50 Ertrunkene in NRW: Zahl steigt binnen eines Jahres stark

50 Ertrunkene in NRW: Zahl steigt binnen eines Jahres stark
Foto: DLRG

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Die Zahl der Badetoten in NRW 2026 ist deutlich gestiegen. Von Januar bis Ende Juli kamen in Nordrhein-Westfalen mindestens 50 Menschen im Wasser ums Leben, wie aus der aktuellen Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft hervorgeht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 35 Todesfälle. Das entspricht einer Zunahme um rund 43 Prozent. Nur Bayern verzeichnete mit 54 Ertrunkenen eine noch höhere Zahl. Auch Kanäle gehören zu den Gewässern, in denen sich in NRW mehrere tödliche Unglücke ereigneten.

Ertrinkungsfälle in NRW steigen um rund 43 Prozent

Unter den 50 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen waren 42 Männer. Besonders auffällig ist nach Angaben der DLRG die Entwicklung bei jungen Menschen. Zwölf Ertrunkene waren zwischen 11 und 20 Jahre alt. Damit bildete diese Altersgruppe die größte Gruppe unter den bekannten Altersangaben. Drei weitere Opfer waren höchstens zehn Jahre alt. Besonders viele tödliche Unglücke ereigneten sich im Juni. In diesem Monat starben in NRW 22 Menschen im Wasser. Im Juni 2025 waren es zwölf gewesen. Die Badetoten in NRW 2026 konzentrieren sich damit bislang besonders stark auf den Beginn des Sommers.

Todesfälle in Kanälen NRW sind auch für Münster relevant

Die meisten Menschen ertranken in Nordrhein-Westfalen in Flüssen. Dort registrierte die DLRG 19 Todesfälle. In Seen kamen 16 Menschen ums Leben, in Kanälen waren es neun. Weitere tödliche Unglücke ereigneten sich unter anderem in Schwimmbädern, einem Bach und einem Teich. Für Münster ist die Zahl der Todesfälle in Kanälen NRW besonders relevant, weil der Dortmund-Ems-Kanal durch das Stadtgebiet führt und in den Sommermonaten viele Menschen anzieht. Die DLRG-Statistik enthält allerdings keine gesonderte Auswertung für Münster oder das Münsterland. Aus den neun Fällen lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viele davon in der Region passiert sind.

Bundesweit bereits 261 Menschen ertrunken

Auch deutschlandweit fällt die DLRG-Zwischenbilanz schlechter aus als im Vorjahr. In den ersten sieben Monaten wurden mindestens 261 Ertrinkungstote gezählt. Das waren 15 mehr als zwischen Januar und Juli 2025. Allein seit Beginn der Badesaison im Mai starben 189 Menschen. Eine höhere Zahl hatte es in diesen drei Monaten zuletzt 2019 gegeben. Besonders auffällig war der Juni mit mehr als 100 Todesfällen. Einen vergleichbaren Wert hatte die DLRG zuletzt im Hitzesommer 2003 registriert. Im Juli kamen mindestens 59 Menschen ums Leben, sechs mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Unglücke meist in frei zugänglichen Gewässern

Rund 90 Prozent der tödlichen Unglücke ereigneten sich bundesweit in frei zugänglichen Binnengewässern, an denen häufig keine Rettungskräfte eingesetzt sind. Seen und Teiche waren mit 118 Todesfällen am stärksten betroffen. In Flüssen und Bächen ertranken 90 Menschen, in Kanälen 17. Die DLRG nennt unter anderem Selbstüberschätzung, riskantes Verhalten sowie Alkohol- und Drogenkonsum als mögliche Ursachen, besonders bei Jugendlichen und jungen Männern. Bei älteren Menschen können gesundheitliche Probleme während des Schwimmens hinzukommen. Die Organisation fordert deshalb bessere Schwimmausbildung und mehr Aufklärung über die Gefahren in natürlichen Gewässern.

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