
Was als sportlicher Abend für Fußballer jenseits der 30 geplant war, entwickelte sich in Fröndenberg an der Ruhr zu einem Einsatz für Polizei und Rettungsdienst. Tumulte auf dem Spielfeld, aggressive Szenen auf der Tribüne und schließlich Verletzte sorgten dafür, dass das Alte-Herren-Turnier vorzeitig beendet wurde. Statt Tore und Titel stand am Ende die Frage im Raum, wie ein traditionsreiches Hobbyturnier derart außer Kontrolle geraten konnte.
Schon im Laufe des Abends hatte sich die Stimmung bei den Hallen-Stadtmeisterschaften spürbar aufgeheizt. Auf dem Spielfeld kam es wiederholt zu Rudelbildungen und lautstarken Tumulten. Mehrere Spieler sahen im Turnierverlauf die Rote Karte. Nach Angaben von Beteiligten drohten die Schiedsrichter wegen der aggressiven Atmosphäre mehrfach mit einem Abbruch der Spiele.
Auch abseits des Feldes blieb es nicht ruhig. Von der Zuschauertribüne wurden Handgreiflichkeiten gemeldet, Ordner mussten mehrfach eingreifen, um die Lage zu beruhigen. Trotz dieser Maßnahmen blieb die Situation angespannt.
Gegen 18.20 Uhr wurde die Polizei zur Sporthalle der Gesamtschule in Fröndenberg gerufen. Auslöser war zunächst die Meldung über eine größere Schlägerei mit vielen Beteiligten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war die Lage zwar nicht mehr akut eskaliert, die Stimmung galt jedoch weiterhin als aggressiv. Gemeinsam mit Ordnern sorgte die Polizei für Beruhigung in der Halle.
Nach polizeilichem Kenntnisstand nahmen an dem Turnier acht Mannschaften teil, rund 450 Zuschauer verfolgten die Spiele.
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Der endgültige Abbruch erfolgte während des zweiten Halbfinales. Laut Berichten aus dem Turnierumfeld soll ein Spieler mehrfach auf einen bereits am Boden liegenden Gegenspieler eingetreten haben. Diese Darstellung findet sich so nicht wörtlich in der Polizeimeldung, wird jedoch von mehreren Medien übereinstimmend geschildert und gilt als Auslöser für die Entscheidung, das Turnier zu beenden.
Eine Siegerehrung fand nach dem Abbruch nicht mehr statt.
Die Polizei bestätigte zwei konkrete Verletzungsfälle. Eine 41-jährige Zuschauerin wurde von einer geworfenen Wasserflasche am Fuß getroffen und musste mit einem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem erlitt ein 27-jähriger Zuschauer eine leichte Gesichtsverletzung, nachdem er von einem Spieler geschlagen worden war.
Bislang wurden zwei Strafanzeigen aufgenommen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung. Die Ermittlungen dauern an.