
Düsseldorf. Mehr als 16.000 Menschen haben sich am Dienstag vor dem Landtag in Düsseldorf versammelt, um im laufenden Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Auch aus dem Münsterland reisten über 100 tarifbeschäftigte Kolleginnen und Kollegen an. Sie folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und beteiligten sich am landesweiten Warnstreiktag.
Im Mittelpunkt steht die Tarifrunde TV-L 2025/26 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als Arbeitgeberseite. Nach zwei Verhandlungsrunden liegt nach Gewerkschaftsangaben weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot vor.
Die GEW fordert eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat. Zudem drängt sie auf einen eigenständigen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte sowie eine Angleichung der Gehälter von Tarifbeschäftigten und Beamtinnen und Beamten.
GEW-Geschäftsführer Carsten Peters kritisierte, dass die Arbeitgeber bislang kein konkretes Angebot vorgelegt hätten. Es gehe um Wertschätzung für die Beschäftigten, die seit Jahren unter hoher Arbeitsbelastung litten. Auch Ulrich Thoden, Vorsitzender des GEW-Stadtverbands, verwies auf die strukturelle Unterfinanzierung im Bildungsbereich. Trotz sinkender Inflationsraten blieben die Lebenshaltungskosten hoch, während die Anforderungen an Lehrkräfte und Hochschulpersonal weiter stiegen.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter. Nach Darstellung der Gewerkschaft arbeiteten viele von ihnen mit befristeten Verträgen und unsicheren Einsatzzeiten. Ein verbindlicher Tarifvertrag sei daher überfällig.
Der Warnstreik hatte auch in Münster konkrete Folgen. Betroffen waren unter anderem Schulen, Hochschulen, Landesverwaltungen, Straßen.NRW sowie die Universitätskliniken. Das Universitätsklinikum Münster hatte im Vorfeld angekündigt, Bettenkapazitäten zu reduzieren und einzelne OP-Säle vorübergehend zu schließen. Gleichzeitig wurde eine Notdienstvereinbarung getroffen, um die Akut- und Notfallversorgung sicherzustellen.
Bundesweit beteiligten sich Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Aktionen. In Nordrhein-Westfalen war Düsseldorf zentraler Veranstaltungsort der Kundgebung.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Auseinandersetzung durch Äußerungen aus der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Deren Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter hatte öffentlich strengere gesetzliche Regeln für Arbeitskämpfe ins Gespräch gebracht. Gewerkschaften und der Deutsche Gewerkschaftsbund wiesen diese Forderung zurück und betonten, das Streikrecht sei ein fundamentales Instrument der Tarifautonomie.
Aus Sicht der Gewerkschaften liegt die Verantwortung für die aktuellen Arbeitsniederlegungen bei der Arbeitgeberseite, die bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe.
Die nächsten Verhandlungstermine zwischen Gewerkschaften und TdL sind für Mitte Februar in Potsdam angesetzt. Bereits im Dezember 2025 sowie im Januar 2026 hatten Gespräche stattgefunden. Sollten auch die kommenden Runden ohne Annäherung bleiben, sind weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen.
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