
Die von National Express Rail GmbH betriebenen Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in Nordrhein-Westfalen stehen vor einer grundlegenden Neuordnung. Ziel der geplanten Vertragsanpassungen ist es, den Betrieb auf stark frequentierten Strecken zu stabilisieren, die Pünktlichkeit zu erhöhen und zusätzliche Kapazitäten für Fahrgäste zu schaffen. Darauf haben sich das Unternehmen und mehrere zuständige Aufgabenträger verständigt.
Hintergrund der Neuordnung ist eine abgestimmte Vereinbarung zwischen National Express und den maßgeblichen Bestellern des Schienenpersonennahverkehrs. Beteiligt sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, go.Rheinland, der Nahverkehr Westfalen-Lippe, der Nordhessischer Verkehrsverbund sowie SPNV-Nord. Ende Januar 2026 haben die zuständigen Gremien gemeinsam mit National Express und der Muttergesellschaft Mobico Group plc grünes Licht für die Ausarbeitung der neuen Vertragsstruktur gegeben.
Ein zentraler Baustein der Neuordnung betrifft den Rhein-Münsterland-Express mit den Linien RE 7 und RB 48. Ab dem Jahr 2026 ist vorgesehen, diese Verkehre auf einen sogenannten Bruttovertrag umzustellen. In diesem Modell erhält das Eisenbahnunternehmen ein festes Bestellerentgelt, während das Einnahmerisiko bei den Aufgabenträgern liegt. Die Verantwortlichen versprechen sich davon mehr wirtschaftliche Stabilität und verlässlichere Betriebsabläufe.
Parallel dazu soll der bestehende Vertrag für den Rhein-Münsterland-Express an den sogenannten „Verkehrsvertrag 2.0“ angepasst werden. Geplant ist eine Verlängerung der Laufzeit um mindestens zwei Jahre bis Dezember 2032. Ziel dieser Anpassung ist es, die Leistungen langfristig abzusichern und flexibler auf betriebliche Herausforderungen reagieren zu können.
Anders stellt sich die Situation beim Rhein-Ruhr-Express dar. Hier soll die aktuelle Vertragslaufzeit verkürzt werden: Statt bis Ende 2033 sollen die Leistungen bereits im Dezember 2030 enden. Betroffen sind unter anderem die Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11. Die frühere Beendigung soll eine rechtzeitige Neuausschreibung im Rahmen des Nahverkehrsplans NRW ermöglichen.
Mit der Neuordnung sind auch konkrete Qualitätsversprechen verbunden. Vorgesehen sind zusätzliche betriebliche Puffer, um Verspätungen abzufedern, sowie mehr Sitzplätze auf besonders stark genutzten Streckenabschnitten. Zudem sollen verbindliche Standards bei Sauberkeit und Zuverlässigkeit greifen, um das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen.
National-Express-CEO Dr. Michael Hetzer sieht in der Einigung eine Grundlage für langfristiges Engagement. Sie schaffe sowohl Planungssicherheit für die Mitarbeitenden als auch eine wirtschaftlich tragfähige Basis für den Betrieb. Auch die Aufgabenträger begrüßen die Neuordnung. Vertreter wie Marcel Winter, Oliver Wittke, Christiane Auffermann und Marian Volmer betonen die Bedeutung stabiler und verlässlicher Verkehre. Für Nordhessen wird insbesondere die stark nachgefragte Verbindung zwischen Kassel und Hamm bis zur geplanten Neuvergabe im Jahr 2030 hervorgehoben.
Die Vertragsänderungen sind auch vor dem Hintergrund einer angespannten Situation im Schienenpersonennahverkehr zu sehen. Personalmangel, kurzfristige Ausfälle und eine instabile Betriebslage hatten den SPNV in NRW zuletzt stark belastet. Mit der Neuordnung wollen die Verantwortlichen mehr Planbarkeit schaffen und den Betrieb nachhaltig stabilisieren. National Express ist seit 2015 in Nordrhein-Westfalen aktiv, betreibt sieben Linien, erbringt jährlich mehr als 21 Millionen Zugkilometer und beschäftigt über 1.200 Mitarbeitende.
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