
Mehr Platz, längere Öffnungszeiten und künftig auch Anlieferungen mit Anhänger: In Münster-Hiltrup soll ein neuer Recyclinghof entstehen, der deutlich mehr Möglichkeiten bietet als der bisherige Standort. Rund 9,5 Millionen Euro sind nach einer ersten Schätzung für das Projekt vorgesehen. Der Stadtrat hat am Mittwoch, 7. Oktober 2026, die weiteren Planungen beschlossen. Anfang 2028 könnten die Bauarbeiten beginnen, die Eröffnung ist für 2029 geplant.
Der neue Recyclinghof Hiltrup soll an der Hansestraße entstehen, nur wenige Hundert Meter vom bisherigen Standort an der Glasuritstraße entfernt. Mit rund 15.000 Quadratmetern wird die Anlage etwa zehnmal so groß wie der heutige Hof.
Künftig sollen dort auch Anlieferungen mit Anhängern und Fahrzeugen über zwei Metern Höhe möglich sein. Bislang ist das in Münster nur am Entsorgungszentrum Coerde erlaubt. Der neue Standort im Süden soll deshalb auch den Recyclinghof in Coerde entlasten.
Mit dem Neubau wollen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) den Service deutlich erweitern. Statt an drei Tagen soll der Recyclinghof künftig an sechs Tagen pro Woche öffnen.
Geplant sind Öffnungszeiten von montags bis freitags zwischen 8.30 und 19 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 19 Uhr.
Außerdem sind eine Fahrzeugwaage, eine eigene Fahrradspur und teilweise überdachte Anlieferungsbereiche vorgesehen. Ein digitales System soll online über aktuelle Wartezeiten informieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wiederverwendung gebrauchter Gegenstände. Schon heute gibt es auf Münsters elf Recyclinghöfen sogenannte Wechselstuben, in denen gut erhaltene Dinge weitergegeben werden können.
Am neuen Standort könnten zusätzliche Angebote wie Tauschbörsen oder Repair-Cafés entstehen. Entsprechende Konzepte sollen bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Konkrete Entscheidungen dazu stehen allerdings noch aus.
Der bisherige Recyclinghof an der Glasuritstraße soll mit der Eröffnung des Neubaus aufgegeben werden. Das Grundstück wurde bereits im Rahmen eines Flächentauschs an BASF Coatings, inzwischen Surventis, übertragen. Dort soll perspektivisch das Chemiewerk erweitert werden.
Im Gegenzug erhielt die Stadt die größere Fläche an der Hansestraße. Die endgültigen Baukosten sowie die Betriebs- und Personalplanung sollen erst mit einem späteren Baubeschluss feststehen.
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