
Die Windpocken-Fälle in Nordrhein-Westfalen nehmen wieder spürbar zu. Nach aktuellen Auswertungen der AOK NordWest, die auf Daten des Robert Koch-Instituts basieren, wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Infektionen gemeldet als noch in den Jahren zuvor. Besonders auffällig ist, dass die Zahlen inzwischen wieder fast das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichen.
Nach der aktuellen Auswertung wurden im vergangenen Jahr insgesamt 3.831 Windpocken-Fälle in Nordrhein-Westfalen registriert. Allein in der Region Westfalen-Lippe entfielen davon 2.027 Infektionen. Im Jahr zuvor lagen die Zahlen noch niedriger. Für 2024 wurden in NRW 3.445 Fälle gemeldet, in Westfalen-Lippe 1.743.
Der Anstieg setzt damit einen Trend fort, der bereits seit 2023 zu beobachten ist. Damals registrierten die Behörden 2.956 Infektionen in Nordrhein-Westfalen, davon 1.437 in Westfalen-Lippe.
Während der Corona-Jahre waren die Fallzahlen deutlich zurückgegangen. Kontaktbeschränkungen, weniger soziale Kontakte und Hygienemaßnahmen führten dazu, dass sich viele klassische Kinderkrankheiten seltener verbreiteten. 2021 wurden in NRW lediglich 937 Windpocken-Fälle registriert, in Westfalen-Lippe waren es 445. Auch 2022 blieb das Niveau vergleichsweise niedrig mit 1.856 Fällen in Nordrhein-Westfalen und 821 in Westfalen-Lippe.
Zum Vergleich: Vor der Pandemie lagen die Zahlen bereits deutlich höher. Im Jahr 2019 wurden in Nordrhein-Westfalen 4.094 Windpocken-Infektionen gemeldet, davon 1.846 in Westfalen-Lippe.
Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst und zählen zu den hochansteckenden Infektionskrankheiten. Typisch sind juckende Hautausschläge mit Bläschen, die vor allem bei Kindern auftreten. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mild, dennoch können Komplikationen auftreten, etwa bakterielle Hautinfektionen oder schwerere Verläufe bei Risikogruppen.
Medizinische Fachgesellschaften empfehlen daher eine frühzeitige Impfung. In Deutschland rät die Ständige Impfkommission zu zwei Impfungen im Kindesalter. Die erste Dosis wird im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. Auch ein späteres Nachholen der Impfung ist möglich.
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