
Zum Internationalen Tag des Bieres am Freitag, 7. August 2026, zeigen neue Zahlen, wie stark Deutschlands Brauereilandschaft unter Druck steht. Das Brauereisterben Deutschland hat sich zuletzt noch einmal beschleunigt. 2025 gab es bundesweit nur noch 1.415 Brauereien. Das waren 53 weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Höchststand von 2019 sind sogar 137 Betriebe verschwunden. Parallel dazu trinken die Deutschen immer weniger klassisches Bier. Der Absatz fiel 2025 erstmals unter acht Milliarden Liter, während alkoholfreie Sorten weiter zulegen.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland noch 1.415 Brauereien gezählt. Gegenüber 2024 ging ihre Zahl damit um 53 zurück. Das entspricht einem Minus von 3,6 Prozent innerhalb nur eines Jahres.
Noch deutlicher wird der langfristige Rückgang. 2019 gab es bundesweit 1.552 Brauereien und damit den höchsten Stand der vergangenen Jahre. Seitdem sind 137 Betriebe weggefallen. Das entspricht einem Rückgang um rund 8,8 Prozent. Die aktuellen Zahlen zeigen damit, dass das Brauereisterben Deutschland kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern sich über mehrere Jahre verfestigt hat.
Trotz des Rückgangs bleibt Bayern das mit Abstand größte Brauereiland Deutschlands. Dort wurden 2025 noch 588 Betriebe gezählt. Auf Platz zwei folgt Baden-Württemberg mit 190 Brauereien, Nordrhein-Westfalen kommt mit 131 Betrieben auf Rang drei.
Allerdings ist auch in den großen Brauereiländern ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Bayern hatte 2019 noch 648 Brauereien und verlor seitdem 60 Betriebe. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl im selben Zeitraum von 162 auf 131. Damit zeigt sich der bundesweite Strukturwandel besonders deutlich auch in Regionen mit einer traditionell starken Bierkultur.
Die deutsche Brauereilandschaft besteht weiterhin zu einem großen Teil aus kleinen Betrieben. Von den 1.415 Brauereien im Jahr 2025 produzierten 821 höchstens 100.000 Liter Bier jährlich. Damit entfällt mehr als die Hälfte aller Braustätten auf die kleinste Produktionsklasse.
Große Produzenten sind dagegen selten. Nur acht Brauereien erreichten eine Jahresproduktion von mindestens 200 Millionen Litern. Gerade für kleinere und regionale Betriebe können steigende Kosten, schwache Nachfrage und der hohe Wettbewerbsdruck deshalb besonders schwer wiegen. Das Brauereisterben Deutschland betrifft damit nicht nur große Marken, sondern vor allem die regionale Vielfalt.
Parallel zur sinkenden Zahl der Brauereien bricht auch der Bierabsatz Deutschland weiter ein. Deutsche Brauereien und Bierlager verkauften 2025 rund 7,8 Milliarden Liter. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr.
Damit fiel der Jahresabsatz erstmals seit Beginn der Destatis-Zeitreihe im Jahr 1993 unter die Marke von acht Milliarden Litern. Gegenüber 2019 beträgt das Minus bereits 15,7 Prozent. Im Vergleich zu 2015 wurden sogar rund 1,8 Milliarden Liter weniger verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 18,9 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Der Abwärtstrend setzt sich auch im laufenden Jahr fort. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 3,8 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Das waren 2,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders deutlich sank der Absatz auf dem deutschen Markt. Im Inland wurden rund 3,1 Milliarden Liter verkauft, 3,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Immerhin brachte der Juni einen Lichtblick: Der Bierabsatz lag 5,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Von einer nachhaltigen Trendwende spricht die Branche bislang jedoch nicht.
Der Deutsche Brauer-Bund beschreibt die Entwicklung als tiefgreifenden Konsolidierungsprozess. Nach Einschätzung des Verbandes gibt derzeit rechnerisch mindestens eine Brauerei pro Woche auf. Besonders betroffen seien häufig traditionsreiche und familiengeführte Unternehmen.
Als Gründe nennt die Branche unter anderem hohe Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten sowie eine schwache Konsumstimmung. Hinzu kommen wirtschaftliche Probleme in der Gastronomie und ein verändertes Freizeit- und Ausgehverhalten. Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle. Vor allem jüngere Menschen greifen nach Einschätzung der Branche deutlich seltener zu alkoholischen Getränken als frühere Generationen.
Einen deutlichen Gegenpol zum schrumpfenden klassischen Biermarkt bildet alkoholfreies Bier. 2025 wurden in Deutschland gut 616 Millionen Liter davon produziert. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 6,5 Prozent.
Der Trend zeigt, wie stark sich die Nachfrage verändert. Während alkoholhaltiges Bier seit Jahren Absatz verliert, greifen Verbraucher zunehmend zu alkoholfreien Varianten. Der Brauer-Bund geht inzwischen von einem Marktanteil von mehr als zehn Prozent aus. Die Angaben sind allerdings nicht direkt mit der klassischen Bierabsatzstatistik von Destatis vergleichbar, da alkoholfreies Bier dort nicht vollständig erfasst wird.
Der Tag des Bieres 2026 zeigt damit zwei gegensätzliche Entwicklungen. Deutschland verfügt weiterhin über mehr als 1.400 Brauereien und eine große regionale Vielfalt. Gleichzeitig verschwinden seit Jahren Betriebe, während der Absatz klassischen Bieres immer neue Tiefstände erreicht.
Seit 2019 sind bundesweit 137 Brauereien verloren gegangen, allein im vergangenen Jahr waren es 53. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten deutlich. Alkoholfreie Sorten gewinnen an Bedeutung, während der traditionelle Biermarkt schrumpft. Das Brauereisterben Deutschland dürfte damit auch über 2026 hinaus eines der zentralen Themen der Branche bleiben.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Deutscher Brauer-Bund.












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