
Münster. Fachleute untersuchen derzeit naturnahe Flächen im Süden von Münster. Die Biotopkartierung betrifft vor allem ausgewählte Gebiete rund um Amelsbüren und Hiltrup.
Wie die Stadt Münster mitteilt, dienen die Arbeiten der Aktualisierung des Biotopkatasters Nordrhein-Westfalen. Untersucht werden unter anderem Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete. Die Erfassung soll voraussichtlich bis Mitte November 2026 dauern.
Mit der Biotopkartierung Münster soll der aktuelle Zustand ausgewählter Lebensräume dokumentiert werden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen hat dafür ein Fachbüro beauftragt. Dessen Mitarbeiter begutachten Flächen im Umfeld der beiden südlichen Stadtteile Hiltrup und Amelsbüren.
Bei den Untersuchungen wird festgehalten, welche Lebensräume auf den jeweiligen Flächen vorhanden sind. Anschließend erfolgt eine Bewertung nach Kriterien, die landesweit einheitlich gelten. Dadurch sollen die Informationen zu schutzwürdigen Gebieten auf einen aktuellen Stand gebracht werden.
Betroffen sind nicht sämtliche Grundstücke im Süden der Stadt. Vielmehr konzentrieren sich die Arbeiten auf ausgewählte naturnahe Bereiche. Dazu können Waldflächen, Wiesen und feuchte Lebensräume gehören. Welche Flächen konkret aufgesucht werden, richtet sich nach dem Auftrag des Landesamtes.
Die Fachleute führen die Arbeiten direkt vor Ort durch. Deshalb kann es vorkommen, dass Grundstückseigentümer Mitarbeiter des beauftragten Büros auf ihrem Gelände bemerken. Die Erfassung ist nach Angaben der Stadt ausschließlich mit der Aktualisierung des Biotopkatasters verbunden.
Die Kartierungsarbeiten haben bereits begonnen und sollen bis etwa Mitte November abgeschlossen werden. Allerdings nennt die Mitteilung keinen genauen Termin für einzelne Grundstücke oder Teilbereiche. Fragen zum Ablauf beantwortet der zuständige Fachbereich des Landesamtes per E-Mail unter fachbereich21@lanuk.nrw.de.
Im Rahmen der Biotopkartierung dürfen die beauftragten Fachleute auch ausgewählte private Grundstücke betreten. Grundlage dafür ist Paragraf 73 des Landesnaturschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen. Das Betretungsrecht gilt jedoch nur, wenn der Zugang für die amtlich veranlassten Untersuchungen erforderlich ist.
Die Mitarbeiter des Fachbüros können sich entsprechend ausweisen. Grundstückseigentümer können sich daher zeigen lassen, in wessen Auftrag die Untersuchung erfolgt. Die Fachleute erfassen vor Ort die vorhandenen Lebensräume und die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Fläche.
Das Biotopkataster NRW enthält Informationen über schutzwürdige Biotope im gesamten Bundesland. Dabei handelt es sich um eine fachliche Datensammlung, die besondere Merkmale und die Bedeutung einzelner Lebensräume dokumentiert. Die erfassten Angaben können anschließend bei landschaftlichen Planungen berücksichtigt werden.
Auch für Münster haben die neuen Daten eine konkrete Bedeutung. Sie können nach Angaben der Stadt in die Erarbeitung des Landschaftsplans 4 „Davert und Hohe Ward“ einfließen. Dieser Zusammenhang erklärt, warum gerade Flächen im Süden des Stadtgebiets untersucht werden.
Die Biotopkartierung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede untersuchte Fläche einen neuen Schutzstatus erhält. Die Mitteilung der Stadt kündigt lediglich eine Erfassung und fachliche Bewertung an. Die Ergebnisse liefern damit zunächst eine Datengrundlage für weitere Planungen.
Das Biotopkataster Nordrhein-Westfalen ist öffentlich zugänglich. Bürger können die dort hinterlegten Informationen online einsehen und sich über bereits erfasste schutzwürdige Lebensräume informieren.
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