehr als 12.000 Besuchern gemeinsam? Beide haben Münster als Wissenschafts- und Kongressstandort überregional bekannt gemacht. Am Montagabend (2. November) wurden die Köpfe hinter diesen Erfolgen mit dem Kongresspreis Münster 2026 ausgezeichnet. Oberbürgermeister Tilman Fuchs überreichte die Preise im Erbdrostenhof vor rund 140 Gästen. Für einen besonderen Moment sorgte ein künftiger Medizin-Nobelpreisträger.
Professor Michael Hippler vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster erhielt den Kongresspreis gemeinsam mit seinem Team für die Organisation einer international renommierten Forschungskonferenz. Die „International Conference on the Cell and Molecular Biology of Chlamydomonas“ brachte im August 2025 rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt nach Münster. Im Mittelpunkt stand die Erforschung einzelliger Grünalgen. Zwei Jahre zuvor hatte die renommierte Princeton University in den USA die Konferenz ausgerichtet.
Die Laudatio auf Hippler hielt Professor Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin. Der in Münster geborene Wissenschaftler gehört zu den Forschern, denen im Dezember 2026 der Medizin-Nobelpreis verliehen werden soll. Seine wissenschaftliche Arbeit begann ebenfalls mit der Erforschung einzelliger Grünalgen und ihrer Reaktion auf Licht.
Der zweite Kongresspreis ging an Dr. Bernard Sonnenschein und Marcel Windau, die Gründer des KI-Festivals data. Die Veranstaltung im MCC Halle Münsterland hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem bedeutenden Treffpunkt für Künstliche Intelligenz entwickelt. Während 2025 mehr als 5.000 Menschen teilnahmen, waren es 2026 bereits über 12.000 Gäste.
Das Festival verbindet Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Politik mit der breiten Öffentlichkeit. Nach Einschätzung von Münster Marketing trägt die Veranstaltung dazu bei, Zukunftstechnologien verständlicher zu machen und Münster als KI-Standort sichtbarer werden zu lassen. Die Laudatio auf die beiden Gründer hielt Esther Möllemann, Marketingleiterin der Münsteraner GuideCom AG.
Mit dem Kongresspreis würdigt die Kongressinitiative Münster seit 2014 Persönlichkeiten, die bedeutende Tagungen und Veranstaltungen in die Stadt holen. Bei der fünften Preisverleihung standen insbesondere die internationale Bedeutung, Nachhaltigkeit, Nachwuchsförderung und die Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Mittelpunkt.
Oberbürgermeister Tilman Fuchs betonte, dass die ausgezeichneten Veranstaltungen wichtige Zukunftsthemen nach Münster brächten und den Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen stärkten. Die Kongressinitiative besteht aus zehn Organisationen, darunter die Universität Münster, die FH Münster, das MCC Halle Münsterland und die Wirtschaftsförderung Münster.
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