
Matcha und andere Grüntees dominieren seit Jahren Social Media und Cafékarten. Eine andere Teesorte steht dagegen meist weniger im Rampenlicht, obwohl sie in der Teewelt als besonders hochwertig gilt. Weißer Tee könnte jedoch gerade dabei sein, stärker ins Bewusstsein vieler Teetrinker zu rücken.
Nach Angaben des Deutschen Tee & Kräutertee Verbandes entdecken immer mehr Menschen diese besonders sanft verarbeitete Teesorte. Während sie lange Zeit eher als Nischenprodukt galt, wächst das Interesse vor allem bei Konsumenten, die mildere Aromen und traditionelle Zubereitung schätzen. Der Verband sieht darin einen Teil eines breiteren Trends hin zu bewusstem Genuss und zu Getränken mit natürlicher Verarbeitung.
Weißer Tee stammt wie viele andere klassische Tees aus der Pflanze Camellia sinensis. Entscheidend ist jedoch die Art der Verarbeitung, die deutlich schonender ausfällt als bei den meisten anderen Sorten.
Nach Angaben des Deutschen Tee & Kräutertee Verbandes werden für weißen Tee überwiegend junge Knospen und sehr junge Blätter verwendet. Nach der Ernte erfolgt lediglich ein Welkprozess in belüfteter Umgebung, der meist zwischen einem und drei Tagen dauert. Anschließend werden die Blätter schonend getrocknet, entweder an der Sonne oder bei niedrigen Temperaturen.
Gerade weil auf aufwendige Verarbeitungsschritte weitgehend verzichtet wird, bleiben viele natürliche Eigenschaften der Pflanze erhalten. Typisch sind deshalb ein sehr mildes Aroma, leichte Süße sowie blumige oder frische Noten. Auch optisch unterscheidet sich weißer Tee von anderen Sorten, da die jungen Knospen häufig noch von einem silbrigen Flaum überzogen sind.
Während Schwarztee vollständig oxidiert wird und Grüntee praktisch gar nicht fermentiert, liegt weißer Tee laut Branchenangaben nur in einem sehr geringen Bereich der Fermentation. Dieser liegt meist zwischen fünf und zehn Prozent. Dadurch bleibt der Geschmack vergleichsweise weich und weniger herb als bei anderen Tees.
Der Verband beobachtet, dass weißer Tee zunehmend Aufmerksamkeit bekommt, obwohl er lange eher eine Spezialität für Kenner war. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich viele Verbraucher stärker mit Herkunft, Verarbeitung und Inhaltsstoffen von Lebensmitteln beschäftigen.
Weißer Tee gilt dabei als besonders naturbelassen. Durch die sanfte Verarbeitung bleiben laut Branchenangaben vergleichsweise viele Antioxidantien erhalten, darunter Catechine und Polyphenole. Gleichzeitig enthält weißer Tee in der Regel weniger Gerbstoffe als viele andere Teesorten.
Auch der Koffeingehalt fällt oft niedriger aus als bei klassischem Grüntee oder Schwarztee. Für viele Teetrinker macht gerade diese Kombination den Reiz aus, weil sie einen milden Geschmack mit einem eher sanften anregenden Effekt verbindet.
Hinzu kommt, dass sich Getränketrends häufig wellenartig entwickeln. Nachdem Matcha in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen hat, richtet sich der Blick vieler Konsumenten nun auf weniger bekannte Teesorten. Weißer Tee passt in dieses Muster, weil er traditionell ist und gleichzeitig als besonders feine Spezialität gilt.
Für Menschen, die weißen Tee zum ersten Mal probieren, empfehlen Teehändler meist Sorten mit besonders ausgewogenem Geschmack. Eine bekannte Variante ist etwa Pai Mu Tan, auch als „White Peony“ bekannt. Diese Sorte stammt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Fujian und wird häufig als Einstieg in die Welt des weißen Tees empfohlen.
Daneben gibt es kräftigere Varianten wie Shou Mei oder besonders hochwertige Spezialitäten wie sogenannte Silver Needles. Letztere bestehen fast ausschließlich aus jungen Knospen und gelten deshalb als besonders edel.
Entscheidend für den Geschmack ist auch die Zubereitung. Weißer Tee wird in der Regel mit Wasser aufgegossen, das deutlich kühler ist als bei Schwarztee. Temperaturen zwischen etwa 70 und 80 Grad gelten als üblich. Dadurch sollen die feinen Aromen besser erhalten bleiben.
Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband weist darauf hin, dass die Auswahl im Fachhandel inzwischen deutlich größer geworden ist. Wer sich intensiver mit Tee beschäftigt, findet dort zunehmend auch hochwertige weiße Tees aus unterschiedlichen Regionen.
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