
Münster. Seine Zeit bei Preußen Münster endete mit einer Entlassung, jetzt kehrt Alexander Ende als Gegner an die Hammer Straße zurück. Am Mittwochabend (19 Uhr) gastiert der frühere Preußen-Trainer mit Fortuna Düsseldorf im ausverkauften LVM-Preußenstadion. Während die Fortuna nach einem durchwachsenen Saisonstart unter Zugzwang steht, wollen die Münsteraner ihre bislang ungeschlagene Heimbilanz verteidigen. Für zusätzliche Brisanz sorgt die enge Tabellenkonstellation: Nur ein Punkt trennt die beiden Zweitliga-Absteiger vor dem direkten Duell.
Die Ausgangslage am heutigen Mittwoch verspricht eine umkämpfte Begegnung: Nach acht Saisonspielen belegen die Preußen mit zwölf Punkten den achten Tabellenplatz, während Düsseldorf mit elf Zählern auf Rang zehn folgt. Beide Vereine mussten im Sommer den Abstieg aus der 2. Bundesliga hinnehmen und suchen nun in der 3. Liga nach sportlicher Konstanz.
Die bisherigen Saisonleistungen zeigen allerdings unterschiedliche Stärken und Schwächen. Münster hat bereits 15 Treffer erzielt, musste aber auch 16 Gegentore hinnehmen. Bei der Fortuna sieht die Bilanz deutlich defensiver aus: Acht eigene Treffer stehen neun Gegentoren gegenüber. Während Preußen regelmäßig für offensive Unterhaltung sorgt, präsentiert sich Düsseldorf in der Defensive stabiler, hat allerdings Schwierigkeiten bei der Chancenverwertung.
Die besondere Geschichte dieser Begegnung schreibt Alexander Ende. Erst im Mai 2025 hatte der frühere Trainer des SC Verl das Amt bei Preußen Münster übernommen. Seine Zeit an der Hammer Straße endete jedoch bereits im März 2026. Nach einer deutlichen 0:6-Niederlage gegen Dynamo Dresden trennten sich die Preußen von ihrem Cheftrainer. Wenige Wochen später übernahm Ende Fortuna Düsseldorf, konnte den Abstieg aus der 2. Bundesliga allerdings nicht mehr verhindern.
Nun kommt es zum ersten Wiedersehen in Münster. Für zusätzliche Brisanz sorgen drei ehemalige Preußen-Spieler im Düsseldorfer Kader. Jorrit Hendrix, der einst die Kapitänsbinde in Münster trug, führt mittlerweile auch die Fortuna als Kapitän aufs Feld. Mit Yassine Bouchama und Marcel Benger gehören zwei weitere frühere Adlerträger zur Düsseldorfer Mannschaft.
Sportlich haben beide Mannschaften zuletzt Punkte liegen lassen. Preußen Münster erlebte am vergangenen Freitag gegen Rot-Weiss Essen ein turbulentes 3:3. Nach einer 2:0-Halbzeitführung verloren die Gastgeber zwischenzeitlich völlig den Zugriff auf die Partie und gerieten mit 2:3 in Rückstand. Erst Joshua Mees rettete den Münsteranern mit seinem Ausgleichstreffer einen Punkt. Schon zuvor hatte die Mannschaft gegen den 1. FC Saarbrücken beim 3:3 drei Gegentreffer kassiert. Die Offensive funktioniert, doch defensive Fehler verhindern bislang eine bessere Punkteausbeute.
Immerhin können sich die Adlerträger auf ihre Heimstärke verlassen. In vier Drittligaspielen im eigenen Stadion blieb Preußen bislang ungeschlagen. Nach einem 1:1 gegen Ingolstadt und dem 2:1-Erfolg gegen Havelse folgten allerdings zwei Unentschieden gegen Saarbrücken und Essen. Gegen Düsseldorf soll nun endlich wieder ein Heimsieg gelingen.
Die Fortuna reist ebenfalls mit der Enttäuschung eines verspielten Vorsprungs an. Gegen den SC Verl führte Düsseldorf zweimal, musste sich letztlich jedoch mit einem 2:2 begnügen. Trainer Alexander Ende kritisierte anschließend insbesondere die zu passive Spielweise seiner Mannschaft nach eigenen Führungstreffern. Hinzu kommt die geringe Torausbeute von bislang acht Treffern. Auswärts konnte Düsseldorf in dieser Saison zudem erst einmal gewinnen.
Preußen-Trainer Thomas Wörle erwartet mit Fortuna Düsseldorf einen anspruchsvollen Gegner. Trotz des durchwachsenen Saisonstarts bezeichnet er die Mannschaft seines Vorgängers als „Schwergewicht der Liga“ und sieht die Fortuna weiterhin als Aufstiegskandidaten. Besonders die spielerische Qualität der Düsseldorfer hat es ihm angetan. Die eigene Mannschaft sieht Wörle dagegen in der Rolle des Herausforderers, setzt aber auf den Heimvorteil: „Hier, wo wir gemeinsam mit den Fans eine besondere Kraft und besondere Momente kreieren können“, betonte der Preußen-Coach vor der Partie.
Alexander Ende wiederum hat großen Respekt vor der Spielweise seines ehemaligen Vereins. „Ihr Spiel ist auch extrem auf Standardsituationen ausgelegt. Da sind auch Einwürfe ein Thema“, erklärte der Fortuna-Trainer auf der Pressekonferenz am Dienstag. Er erwartet eine körperbetonte Begegnung und weiß um die offensive Gefährlichkeit der Münsteraner. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Verl fordert Ende von seiner Mannschaft zudem mehr Aktivität und Dominanz über die gesamte Spielzeit. Trotz der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse sei die Stimmung innerhalb des Teams zuversichtlich.
Personell müssen die Düsseldorfer auf gleich fünf Spieler verzichten. Felix Meiser, Milan Czako, Dominique Heintz, Lukas Eixler und Kaden Amaniampong fallen verletzt aus. Bei Eric Hottmann, der zuletzt wegen einer Erkältung fehlte, war ein Einsatz zunächst noch offen. Auf Münsteraner Seite gibt es laut Wörle keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Essen-Spiel. Besonders erfreulich aus Preußen-Sicht ist die Rückkehr von Joshua Mees, der beim 3:3 gegen Rot-Weiss Essen unmittelbar nach seiner Verletzungspause mit einem Treffer auf sich aufmerksam machte.
Rund 13.945 Zuschauer werden im ausverkauften LVM-Preußenstadion erwartet. Die Stadiontore öffnen bereits um 17 Uhr. Wer keine Eintrittskarte besitzt, kann die Partie ab 19 Uhr live bei MagentaSport verfolgen. Auch OneFootball bietet einen kostenpflichtigen Livestream an. Eine kostenlose Übertragung mit Livebildern im frei empfangbaren Fernsehen ist nicht vorgesehen. Der WDR stellt zudem einen Audiostream bereit, der ab 18.40 Uhr verfügbar sein soll.
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