Rinderherpes im Kreis Borken: Neuer Virusfall sorgt für Alarm in Heek

In Heek wurde erneut Rinderherpes im Kreis Borken festgestellt. Sieben Tiere sind positiv auf BHV-1 getestet, der Betrieb ist gesperrt.
Foto: Leopictures

Teilen:

Heek. Im Kreis Borken ist erneut Rinderherpes aufgetreten. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Heek wurde das Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV-1) nachgewiesen. Von 13 entnommenen Blutproben waren sieben positiv. Der betroffene Hof wurde umgehend gesperrt, die infizierten Tiere müssen getötet werden. Für Menschen besteht laut Kreisverwaltung keine Gefahr, wohl aber für andere Rinderbestände in der Region.

Sperrung des Betriebs und Maßnahmen in Heek

Der neue Rinderherpes-Fall im Kreis Borken betrifft einen Betrieb in der Gemeinde Heek, der bereits vollständig isoliert wurde. Um eine Ausbreitung zu verhindern, dürfen keine Tiere, Fahrzeuge oder Materialien den Hof verlassen oder betreten. Die Kreisverwaltung hat den Tierbestand überprüft und eine lückenlose Nachverfolgung eingeleitet. Die betroffenen Tiere, die positiv auf BHV-1 getestet wurden, sollen geschlachtet werden. Damit soll eine weitere Virusverbreitung verhindert werden, da Herpesviren auch in symptomfreien Tieren überdauern können und später reaktiviert werden.

Rinderherpes im Kreis Borken: Virus birgt Gefahr für Tierbestände

Das Bovine Herpesvirus Typ 1 verursacht Atemwegserkrankungen und Entzündungen des Genitaltrakts bei Rindern. Typisch sind Husten, Nasenausfluss, Fieber oder Fruchtbarkeitsstörungen. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion – etwa beim direkten Tierkontakt oder über kontaminierte Fahrzeuge, Werkzeuge und Kleidung. Selbst nach einer scheinbaren Genesung bleibt das Virus im Körper latent vorhanden und kann jederzeit wieder ausgeschieden werden.

Hintergrund: Deutschland gilt seit 2017 als BHV-1-frei

Deutschland wurde am 12. Juni 2017 offiziell als BHV-1-frei anerkannt. Um diesen Status zu erhalten, sind die Auflagen bei einem Ausbruch besonders streng. Impfungen gegen das Virus sind in der Regel verboten, weil sie den Freiheitsstatus gefährden könnten. Nur in Ausnahmefällen dürfen sogenannte Not- oder Unterdrückungsimpfungen angeordnet werden. Ein Ausbruch wie der aktuelle in Heek hat deshalb weitreichende Folgen für die betroffenen Betriebe und die Region, da jede Neuinfektion den Seuchenstatus gefährden kann.

Kreis Borken ruft zu erhöhter Vorsicht auf

Die Kreisverwaltung Borken und die Landwirtschaftskammer appellieren an alle Tierhalter, höchste Hygienestandards einzuhalten. Fahrzeuge und Arbeitsgeräte, die auf verschiedenen Höfen eingesetzt werden, müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auch der Kontakt zwischen Tierbeständen sollte derzeit vermieden werden. Besonders wichtig sei laut Kreisverwaltung, bei jedem Verdacht auf Atemwegserkrankungen im Bestand sofort eine tierärztliche Untersuchung zu veranlassen.

Sperrzonen und weitere Untersuchungen laufen

Das Veterinäramt beobachtet die Lage in Heek und Umgebung weiterhin genau. Auch in der Bauernschaft Ammeln bei Ahaus waren bereits Sperrzonen eingerichtet worden, die zwischenzeitlich aufgehoben waren. Nun prüfen Fachleute, ob erneut Einschränkungen notwendig sind. Nach Angaben des Kreises wurden die meisten positiv getesteten Tiere bereits geschlachtet. Weitere Blutuntersuchungen sollen klären, ob sich das Virus auf andere Betriebe ausgedehnt hat.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu