Tatort heute um 20.15 Uhr: Dieser Borowski-Fall spaltet die Kritiker

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Der Tatort Borowski und das ewige Meer läuft am heutigen Sonntag, 9. August 2026, um 20.15 Uhr im Ersten. Für Klaus Borowski und seine Kollegin Mila Sahin beginnt der Fall mit dem Tod einer erst 19 Jahre alten Frau an einem Strand bei Kiel. Doch aus einem zunächst scheinbar überschaubaren Ermittlungsfall entwickelt sich eine Geschichte über mehrere Todesfälle, Klimaaktivismus, soziale Medien und moderne Technologie. Bei der Ausstrahlung handelt es sich nicht um eine neue „Tatort“-Premiere, sondern um die Wiederholung eines Kieler Falls, der erstmals im November 2024 gezeigt wurde.

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Darum geht es in „Borowski und das ewige Meer“

Am Strand wird die Leiche der 19-jährigen Clara Weidenfeld gefunden. Die ersten Spuren lenken die Ermittlungen auf ihren Freund Benno Sitter. Zwischen dem Paar hatte es Streit gegeben, Benno bestreitet im Verhör jedoch, für Claras Tod verantwortlich zu sein. Zugleich erzählt er Borowski und Sahin von einer Frau, von der Clara offenbar stark fasziniert gewesen sei. Damit öffnet sich für die Ermittler eine zunächst schwer einzuordnende neue Spur.

Kurz darauf werden zwei weitere junge Frauen tot am Strand entdeckt. Nun zeigt sich, dass die Fälle miteinander verbunden sein könnten. Die Frauen engagierten sich für den Klimaschutz und kannten sich aus dem Protest gegen ein umstrittenes Bauprojekt. Auffällig ist außerdem, dass sie ihre Mobiltelefone vor ihrem Tod auf einem Wertstoffhof abgegeben hatten. Eine wichtige Rolle spielt die geheimnisvolle Zenaida, mit der die Verstorbenen Kontakt hatten. Mehr sollte man vor der Ausstrahlung nicht wissen, denn die weitere Entwicklung gehört zu den zentralen Wendungen des Films.

Wiederholung eines Tatorts aus dem Jahr 2024

„Borowski und das ewige Meer“ wurde am 10. November 2024 erstmals im Ersten ausgestrahlt. Innerhalb der gesamten „Tatort“-Reihe trägt der Film die Folgennummer 1279. Für Klaus Borowski war es der 42. Fall innerhalb der Reihe, für Mila Sahin der elfte gemeinsame beziehungsweise eigene Kieler Einsatz in dieser Konstellation.

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Damit gehört der Film bereits zur späten Phase der mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Borowski-Ära. Axel Milberg hatte seinen Abschied von der Rolle angekündigt. Insgesamt verkörperte er Klaus Borowski in 44 „Tatort“-Einsätzen, davon 43 Fällen in Kiel und Umgebung. Seit seinem Einstieg 2003 entwickelte sich Borowski zu einer der langlebigsten Ermittlerfiguren der ARD-Krimireihe. Nach Milbergs Abschied wurde der Kieler „Tatort“ personell neu ausgerichtet.

Axel Milberg und Almila Bagriacik führen die Besetzung an

Axel Milberg spielt erneut Hauptkommissar Klaus Borowski, während Almila Bagriacik als Mila Sahin an seiner Seite ermittelt. Thomas Kügel gehört als Roland Schladitz ebenfalls zur festen Kieler Besetzung. Zu den zentralen Gastrollen gehört Milena Tscharntke als Zenaida, eine Figur, die im Verlauf der Ermittlungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Johanna Götting spielt Leonie Mewes, Pauline Fusban ist als Sofia Hoffmann zu sehen, Jonathan Berlin übernimmt die Rolle von Benno Sitter. Außerdem gehören Thea Ehre als Paula Rinck und Tatja Seibt als Antonella Hoffmann zur Besetzung. Weitere kleinere Rollen werden unter anderem von Kristina Pauls, Siska Leckband, Mona Sumaia Rode, Yodit Tarikwa und Özgür Karadeniz gespielt.

Gedreht wurde in Kiel und Hamburg

Regie führte Katharina Bischof. Das Drehbuch stammt von Katharina Adler und Rudi Gaul. Robert von Münchhofen verantwortete die Kamera, Florian Duffe den Schnitt. Die Filmmusik komponierten Jessica de Rooij und Hendrik Nölle. Produziert wurde der Krimi von der Nordfilm GmbH im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks für Das Erste.

Die Dreharbeiten liefen nach offiziellen Produktionsangaben vom 7. November bis zum 5. Dezember 2023. Gedreht wurde in Kiel und Hamburg. Gerade die Küstenlandschaft spielt für die Atmosphäre der Geschichte eine wichtige Rolle. Der Film hat eine offizielle Länge von 87 Minuten und 37 Sekunden und füllt damit den klassischen rund 90-minütigen „Tatort“-Sendeplatz. Noch vor der Fernsehpremiere wurde die Produktion am 28. September 2024 beim Filmfest Hamburg präsentiert.

Klimakrise, Aktivismus und künstliche Intelligenz

Inhaltlich unterscheidet sich „Borowski und das ewige Meer“ von vielen klassischen Fällen der Krimireihe. Der Film verknüpft die Ermittlungen mit Fragen rund um Klimakrise, Zukunftsangst, politischen Aktivismus und den Einfluss digitaler Technologien. Die Autoren Katharina Adler und Rudi Gaul wollten Borowski und Sahin mit einer Bedrohung konfrontieren, die sich nicht ohne Weiteres mit den üblichen Mitteln polizeilicher Ermittlungsarbeit greifen lässt.

Dadurch verschiebt sich der Film stellenweise vom klassischen Krimi in Richtung gesellschaftliches und technologisches Gedankenexperiment. Zugleich bleibt Borowski die vertraute Figur des ruhig beobachtenden Ermittlers, der sich nicht nur für Beweise, sondern auch für die Menschen hinter einem Fall interessiert. Diese Verbindung aus Kriminalfall und gesellschaftspolitischem Thema bestimmte später auch einen großen Teil der Diskussion über die Episode.

Fast acht Millionen Zuschauer bei der Erstausstrahlung

Die Erstausstrahlung war ein deutlicher Quotenerfolg. Nach den zunächst veröffentlichten Fernsehdaten sahen am 10. November 2024 rund 7,95 Millionen Menschen „Borowski und das ewige Meer“. Der Marktanteil lag bei 28,5 Prozent. Damit gewann der Kieler „Tatort“ den Fernsehabend beim Gesamtpublikum.

Bei der späteren endgültigen Gewichtung der AGF-Fernsehdaten erhöhte sich die Reichweite noch einmal deutlich. Danach kam der Film einschließlich zeitversetzter Nutzung auf 8,42 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und 29,0 Prozent Marktanteil. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurden nach der endgültigen Gewichtung 1,56 Millionen Menschen und ein Marktanteil von 24,5 Prozent ausgewiesen.

Kritiken fielen deutlich unterschiedlich aus

Bei den Rezensionen gab es keine einheitliche Bewertung. SWR3 bewertete den Film mit vier von fünf Punkten und hob insbesondere die vergleichsweise ruhige Erzählweise sowie die Verbindung zwischen Ermittlungsarbeit und Generationenkonflikt hervor. Andere Kritiken störten sich dagegen stärker an der Verbindung von Klimakrise und künstlicher Intelligenz.

Tittelbach.tv sah zwar einen ambitionierten Ansatz und würdigte Milbergs zurückhaltende Darstellung des Kommissars, bewertete Teile der Geschichte aber als wenig glaubwürdig. Auch andere Besprechungen erkannten die ungewöhnliche Themenwahl an, kamen bei ihrer Bewertung der Umsetzung jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gerade diese Mischung aus klassischem Borowski, Klimathema und Technologie macht die Folge zu einem der ungewöhnlicheren Kieler Fälle.

„Borowski und das ewige Meer“ in der ARD-Mediathek

Die ARD-Mediathek führt „Borowski und das ewige Meer“ aktuell passend zur erneuten Fernsehausstrahlung in ihrem Programm. Dort ist auch begleitendes Material wie der Trailer verfügbar. Die Folge wird am Sonntagabend außerdem mit Untertiteln, Audiodeskription und einer Fassung mit Deutscher Gebärdensprache ausgewiesen.

Wer die Ausstrahlung um 20.15 Uhr verpasst, bekommt zudem eine weitere Gelegenheit im linearen Programm. In der Nacht auf Dienstag, 11. August, ist „Borowski und das ewige Meer“ nach aktuellem ARD-Programm erneut im Ersten vorgesehen. Für Fans der Figur ist die Wiederholung zugleich eine Gelegenheit, einen der letzten Fälle aus der langen Ära von Axel Milberg als Kieler Hauptkommissar noch einmal zu sehen.

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