
Münster. Ein Abend zwischen Wissenschaft, Kriminalgeschichte und Justizirrtum erwartet das Publikum in der Stadthalle Hiltrup. Am Samstag, 21. Februar, spricht der renommierte Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel über fünf Jahrzehnte Arbeit im Dienst der Forensik. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr.
Der Mediziner, der über viele Jahre das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leitete, zählt zu den bekanntesten Forensikern Deutschlands. In Münster will er nicht nur Einblicke in seine berufliche Laufbahn geben, sondern auch erläutern, wie moderne Rechtsmedizin funktioniert – und warum sie für die Wahrheitsfindung vor Gericht eine zentrale Rolle spielt.
Rechtsmediziner arbeiten an der Schnittstelle zwischen Medizin und Justiz. Sie klären Todesursachen, sichern Spuren und rekonstruieren Tatabläufe. Ihre Gutachten können Ermittlungen entscheidend voranbringen – oder Zweifel an bestehenden Urteilen wecken.
Püschel war im Laufe seiner Karriere an zahlreichen aufsehenerregenden Fällen beteiligt. Öffentlich bekannt wurde unter anderem seine Mitwirkung bei der Untersuchung des Todes des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel im Jahr 1987. Auch im sogenannten „Badewannen-Fall“ um Manfred Genditzki spielte rechtsmedizinische Expertise eine wichtige Rolle, nachdem der Fall neu aufgerollt wurde. Genditzki war nach mehr als 13 Jahren Haft im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden.
Das Gastspiel in Hiltrup steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit einem halben Jahrhundert ist Püschel im Fachgebiet tätig. In dieser Zeit hat sich die Rechtsmedizin stark verändert. Moderne Labortechnik, DNA-Analysen und digitale Rekonstruktionen haben die Arbeit präziser gemacht. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Gutachter gewachsen – nicht zuletzt durch die intensive öffentliche Begleitung spektakulärer Verfahren.
Der Abend in Münster soll laut Ankündigung keine reine Fallchronik sein, sondern auch erklären, wie forensische Medizin heute arbeitet, wo ihre Grenzen liegen und welche Verantwortung Gutachter tragen. Gerade in Zeiten eines anhaltenden True-Crime-Booms bietet das Format damit die Gelegenheit, hinter die Schlagzeilen zu blicken.
Die Veranstaltung findet in der Stadthalle Hiltrup an der Westfalenstraße statt. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf erhältlich.
Mit seinem Besuch bringt einer der profiliertesten deutschen Rechtsmediziner ein Stück Zeitgeschichte nach Münster – und gewährt Einblicke in ein Fachgebiet, das meist im Verborgenen arbeitet, aber oft entscheidend für die Aufklärung schwerer Straftaten ist.
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