Dinos kehren nach Münster zurück: Neue Urzeit-Ausstellung im LWL-Museum

Dinos, Fossilien und urzeitliche Riffe: Im LWL-Museum Münster startet die neue Ausstellung über NRWs vergessene Welten.
Foto: LWL Museum Münster

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Münster. Im LWL-Museum für Naturkunde beginnt am Freitag, 10. Juli, eine der größten neuen Ausstellungen des Hauses. Unter dem Titel „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“ zeigt das Museum, wie vielfältig das Leben im heutigen Nordrhein-Westfalen vor vielen Millionen Jahren war. Die Schau ist Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen und läuft in Münster bis zum 5. September 2027.

Fossilien erzählen von NRWs vergessenen Welten

Die Ausstellung führt durch mehrere Erdzeitalter und zeigt, dass Nordrhein-Westfalen einst ganz anders aussah als heute. Zu sehen sind Fossilien, Modelle, Skelette und multimediale Rekonstruktionen aus Devon, Karbon, Jura und Kreide. Damit schlägt das Museum einen Bogen von tropischen Flachmeeren über urzeitliche Riffe bis zu Dinosauriern und ausgestorbenen Pflanzenwelten.

Das Devon-Riff ist ein zentraler Blickfang

Ein besonderes Ausstellungsstück ist ein großes Devon-Riff. Die Rekonstruktion misst rund 4,5 mal 2 mal 3 Meter und besteht aus etwa 1400 Einzelobjekten. Für den Aufbau kamen unter anderem Gips, Farbe, 3D-Druck, Airbrush, Acrylfarben und Pigmente zum Einsatz. Das Modell zeigt eine Welt, in der das heutige Westfalen vor rund 420 bis 359 Millionen Jahren unter einem tropischen Flachmeer lag.

So sah Westfalen vor Millionen Jahren aus

In den Riffen des Devon lebten unter anderem Schwämme, Korallen, Seelilien, Muscheln, Brachiopoden, Schnecken, Kopffüßer und frühe Fische. Auf den ersten Blick erinnern diese Lebensräume an heutige Korallenriffe. Die gezeigten Arten sind jedoch längst ausgestorben. Genau diese Mischung aus Vertrautem und Fremdem macht den Reiz der Ausstellung aus.

Wertvolle Leihgaben aus dem Ruhr Museum

Zu den Leihgaben gehören auch Objekte aus dem Ruhr Museum in Essen. Besonders genannt werden mehrere außergewöhnliche Fossilien: Thursophyton elberfeldense aus Wuppertal-Hahnerberg ist etwa 388 Millionen Jahre alt. Weylandia rhenana aus Lindlar wird auf etwa 390 Millionen Jahre datiert. Homoioptera vorhallensis aus Hagen-Vorhalle ist rund 319 Millionen Jahre alt und gehört zu den bedeutenden Funden aus dem Karbon.

Auch das „Monster von Minden“ ist zu sehen

Ein weiterer Blickfang ist der Wiehenvenator albati, der auch als „Monster von Minden“ bekannt ist. Der Raubsaurier lebte vor rund 163 Millionen Jahren und gilt als einer der größten bekannten Raubsaurier Europas. Mit ihm kehren die Dinosaurier nach dem Umbau der alten Ausstellungsflächen sichtbar ins LWL-Museum zurück.

Landesausstellung verteilt sich auf drei Museen

Die Paläontologische Landesausstellung „überLeben“ ist auf drei Standorte in Nordrhein-Westfalen verteilt. Neben dem LWL-Museum für Naturkunde in Münster beteiligen sich das Ruhr Museum in Essen und das Lippische Landesmuseum in Detmold. Das Land NRW unterstützt die Ausstellung mit 1,5 Millionen Euro. Ziel ist es, die Erdgeschichte Nordrhein-Westfalens für ein breites Publikum erlebbar zu machen.

Programm für Familien und Schulen

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm mit Führungen, Workshops, Ferienangeboten, Vorträgen, Audioguides und öffentlichen Sonntagsführungen. Auch an Barrierefreiheit wurde gedacht: Vorgesehen sind unter anderem Tastobjekte, Braille-Texte und Untertitel. Damit richtet sich die Schau nicht nur an Fachinteressierte, sondern ausdrücklich auch an Familien, Schulklassen und jüngere Besucher.

Öffnungszeiten und Eintritt

Das LWL-Museum für Naturkunde liegt an der Sentruper Straße 285 in Münster. Geöffnet ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr. Ab dem Start der neuen Ausstellung kostet der Eintritt für Erwachsene 9 Euro. Kinder und Jugendliche haben für die Ausstellung freien Eintritt.

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