
NRW/Münster. In Nordrhein-Westfalen besitzen heute mehr Haushalte ein Auto als noch vor zwanzig Jahren. Das geht aus aktuellen Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen hervor. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, verfügten 2023 rund 80,8 Prozent der Haushalte über mindestens einen Pkw. 2003 lag dieser Anteil noch bei 75,4 Prozent.
Die Daten basieren auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe und zeigen neben der generellen Entwicklung auch Veränderungen beim Kaufverhalten sowie deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. Besonders auffällig ist der langfristige Trend hin zu Gebrauchtwagen und Leasingfahrzeugen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick nach Münster, wo die Mobilitätsstruktur in mehreren Punkten vom Landesdurchschnitt abweicht.
Während neu gekaufte Pkw im Jahr 2003 noch in 35,3 Prozent der Haushalte vertreten waren, lag der Anteil 2023 bei 31,3 Prozent. Parallel dazu stieg der Anteil der Haushalte mit gebraucht gekauften Fahrzeugen von 45,2 auf 53 Prozent. Damit besitzt inzwischen mehr als jeder zweite Haushalt in Nordrhein-Westfalen einen Gebrauchtwagen.
Auch das Leasing hat deutlich an Bedeutung gewonnen. 2003 verfügten lediglich 2,8 Prozent der Haushalte über ein geleastes Fahrzeug. Zwanzig Jahre später lag dieser Anteil bei neun Prozent. Elektromobilität spielt ebenfalls eine wachsende Rolle, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. 6,5 Prozent der Haushalte verfügten 2023 über mindestens einen Elektro-Pkw. Bei neu gekauften Fahrzeugen lag der Anteil elektrischer Modelle bei drei Prozent, beim Leasing bei 3,2 Prozent.
Bei Fahrrädern bleibt das Niveau insgesamt hoch. 77,1 Prozent der Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad. Pedelecs sind dabei zunehmend verbreitet, auch wenn sich über den gesamten Zwanzigjahreszeitraum keine grundlegenden Sprünge wie beim Leasing zeigen.
Ein Blick nach Münster zeigt, dass die Stadt im landesweiten Vergleich eine besondere Rolle einnimmt. Nach Angaben der städtischen Statistik kamen zum 1. Januar 2024 in Münster 473 Pkw auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Landeswert in Nordrhein-Westfalen lag bei 582 Pkw je 1.000 Einwohner. Deutschlandweit waren es 583. Insgesamt waren in Münster 179.066 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 151.904 Pkw.
Auch bei den Antriebsarten zeigt sich ein differenziertes Bild. 58,2 Prozent der Pkw fahren mit Benzin, 30,5 Prozent mit Diesel. Hybridfahrzeuge erreichen einen Anteil von 6,4 Prozent, reine Elektrofahrzeuge 3,9 Prozent. Gasbetriebene Fahrzeuge spielen mit einem Anteil von rund einem Prozent eine untergeordnete Rolle.
Deutlich werden zudem innerstädtische Unterschiede. Anfang 2023 lag die rechnerische Zahl privat genutzter Pkw je Haushalt im Stadtteil Bahnhof bei 0,24. In Sprakel lag der Wert bei 1,18. Während im zentrumsnahen Bereich also vergleichsweise wenige Haushalte über ein eigenes Auto verfügen, ist die Motorisierung in äußeren Stadtteilen deutlich höher.
Ergänzend zeigt die Mobilitätsbefragung 2022, dass 29,8 Prozent der Münsteraner Haushalte kein Auto besitzen. 50,9 Prozent verfügen über ein Fahrzeug, 15,8 Prozent über zwei. Im Durchschnitt ergibt das 0,9 Autos pro Haushalt. Gleichzeitig liegt der Radverkehrsanteil hoch. 47 Prozent aller Wege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt, 74 Prozent insgesamt im sogenannten Umweltverbund aus Rad, öffentlichem Nahverkehr und Fußverkehr. Rund 29 Prozent der Haushalte besitzen ein E-Bike oder Pedelec.
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