
Münster. Die Grünen-Politikerin Josefine Paul aus Münster wird bei der nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht erneut kandidieren. Damit endet für die Grünen in Münster eine lange Phase, in der Paul eine zentrale Rolle in der NRW-Politik spielte. Nach übereinstimmenden Medienberichten kündigte die Politikerin am Freitag, 13. März, an, bei der Landtagswahl 2027 weder auf der Landesliste ihrer Partei anzutreten noch erneut als Direktkandidatin im Wahlkreis Münster zur Verfügung zu stehen.
Paul gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Gesichtern der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Ihre politische Laufbahn im Landtag begann bereits vor mehr als einem Jahrzehnt. Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode will sie ihr Mandat im nordrhein-westfälischen Landtag jedoch weiterhin wahrnehmen. Für die Grünen im Wahlkreis Münster bedeutet die Entscheidung, dass die Partei für die kommende Landtagswahl eine neue Kandidatin oder einen neuen Kandidaten aufstellen muss.
Josefine Paul ist seit dem Jahr 2010 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags. In dieser Zeit wurde sie bei mehreren Landtagswahlen über die Landesliste der Grünen in das Parlament gewählt. Innerhalb der Fraktion übernahm sie auch Führungsverantwortung.
Von Oktober 2020 bis Juni 2022 bildete sie gemeinsam mit Verena Schäffer die Spitze der Grünen-Landtagsfraktion. In dieser Funktion vertrat sie die Fraktion im Parlament und war an zentralen politischen Entscheidungen der Partei in Nordrhein-Westfalen beteiligt.
Nach der Landtagswahl im Jahr 2022 wechselte Paul von der Fraktionsführung in die Landesregierung. Im Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst übernahm sie das Amt der Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration. Damit wurde sie Teil der schwarz-grünen Landesregierung in Düsseldorf.
Paul studierte in Münster und lebte viele Jahre in der Stadt. Auch politisch blieb Münster ein wichtiger Bezugspunkt ihrer Arbeit. Bei Landtagswahlen trat sie regelmäßig mit engem Bezug zur Stadt auf, während sie gleichzeitig landespolitische Themen verantwortete.
In den vergangenen Jahren geriet Paul zeitweise auch politisch unter Druck. Hintergrund war unter anderem die Debatte um den Umgang der Landesregierung mit einem islamistisch motivierten Messerangriff in Solingen im August 2024.
Im Zuge der öffentlichen Diskussion wurde kritisiert, dass die damalige Ministerin zunächst erst mit zeitlicher Verzögerung erreichbar gewesen sei. Später entstand zudem Streit über den Zeitpunkt, zu dem sie über die Tat informiert worden war. Diese Debatte führte über mehrere Monate hinweg zu politischer Kritik an ihrer Amtsführung.
Am 27. Januar 2026 zog Paul schließlich die Konsequenzen und legte ihr Ministeramt nieder. Seitdem gehört sie weiterhin dem Landtag an, ohne Mitglied der Landesregierung zu sein.
Mit ihrer nun angekündigten Entscheidung, bei der nächsten Landtagswahl nicht erneut anzutreten, endet voraussichtlich eine langjährige Phase ihrer aktiven Landespolitik. Ihr Mandat im Landtag will sie nach bisherigen Angaben bis zum regulären Ende der Legislaturperiode weiter ausüben.
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