Roche meldet Wachstum und investiert hunderte Millionen in deutsche Standorte

Daniela Kahlert, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Dr. Claudia Fleischer, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics GmbH und Dr. Daniel Steiners, Vorstand der Roche Pharma AG, präsentieren gemeinsam die Jahresergebnisse 2025 für Roche in Deutschland.
(v.l.n.r.): Daniela Kahlert, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Dr. Claudia Fleischer, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics GmbH und Dr. Daniel Steiners, Vorstand der Roche Pharma AG, präsentieren gemeinsam die Jahresergebnisse 2025 für Roche in Deutschland. Bildrechte:RocheFotograf:Tanja und Patrick Hammel GbR

Teilen:

Die Pharmaindustrie in Deutschland sendet ein ungewöhnliches Signal. Während viele Branchen zuletzt mit schwacher Konjunktur zu kämpfen hatten, meldet der Konzern Roche steigende Umsätze und hohe Investitionen in seine deutschen Standorte.

Wie das Unternehmen mitteilt, erhöhte sich der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 auf rund 8,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig investierte Roche mehr als 700 Millionen Euro in seine deutschen Standorte. Dazu gehören unter anderem Mannheim, Penzberg, Grenzach Wyhlen und Ludwigsburg. Damit positioniert sich das Unternehmen bewusst als Teil der industriellen Gesundheitswirtschaft in Deutschland, die weiterhin als wichtiger Innovations und Beschäftigungsmotor gilt.

Umsatzwachstum bei Pharma und stabile Entwicklung in der Diagnostik

Ein wesentlicher Teil des Wachstums kam laut Unternehmensangaben aus der Pharmasparte. In diesem Bereich stieg der Umsatz auf rund 2,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 6,3 Prozent. Hintergrund ist eine steigende Nachfrage nach innovativen Therapien, die unter anderem bei schweren chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Zu den Produkten, die laut Roche besonders gefragt waren, zählen mehrere moderne Arzneimittel aus verschiedenen Therapiebereichen. Gleichzeitig zeigt sich nach Angaben des Unternehmens, dass der medizinische Fortschritt und eine älter werdende Gesellschaft den Bedarf an neuen Behandlungsformen weiter erhöhen.

Auch die Diagnostiksparte blieb ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts. Hier lag der Umsatz mit etwa 909 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Einzelne Produktbereiche entwickelten sich allerdings rückläufig. So verzeichnete das Geschäft mit klassischen Blutzuckerteststreifen einen erwarteten Rückgang. Grund dafür ist ein technologischer Wandel hin zu kontinuierlichen Messsystemen.

Ähnlich entwickelte sich das Segment für das Gerinnungsselbstmanagement. Dort verändern sich die Therapien, wodurch bestimmte Testverfahren seltener eingesetzt werden. Nach Angaben des Unternehmens konnten diese Rückgänge jedoch weitgehend durch Wachstum im übrigen Diagnostikgeschäft ausgeglichen werden.

Eine weitere Kennzahl zeigt die Rolle Deutschlands im internationalen Konzernverbund. Lieferungen aus den deutschen Standorten an andere Roche Einheiten weltweit stiegen auf rund 5,8 Milliarden Euro. Damit bleibt Deutschland ein wichtiger Produktions und Technologiestandort innerhalb des globalen Netzwerks.

Das lesen andere gerade

Mehr Arbeitsplätze und großes Investitionsprogramm an mehreren Standorten

Parallel zum Umsatzwachstum baut Roche seine Aktivitäten in Deutschland weiter aus. Zum Jahresende 2025 beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 18.594 Mitarbeitende. Das sind 338 mehr als im Jahr zuvor. Darunter befinden sich auch mehrere hundert Auszubildende.

Nach Berechnungen eines Wirtschaftsinstituts hängen in Deutschland insgesamt rund 56.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dem Unternehmen zusammen. Jeder Arbeitsplatz bei Roche löse statistisch mehr als zwei weitere Beschäftigungsverhältnisse in anderen Bereichen aus.

Ein zentraler Punkt der aktuellen Unternehmensstrategie sind umfangreiche Investitionen. Im Jahr 2025 flossen nach Angaben des Konzerns rund 719 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung deutscher Standorte. Damit erreichte das Investitionsvolumen einen historischen Höchststand.

Ein besonders sichtbares Beispiel ist ein neues Diagnostik Innovationszentrum in Penzberg, das im Februar 2026 eröffnet wurde. Für dieses Projekt investierte das Unternehmen rund 300 Millionen Euro. Ziel der Anlage ist es, Entwicklungsprozesse für diagnostische Tests deutlich zu beschleunigen. Moderne Robotik und automatisierte Abläufe sollen die Entwicklungszeit wichtiger Schritte um etwa 30 Prozent verkürzen.

Nach Angaben des Unternehmens spielt frühe Diagnostik eine entscheidende Rolle für erfolgreiche Therapien, etwa bei Krebs oder neurodegenerativen Erkrankungen. Gleichzeitig wird die industrielle Gesundheitswirtschaft von vielen Experten als strategisch wichtige Branche angesehen. Sie gilt als zentral für medizinische Versorgung, technologische Entwicklung und wirtschaftliche Stabilität.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu