Infineon-Aktie im Fokus: KI-Boom bringt neuen Umsatzrekord

Infineon-Aktie im Fokus: KI-Boom bringt neuen Umsatzrekord
Symbolbild mit KI erstellt

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Infineon hat im dritten Geschäftsquartal 2026 so viel umgesetzt wie nie zuvor. Der Halbleiterkonzern profitierte vor allem von der starken Nachfrage nach Komponenten für KI-Rechenzentren. Auch das Automobilgeschäft zeigte Anzeichen einer Erholung. Für das laufende Schlussquartal erwartet das Unternehmen einen weiteren kräftigen Anstieg bei Umsatz und Profitabilität. Eine belastbare Reaktion der Infineon-Aktie im regulären Xetra-Handel stand am frühen Mittwochmorgen allerdings noch aus.

Infineon übertrifft beim Umsatz die Erwartungen

Der Umsatz stieg im Zeitraum April bis Juni auf 4,172 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 13 Prozent. Im Vergleich zum vorherigen Quartal legten die Erlöse um neun Prozent zu. Analysten hatten im Durchschnitt mit rund 4,13 Milliarden Euro gerechnet.

Das Segmentergebnis erhöhte sich um 19 Prozent auf 797 Millionen Euro. Die dazugehörige Marge verbesserte sich von 18 auf 19,1 Prozent. Unter dem Strich verdiente Infineon 423 Millionen Euro und damit 39 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 44 Cent.

KI-Rechenzentren werden zum wichtigsten Wachstumstreiber

Besonders stark entwickelte sich die Sparte Power & Sensor Systems. Ihr Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent auf 1,442 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis kletterte von 257 auf 359 Millionen Euro. Die Marge erreichte 24,9 Prozent.

Grund für den deutlichen Zuwachs ist vor allem die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Server und KI-Rechenzentren. Solche Komponenten steuern und verteilen die großen Strommengen, die für leistungsfähige Rechenzentren benötigt werden. Infineon bezeichnet dieses Geschäft inzwischen als wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns.

Mehrjährige Vereinbarungen mit großen KI-Kunden

Infineon hat nach eigenen Angaben mit führenden Kunden aus dem Umfeld von KI-Rechenzentren mehrjährige Vereinbarungen über die Reservierung von Produktionskapazitäten abgeschlossen oder verhandelt darüber. Das kumulierte Umsatzvolumen dieser Verträge liegt demnach im hohen einstelligen Milliardenbereich. Teilweise sind auch Vorauszahlungen vorgesehen.

Damit erhält der Konzern eine bessere Planungssicherheit für den Ausbau seiner Fertigung. Zugleich sinkt das Risiko, neue Produktionskapazitäten zu schaffen, ohne dass ausreichend Bestellungen vorliegen. Investitionen fließen unter anderem in den Ausbau des Standorts Dresden sowie in Anlagen für besonders gefragte Leistungshalbleiter.

Automobilsparte zeigt erste Erholung

Das weiterhin größte Infineon-Segment Automotive steigerte seinen Quartalsumsatz um sechs Prozent auf 1,932 Milliarden Euro. Gefragt waren unter anderem Mikrocontroller, Komponenten für intelligente Stromversorgung und Produkte für die Vernetzung moderner Fahrzeuge. Das Segmentergebnis verbesserte sich auf 356 Millionen Euro.

Konzernchef Jochen Hanebeck erklärte, dass die Bestellungen aus der Automobilindustrie wieder merklich anzögen. Allerdings bleibt die Nachfrage nach Hochvoltkomponenten für Elektrofahrzeuge verhalten. Infineon erwartet deshalb, dass die Automobilsparte im Gesamtjahr langsamer wächst als der Gesamtkonzern.

Infineon konkretisiert Jahresprognose

Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Infineon nun einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Euro. Das entspräche einem Wachstum von etwa elf Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich einen deutlichen Umsatzanstieg in Aussicht gestellt. Die Segmentergebnis-Marge soll weiterhin rund 20 Prozent erreichen.

Den erwarteten bereinigten freien Mittelzufluss erhöhte Infineon von 1,65 auf 1,85 Milliarden Euro. Der gewöhnliche Free Cashflow soll wegen der Übernahme eines Sensorportfolios von ams Osram allerdings nur etwa 900 Millionen Euro erreichen. Zuvor waren 1,25 Milliarden Euro erwartet worden.

Starkes Schlussquartal soll weiteres Wachstum bringen

Für das vierte Geschäftsquartal stellt Infineon einen Umsatz von etwa 4,7 Milliarden Euro in Aussicht. Gegenüber dem dritten Quartal wäre das ein Anstieg von gut 13 Prozent. Gleichzeitig soll die Segmentergebnis-Marge auf rund 23 Prozent steigen.

In der Automobilsparte rechnet der Konzern mit einem moderaten Wachstum. Die Bereiche Power & Sensor Systems, Green Industrial Power und Connected Secure Systems sollen dagegen deutlich zulegen. Rückenwind liefern neben der KI-Nachfrage auch Investitionen in Stromnetze, Energieinfrastruktur und industrielle Anwendungen.

Infineon-Aktie war vor den Zahlen bereits gestiegen

Die Infineon-Aktie hatte am Dienstag im Vorfeld der Quartalszahlen deutlich zugelegt. Auf Xetra schloss sie 3,55 Prozent höher bei 63,65 Euro und gehörte damit zu den stärksten Werten im Dax. Anleger hatten bereits auf gute Zahlen und einen starken Ausblick für das KI-Geschäft gesetzt.

Ob der Bericht für einen weiteren Kursanstieg reicht, dürfte sich nach dem Beginn des regulären Handels zeigen. Neben den Rekordzahlen spielt dabei die inzwischen deutlich gestiegene Bewertung der Aktie eine Rolle. Gewinnmitnahmen wären deshalb trotz der insgesamt starken Geschäftsentwicklung möglich.

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