
Bei Kelheim Fibres ist das Aus nun Realität. Der Spezialfaserhersteller beendet seinen Geschäftsbetrieb zum 31. März 2026. Das Unternehmen hatte diese Entscheidung bereits Ende Januar bekanntgegeben. Am heutigen Monatsende wird sie nun wirksam. Die Geschäftsführung erklärte, eine Fortführung über diesen Zeitpunkt hinaus sei nicht möglich.
Hinter dem Ende steht ein bereits seit Monaten laufender Sanierungsprozess. Kelheim Fibres befand sich in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Nach Unternehmensangaben wurden dort verschiedene realistische Fortführungsoptionen geprüft. Am Ende kamen die erforderlichen Zusagen aber nicht zustande. Das Unternehmen nannte dabei auch die fehlende Zustimmung eines Schlüsselkunden als einen Grund dafür, dass eine wirtschaftlich tragfähige Fortsetzung nicht mehr möglich gewesen sei. Schon im November 2025 hatte Kelheim Fibres mitgeteilt, dass ein im Verfahren verfolgter Transaktionsprozess ohne Ergebnis geblieben war.
Die Schließung trifft einen etablierten Industriestandort. Kelheim Fibres beschreibt sich selbst als führenden Hersteller von Viskose-Spezialfasern. Produziert wurde am Standort in Kelheim seit 1936. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stellt pro Jahr etwa 35.000 Tonnen Fasern her. Eingesetzt werden diese Produkte unter anderem in Hygieneartikeln und Spezialpapieren, etwa bei Tampons, feuchten Tüchern oder Teebeuteln.
Für die aktuelle Berichterstattung ist vor allem wichtig: Es handelt sich nicht um eine heute erst bekannt gewordene Insolvenz. Neu ist jetzt der tatsächliche Vollzug der bereits angekündigten Betriebsschließung zum Monatsende. Damit endet ein Fall, der seit Monaten als Beispiel für den anhaltenden Druck auf energieintensive Industrieunternehmen galt. Auch die bayerische Staatsregierung hatte die Entwicklung im Januar als schweren Schlag für die Region bezeichnet und auf hohe Energiekosten sowie eine schwierige Marktlage verwiesen. Diese Bewertung stammt aus dem politischen Raum, der operative Schließungsschritt wurde jedoch vom Unternehmen selbst angekündigt.
Parallel zur Schließung laufen Bemühungen, zumindest für die Auszubildenden Perspektiven zu sichern. Der Landkreis Kelheim teilte zunächst im Februar mit, dass Landrat Martin Neumeyer Gespräche mit Unternehmen, Politik und Wirtschaft organisiert habe, um Lösungen für die Betroffenen zu finden. Mitte März folgte dann die Mitteilung, dass die Auszubildenden eine Weiterbeschäftigungszusage bis Ende August 2026 erhalten. Für Chemikanten im ersten und zweiten Lehrjahr gibt es demnach das Angebot, ihre Ausbildung ab 1. September 2026 bei BAYERNOIL fortzusetzen. Die Auszubildenden im dritten Lehrjahr sollen ihren Abschluss noch bei Kelheim Fibres machen können.
Der Fall Kelheim Fibres zeigt, wie schwer die Lage für Teile der Industrie weiterhin ist. Zwar geht es hier nicht um einen neuen überraschenden Insolvenzantrag vom heutigen Tag, wohl aber um das endgültige Ende eines Unternehmens, das über Jahrzehnte am Markt etabliert war. Für die Region Kelheim bedeutet das den Verlust eines wichtigen Industriestandorts. Für die bundesweite Wirtschaftslage ist der Fall ein weiteres Signal dafür, wie schwierig Sanierung, Investorenfindung und Fortführung in energieintensiven Branchen derzeit bleiben.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu