Weniger Gründungen im Münsterland: Unsicherheit bremst neue Unternehmen

Industriejobs im Münsterland gehen zurück. Die IHK Nord Westfalen warnt vor Folgen für Arbeitsmarkt und Wohlstand.
Foto: Anamul Rezwan

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Münster. Die Zahl der Unternehmensgründungen im Münsterland ist 2025 zurückgegangen. Nach Angaben der IHK Nord Westfalen wurden im vergangenen Jahr 3.367 neue Unternehmen registriert. 2024 waren es noch 3.569 gewesen. Damit sank die Zahl der Neugründungen um mehr als fünf Prozent. Innerhalb der Region gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Während Münster ein Plus verzeichnete, gingen die Gründungszahlen in allen vier Münsterlandkreisen zurück.

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Münster legt bei Unternehmensgründungen zu

Eine Ausnahme von der regionalen Entwicklung bildet die Stadt Münster. Dort stieg die Zahl der Unternehmensgründungen von 623 im Jahr 2024 auf 649 im Jahr 2025. Das entspricht einem Zuwachs von 4,2 Prozent. In den umliegenden Kreisen entwickelte sich das Gründungsgeschehen dagegen rückläufig.

Im Kreis Borken sank die Zahl der Neugründungen von 866 auf 842, im Kreis Warendorf von 544 auf 521. Besonders deutlich waren die Rückgänge in den Kreisen Coesfeld und Steinfurt. Coesfeld verzeichnete mit 458 neuen Unternehmen 12,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Kreis Steinfurt sank die Zahl von 1.015 auf 897 und damit um 11,6 Prozent.

IHK sieht wirtschaftliche Unsicherheit als Bremse

Nach Einschätzung der IHK Nord Westfalen wirkt sich die weiterhin bestehende wirtschaftliche Unsicherheit auf die Bereitschaft zur Selbstständigkeit aus. Potenzielle Gründerinnen und Gründer würden derzeit genauer abwägen, ob sie eine feste Beschäftigung für den Schritt in die Selbstständigkeit aufgeben.

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Für die IHK haben Neugründungen eine wichtige Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Neue Unternehmen könnten Innovationen anstoßen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die Kammer fordert deshalb, den Einstieg in die Selbstständigkeit einfacher zu gestalten und bürokratische Hürden weiter abzubauen. Dazu zählen aus Sicht der IHK insbesondere stärker digitalisierte Gründungsprozesse und schnellere Verfahren.

IHK fordert bessere Bedingungen für Gründer

Die IHK spricht sich zudem für zusätzliche Fördermöglichkeiten aus. Dazu gehört nach ihrer Vorstellung eine Ausweitung der Meistergründungsprämie auf anerkannte IHK-Weiterbildungen. Auch ein Neustart des NRW-Gründungsstipendiums könnte nach Einschätzung der Kammer dazu beitragen, mehr Menschen für eine Selbstständigkeit zu gewinnen.

Ein weiterer Ansatz ist die Digitalisierung. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Möglichkeit, Unternehmen vollständig online und innerhalb kurzer Zeit zu gründen, könnte den Aufwand für Gründer reduzieren. Für die IHK ist der Abbau bürokratischer Belastungen ein wichtiger Faktor, um die Gründungsdynamik wieder zu erhöhen.

Immer mehr Menschen gründen im Nebenerwerb

Während die Zahl der klassischen Neugründungen zurückgeht, steigt die Bedeutung von Nebenerwerbsgründungen im Münsterland deutlich. Ihre Zahl erhöhte sich von 6.197 im Jahr 2024 auf 6.919 im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von mehr als elf Prozent.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Gründer das wirtschaftliche Risiko zunächst begrenzen wollen. Eine Selbstständigkeit im Nebenerwerb ermöglicht es, eine Geschäftsidee zu testen und erste Erfahrungen zu sammeln, ohne unmittelbar auf das Einkommen aus einer Festanstellung verzichten zu müssen. Auch die Nachfrage nach entsprechenden Informationsangeboten wächst: Nach Angaben der IHK haben seit 2021 bereits mehr als 6.000 Interessierte an ihrer Webinarreihe zur Gründung im Nebenerwerb teilgenommen.

Gründungszahlen im Münsterland im Überblick

Insgesamt wurden 2025 in der Stadt Münster und den vier Münsterlandkreisen 3.367 Unternehmen neu gegründet. Münster kam auf 649 Gründungen, der Kreis Borken auf 842, der Kreis Coesfeld auf 458, der Kreis Steinfurt auf 897 und der Kreis Warendorf auf 521.

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