
Die ARD widmet dem Eurovision Song Contest zum 70. Jubiläum eine eigene Dokumentation. Wie aus einer Mitteilung des Senders hervorgeht, läuft „70 Jahre ESC – More than Music“ am 11. Mai 2026 um 20.15 Uhr im Ersten. Bereits ab dem 8. Mai soll der 90-minütige Film in der ARD Mediathek abrufbar sein. Die Produktion blickt auf sieben Jahrzehnte ESC-Geschichte zurück und will zeigen, warum der Wettbewerb heute weit mehr ist als eine internationale Musikshow. Im Mittelpunkt stehen deshalb nicht nur Auftritte, Sieger und Niederlagen, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen, politische Kontroversen und die Frage, weshalb der ESC für viele Menschen in Europa bis heute eine besondere Bedeutung hat.
Nach Angaben der ARD setzt die Dokumentation bei den Anfängen des Wettbewerbs im Jahr 1956 an. Damals begann der „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ als vergleichsweise kleines Fernsehformat. Heute ist daraus ein global beachtetes Musikevent geworden, das laut Sender rund 160 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht. Die Jubiläumsproduktion zeichnet diesen Wandel nach und verbindet Fernsehgeschichte mit einem breiteren Blick auf europäische Popkultur.
Dabei soll der Film deutlich machen, wie stark sich der Wettbewerb im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Aus klassischen Chansons und Balladen entwickelte sich ein Format, das später auch Pop, Rock, elektronische Musik und bewusst ungewöhnliche Inszenierungen aufnahm. Nach ARD-Angaben gehören deshalb nicht nur bekannte Songs und spektakuläre Bühnenbilder zum Thema, sondern auch die kulturelle Wirkung des ESC auf Mode, Medien und öffentliche Debatten. Die Dokumentation versteht den Wettbewerb damit als Seismograf gesellschaftlicher Veränderungen. Gerade darin liegt der eigentliche Ansatz der Produktion: Der ESC wird nicht nur als Unterhaltung erzählt, sondern als europäisches Ereignis, an dem sich Veränderungen in Geschmack, Öffentlichkeit und Selbstverständnis über Jahrzehnte hinweg ablesen lassen.
Die ARD stützt den Film nicht nur auf Archivmaterial, sondern auch auf zahlreiche prominente Gesprächspartner. Nach Angaben des Senders kommen unter anderem Hape Kerkeling, Nana Mouskouri, Nicole, Guildo Horn, Jamala, Johnny Logan, Mr. Lordi, Tom Neuwirth alias Conchita Wurst, Peter Urban, Olli Schulz, Jean Paul Gaultier und Ralph Siegel zu Wort. Hinzu kommen weitere Künstlerinnen, Künstler und Beteiligte, die den Wettbewerb geprägt haben oder über Jahre aus nächster Nähe begleitet haben.
Aus dem Pressedossier wird deutlich, dass die Dokumentation stark auf persönliche Erinnerungen setzt. Hape Kerkeling beschreibt den ESC laut ARD als ein Format, das gerade deshalb populär geblieben sei, weil es mit der Zeit gegangen sei. Aus einem eher eleganten Fernsehereignis sei ein europäisches Großevent geworden. Im Pressematerial wird er außerdem mit der Einschätzung wiedergegeben, dass der ESC auch für demokratische und verbindende Werte in Europa stehe. Tom Neuwirth blickt nach Angaben der ARD auf seinen Sieg als Conchita Wurst im Jahr 2014 zurück und schildert diesen Moment als überraschend, weil er selbst nicht sicher gewesen sei, ob Europa damals bereit für eine solche Figur auf dieser Bühne sei. Solche Rückblicke verleihen der Dokumentation zusätzliche Tiefe, weil sie große ESC-Momente nicht nur historisch einordnen, sondern auch emotional und gesellschaftlich greifbar machen.
Für das deutsche Publikum dürfte besonders interessant sein, dass die Produktion mehrere prägende Kapitel der heimischen ESC-Geschichte hervorhebt. Nach Angaben der ARD gehört dazu vor allem Nicoles Sieg mit „Ein bisschen Frieden“ im Jahr 1982. Dieser Erfolg gilt bis heute als ein Schlüsselmoment, weil Deutschland damals zum ersten Mal den Wettbewerb gewann. Das Pressedossier verweist außerdem auf die Rolle des Komponisten Ralph Siegel, der hinter zahlreichen deutschen Beiträgen stand. Nach ARD-Angaben schildert er in der Dokumentation, dass er schon beim Entstehen von „Ein bisschen Frieden“ überzeugt gewesen sei, mit diesem Titel den Wettbewerb gewinnen zu können.
Auch spätere deutsche ESC-Momente greift der Film auf. Guildo Horn steht nach Senderangaben für einen Wendepunkt Ende der 1990er-Jahre, als Deutschland den Wettbewerb selbstironischer und popkulturell bewusster anging. Nicole ordnet diese Phase laut ARD rückblickend so ein, dass der Grand Prix damals bereits verstaubt gewirkt habe und neue Akteure wie Stefan Raab und Guildo Horn wieder Bewegung in das Format gebracht hätten. Daran knüpft die Doku offenbar bewusst an, denn auch Raabs eigener Auftritt im Jahr 2000 sowie Lenas Sieg 2010 mit „Satellite“ werden thematisiert. Sogar der jüngere deutsche ESC-Beitrag bleibt nicht außen vor: Nach Angaben des Pressedossiers kommt auch das Duo Abor & Tynna mit seinem Auftritt von 2025 in Basel vor.
Die eigentliche Pointe der Dokumentation liegt jedoch nicht nur im Rückblick auf bekannte Fernsehbilder. Nach Angaben der ARD versteht sich „70 Jahre ESC – More than Music“ ausdrücklich als Film über die größere gesellschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs. Der ESC wird darin als Bühne für Vielfalt, Sichtbarkeit und europäische Verbundenheit beschrieben. Besonders hervorgehoben wird seine Bedeutung für die LGBTQIA+-Community. Damit knüpft die Produktion an Momente an, in denen der Wettbewerb über die Musik hinaus Debatten ausgelöst hat.
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