
Ein Porsche-Fahrer auf der A3 Richtung Köln ist am Dienstagmittag, 4. August 2026, von einer Zivilstreife gestoppt worden. Nach Angaben der Verkehrsdirektion Koblenz soll der 23-jährige Niederländer mit mehr als 235 Kilometern pro Stunde durch den starken Mittagsverkehr gefahren sein. Die Polizei wirft ihm unter anderem einen zu geringen Sicherheitsabstand, mehrere verbotene Rechtsüberholmanöver und riskante Spurwechsel vor. Gegen den Mann wurden Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.
Der Porsche 911 fiel den Beamten der Polizeiautobahnstation Montabaur gegen 12.06 Uhr auf. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr der 23-Jährige zunächst dicht auf das zivile Polizeifahrzeug auf. Anschließend soll er mehrfach rechts überholt und nahezu jede freie Lücke zwischen anderen Fahrzeugen genutzt haben. Dabei habe er unmittelbar vor weiteren Verkehrsteilnehmern wieder eingeschert.
Während der anschließenden Nachfahrt erreichte der Sportwagen laut Polizei eine Geschwindigkeit von mehr als 235 Kilometern pro Stunde. Obwohl die Zivilstreife selbst mit einer geeichten Geschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sei, habe sich der Abstand zum Porsche weiter vergrößert.
Zum Zeitpunkt der Fahrt herrschte nach Angaben der Polizei ein für die Mittagszeit hohes Verkehrsaufkommen. Dennoch soll der Fahrer seine Geschwindigkeit nicht angepasst und seine riskanten Fahrmanöver fortgesetzt haben. Ein Unfall blieb nach Darstellung der Beamten lediglich durch glückliche Umstände aus.
Die Ermittler prüfen nun, ob die Fahrweise den Tatbestand eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens auf der A3 erfüllt. Zusätzlich wird wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Grundlage sind die Paragrafen 315d und 315c des Strafgesetzbuches. Die Videoaufzeichnungen der Zivilstreife werden derzeit weiter ausgewertet.
Bei der Kontrolle ergaben sich laut Polizei außerdem Hinweise auf einen möglichen vorherigen Drogenkonsum. Ein durchgeführter Vortest reagierte positiv auf THC. Daraufhin ordneten die Beamten eine Blutprobe an, die dem 23-Jährigen anschließend entnommen wurde.
Der Beschuldigte erklärte nach Angaben der Polizei, gemeinsam mit seinem Vater einen Coffeeshop in Eindhoven zu betreiben und aus beruflichen Gründen regelmäßig Cannabis zu konsumieren. Welche Ergebnisse die Untersuchung der Blutprobe liefert, steht noch nicht fest. Die Ermittlungen zu einer möglichen Beeinflussung durch Cannabis sind daher ebenfalls noch nicht abgeschlossen.
Weil der Mann seinen Wohnsitz in den Niederlanden hat und zunächst keine Angaben zu seinem Einkommen machte, setzte die Polizei eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro fest. Sie dient der Sicherung des weiteren Strafverfahrens und wurde noch vor Ort bezahlt.
Den niederländischen Führerschein des 23-Jährigen stellten die Beamten sicher. Nach Darstellung der Polizei zeigte der Beschuldigte während der Maßnahmen keine Einsicht in sein Verhalten. Nach Abschluss der Kontrolle durfte er nicht selbst weiterfahren. Sein Vater holte ihn bei der Polizeidienststelle ab.
Die Polizei wertet die Videoaufnahmen der Fahrt weiter aus. Dabei soll insbesondere geklärt werden, welche Verkehrsteilnehmer durch die Überholmanöver und Spurwechsel möglicherweise gefährdet wurden.
Wer den Porsche-Fahrer auf der A3 Richtung Köln beobachtet hat, selbst ausgebremst oder zu einem Ausweichmanöver gezwungen wurde, wird gebeten, sich bei der Polizeiautobahnstation Montabaur zu melden. Hinweise nimmt die Dienststelle unter der Telefonnummer 02602 93270 entgegen. Die Ermittlungen gegen den 23-Jährigen dauern an.
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