
Die jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes blicken auf das Jahr 2025 zurück, treffen aber auf eine hochaktuelle Lage am Ölmarkt. Nach Angaben von Destatis stammten 6,1 Prozent des im vergangenen Jahr nach Deutschland eingeführten Rohöls aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig ist der Brent-Rohölpreis am Montag, 9. März 2026, im Zuge der Eskalation im Nahen Osten und neuer Sorgen um die weltweite Versorgung zeitweise bis auf 119,50 US-Dollar je Barrel gestiegen. Gerade diese Kombination macht die Meldung relevant: Deutschlands direkte Abhängigkeit von Rohöl aus der Region war 2025 vergleichsweise begrenzt, gegen starke Ausschläge am Weltmarkt schützt das aber nicht.
Nach den neuen Destatis-Daten importierte Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 75,7 Millionen Tonnen Rohöl. Davon kamen 4,6 Millionen Tonnen aus Staaten des Nahen Ostens, also aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Israel. Wichtigster Lieferant war Norwegen mit 16,6 Prozent der gesamten deutschen Rohölimporte. Dahinter folgten die Vereinigten Staaten mit 16,4 Prozent und Libyen mit 13,8 Prozent. Innerhalb des Nahen Ostens war der Irak mit 4,2 Prozent der wichtigste Rohöl-Lieferant für Deutschland, während die Vereinigten Arabischen Emirate auf 1,1 Prozent und Saudi-Arabien auf 0,8 Prozent kamen. Destatis verweist zudem darauf, dass sich diese Angaben ausdrücklich auf Rohöl beziehen und nicht auf sämtliche Mineralölprodukte.
Für die Einordnung ist das wichtig, weil die Mitteilung keinen aktuellen Preisbericht darstellt, sondern die Herkunft des importierten Rohöls im Jahr 2025 beschreibt. Die Zahlen zeigen also vor allem, wie die deutsche Rohölversorgung im vergangenen Jahr aufgestellt war. Im europäischen Vergleich fällt auf, dass Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt lag. Laut Destatis und Eurostat bezogen die 27 EU-Staaten 2025 insgesamt 13,0 Prozent ihrer Rohölimporte aus dem Nahen Osten. Deutschland war damit bei den direkten Rohöl-Lieferungen aus der Region weniger stark gebunden als viele andere Länder in der Europäischen Union.
Die aktuelle Marktreaktion erklärt sich nicht allein aus den deutschen Lieferbeziehungen. Rohöl wird international gehandelt, und der Brent-Preis ist ein globaler Referenzwert. Wenn an den Märkten die Sorge wächst, dass Fördermengen ausfallen oder wichtige Transportwege beeinträchtigt werden könnten, steigen die Preise auch dann, wenn ein einzelnes Land nur einen kleineren Teil seines Rohöls direkt aus der Krisenregion bezieht. Reuters berichtete am 9. März 2026, dass Brent-Rohöl zeitweise auf 119,50 US-Dollar je Barrel stieg und damit den höchsten Stand seit 2022 erreichte. Hintergrund sind neue Versorgungsängste infolge der Eskalation im Nahen Osten.
Genau darin liegt der eigentliche Nachrichtenwert der Destatis-Mitteilung. Die Zahlen für 2025 sprechen gegen die Vorstellung, Deutschland sei beim Rohöl unmittelbar stark vom Nahen Osten abhängig gewesen. Sie bedeuten aber nicht, dass sich ein Preisschock am Weltmarkt hierzulande kaum auswirkt. Wenn der Brent-Preis deutlich steigt, verteuert sich Rohöl weltweit, unabhängig davon, ob es aus Norwegen, den USA, Libyen oder dem Irak kommt. Die Destatis-Daten liefern damit den Hintergrund, während die aktuelle Entwicklung am Markt zeigt, warum die Lage trotzdem wirtschaftlich relevant bleibt.
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