
Heek. Im Kreis Borken ist erneut Rinderherpes aufgetreten. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Heek wurde das Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV-1) nachgewiesen. Von 13 entnommenen Blutproben waren sieben positiv. Der betroffene Hof wurde umgehend gesperrt, die infizierten Tiere müssen getötet werden. Für Menschen besteht laut Kreisverwaltung keine Gefahr, wohl aber für andere Rinderbestände in der Region.
Der neue Rinderherpes-Fall im Kreis Borken betrifft einen Betrieb in der Gemeinde Heek, der bereits vollständig isoliert wurde. Um eine Ausbreitung zu verhindern, dürfen keine Tiere, Fahrzeuge oder Materialien den Hof verlassen oder betreten. Die Kreisverwaltung hat den Tierbestand überprüft und eine lückenlose Nachverfolgung eingeleitet. Die betroffenen Tiere, die positiv auf BHV-1 getestet wurden, sollen geschlachtet werden. Damit soll eine weitere Virusverbreitung verhindert werden, da Herpesviren auch in symptomfreien Tieren überdauern können und später reaktiviert werden.
Das Bovine Herpesvirus Typ 1 verursacht Atemwegserkrankungen und Entzündungen des Genitaltrakts bei Rindern. Typisch sind Husten, Nasenausfluss, Fieber oder Fruchtbarkeitsstörungen. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion – etwa beim direkten Tierkontakt oder über kontaminierte Fahrzeuge, Werkzeuge und Kleidung. Selbst nach einer scheinbaren Genesung bleibt das Virus im Körper latent vorhanden und kann jederzeit wieder ausgeschieden werden.
Deutschland wurde am 12. Juni 2017 offiziell als BHV-1-frei anerkannt. Um diesen Status zu erhalten, sind die Auflagen bei einem Ausbruch besonders streng. Impfungen gegen das Virus sind in der Regel verboten, weil sie den Freiheitsstatus gefährden könnten. Nur in Ausnahmefällen dürfen sogenannte Not- oder Unterdrückungsimpfungen angeordnet werden. Ein Ausbruch wie der aktuelle in Heek hat deshalb weitreichende Folgen für die betroffenen Betriebe und die Region, da jede Neuinfektion den Seuchenstatus gefährden kann.
Die Kreisverwaltung Borken und die Landwirtschaftskammer appellieren an alle Tierhalter, höchste Hygienestandards einzuhalten. Fahrzeuge und Arbeitsgeräte, die auf verschiedenen Höfen eingesetzt werden, müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auch der Kontakt zwischen Tierbeständen sollte derzeit vermieden werden. Besonders wichtig sei laut Kreisverwaltung, bei jedem Verdacht auf Atemwegserkrankungen im Bestand sofort eine tierärztliche Untersuchung zu veranlassen.
Das Veterinäramt beobachtet die Lage in Heek und Umgebung weiterhin genau. Auch in der Bauernschaft Ammeln bei Ahaus waren bereits Sperrzonen eingerichtet worden, die zwischenzeitlich aufgehoben waren. Nun prüfen Fachleute, ob erneut Einschränkungen notwendig sind. Nach Angaben des Kreises wurden die meisten positiv getesteten Tiere bereits geschlachtet. Weitere Blutuntersuchungen sollen klären, ob sich das Virus auf andere Betriebe ausgedehnt hat.
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