
Münster. Wer in Münster Pizza bestellt oder aus dem Supermarkt mit nach Hause nimmt, steht beim Entsorgen des Kartons oft vor einer scheinbar einfachen Frage. Gehört der Pizzakarton ins Altpapier, in die Biotonne oder doch in den Restmüll? Genau dazu gibt es in Münster eine vergleichsweise klare Vorgabe, die sich deutlich von der landesweiten Faustregel in Nordrhein-Westfalen unterscheidet und regelmäßig für Verwirrung sorgt.
Nach Angaben der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster kommt es beim Pizzakarton entscheidend darauf an, woher er stammt und in welchem Zustand er ist. Damit reagiert die Stadt auf ein alltägliches Entsorgungsproblem, das für das Recycling von Papier eine größere Rolle spielt, als viele annehmen.
In Münster gilt beim Pizzakarton keine pauschale Lösung. Nach dem Abfall-ABC der Abfallwirtschaftsbetriebe wird klar zwischen Kartons aus dem Lieferservice und Verpackungen aus dem Supermarkt unterschieden. Pizzakartons vom Pizzaservice sollen demnach in die Biotonne und ausdrücklich nicht ins Altpapier geworfen werden. Der Grund liegt im typischen Zustand dieser Kartons, da sie häufig stark fettverschmiert sind und mit Essensresten in Kontakt kommen.
Anders sieht es bei Kartons von Tiefkühlpizza aus. Diese gelten in der Regel als sauber und trocken und können deshalb über die Altpapiertonne entsorgt werden. Für Münster ist diese Unterscheidung ein wichtiger Punkt, weil viele Haushalte automatisch davon ausgehen, dass jeder Pizzakarton ins Papier gehört. Genau diese Annahme führt jedoch laut AWM regelmäßig zu Fehlwürfen.
Aus Sicht der Stadt ist das Problem nicht banal. Fettige oder verschmutzte Kartons beeinträchtigen die Qualität des gesammelten Altpapiers, weil sie sich im Recyclingprozess nicht mehr verwerten lassen. Münster setzt deshalb bewusst auf die Biotonne, um Papierabfälle sauber zu halten und die Verwertungsquoten stabil zu halten.
In Nordrhein-Westfalen gilt außerhalb Münsters meist eine allgemeinere Faustregel. Saubere, trockene Pizzakartons ohne nennenswerte Fettflecken können über das Altpapier entsorgt werden, während stark verschmutzte Kartons in den Restmüll gehören. Diese Einschätzung wird unter anderem von der Verbraucherzentrale NRW geteilt und dient vielen Kommunen als Orientierung.
Zusätzlich gibt es Sonderfälle, etwa wenn Kartons innen kunststoffbeschichtet sind oder eine Folienlage enthalten. In solchen Fällen kann auch die Gelbe Tonne infrage kommen, was sich meist durch einen Blick auf die Einrisskante erkennen lässt. Weil diese Details von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt sind, raten Fachstellen dazu, immer das jeweilige Abfall-ABC der Kommune zu prüfen.
Für die Praxis bedeutet das, dass sich ein Pizzakarton oft auch teilen lässt. Essensreste sollten zunächst entfernt werden, saubere Deckelteile können ins Altpapier gegeben werden und stark fettige Unterseiten gehören je nach Kommune in den Restmüll oder wie in Münster sogar in die Biotonne. Damit lassen sich Fehlwürfe reduzieren, ohne den Entsorgungsaufwand unnötig zu erhöhen.
Ein oft übersehener Punkt ist dabei, dass Pizzakartons mit Essensresten zu den häufigsten Störstoffen im Altpapier zählen. Nach Angaben der Abfallwirtschaft gehören sie zu den Klassikern, die das Papierrecycling erschweren, obwohl sie auf den ersten Blick harmlos wirken. Gerade deshalb setzt Münster auf klare Vorgaben, um die Trennung im Alltag einfacher und zugleich wirksamer zu machen.
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