Schüsse aus Hochzeitskorso: Polizei ermittelt gegen vier Männer

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

Teilen:

Ein Hochzeitskorso in Ingolstadt hat am späten Samstagabend, 8. August 2026, einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Mehrere Zeugen hatten der Einsatzzentrale gemeldet, dass aus Fahrzeugen eines Autokorsos im Süden der Stadt Schüsse abgegeben worden seien. Die Polizei rückte daraufhin mit einem größeren Kräfteaufgebot an, stellte mehrere beteiligte Fahrzeuge fest und kontrollierte mehrere Insassen. Verletzt wurde nach den bislang vorliegenden Angaben niemand.

Polizei umstellt Bereich im Süden von Ingolstadt

Eine genaue Uhrzeit und eine bestimmte Straße oder Kreuzung wurden zunächst nicht genannt. In den veröffentlichten Angaben ist lediglich vom späten Samstagabend und vom südlichen Stadtgebiet die Rede. Die Polizei beschrieb ihren Einsatz mit den Worten, ein „großes Aufgebot“ habe das betreffende Gebiet umstellt. Anschließend seien die gemeldeten Fahrzeuge festgestellt und mehrere Personen kontrolliert worden. Im Zuge der weiteren Ermittlungen habe sich ergeben, dass der Korso den Abschluss einer zuvor gefeierten Hochzeit bildete.

Wie viele Streifenwagen oder Polizeibeamte tatsächlich eingesetzt waren, ist bislang ebenso wenig beziffert wie die Zahl der kontrollierten Autos und Personen. Auch eine genaue Zahl sichergestellter Waffen wurde zunächst nicht veröffentlicht. Bestätigt ist lediglich, dass es sich bei den verwendeten Waffen nach Angaben der Polizei um Schreckschusswaffen gehandelt habe. Angaben, wonach scharfe Schusswaffen verwendet worden seien, sind damit nicht bestätigt.

Videos führen Ermittler zu vier Beschuldigten

Nach der Auswertung von Videoaufnahmen ermittelt die Polizei gegen vier Männer im Alter zwischen 23 und 59 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, Schreckschusswaffen unerlaubt geführt und damit unerlaubt geschossen zu haben. Die Ermittlungen richten sich damit nach den bisher veröffentlichten Informationen gegen vier konkret identifizierte Beschuldigte. Ob weitere Personen in den Vorgang einbezogen werden, war zunächst nicht bekannt.

Bestätigt sind Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz. Gesonderte Vorwürfe wegen Verkehrsgefährdung, Nötigung oder anderer Verkehrsdelikte wurden für den Ingolstädter Fall zunächst nicht mitgeteilt. Auch eine eigenständige Straftat mit der Bezeichnung „Störung der öffentlichen Ordnung“ ist in den bisherigen Angaben nicht genannt. Für die vier Männer gilt bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung.

Welche Regeln für Schreckschusswaffen gelten

Schreckschusswaffen mit dem entsprechenden PTB Prüfzeichen dürfen Volljährige grundsätzlich erlaubnisfrei erwerben und besitzen. Wer eine solche Waffe außerhalb der eigenen Wohnung, eigener Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums zugriffsbereit in der Öffentlichkeit führen will, benötigt dagegen grundsätzlich einen Kleinen Waffenschein. Das bayerische Verwaltungsportal weist ausdrücklich darauf hin, dass beim Umgang mit Waffen ohne erforderliche Erlaubnis Geldstrafe oder Freiheitsstrafe drohen kann.

Das Schießen ist davon getrennt zu betrachten. Eine Erlaubnis zum Führen einer Schreckschusswaffe berechtigt nicht automatisch dazu, im öffentlichen Straßenraum zu schießen. Das Waffengesetz lässt Schüsse außerhalb von Schießstätten ohne besondere Erlaubnis nur in bestimmten Ausnahmefällen zu, beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen auf befriedetem Besitztum oder zur Signalgebung bei Sportveranstaltungen. Verstöße gegen waffenrechtliche Schießvorschriften können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Welche Vorschriften im Ingolstädter Verfahren letztlich auf jeden einzelnen Beschuldigten angewandt werden, entscheiden die Ermittlungsbehörden anhand der konkreten Umstände.

Hochzeitskorsos beschäftigen Polizei immer wieder

Der Vorfall in Ingolstadt ist kein Einzelfall. Im Mai 2026 stoppte die Polizei in Bremen einen Hochzeitskorso mit rund 20 Fahrzeugen und 35 bis 40 Beteiligten, nachdem aus einem Fahrzeug mit einer Schreckschusswaffe in die Luft geschossen worden war. Im April wurde in Esslingen ein Korso gestoppt, nachdem zwei Männer mit Schreckschusswaffen aus einem Auto geschossen haben sollen. Im Juli führte ein Hochzeitskorso auf der B75 zwischen Bremen und Delmenhorst zu mehreren Strafverfahren, dort ging es unter anderem um gefährliche Fahrmanöver und Pyrotechnik.

Eine aktuelle bundesweite Statistik ausschließlich zu problematischen Hochzeitskorsos wird nicht veröffentlicht. Ältere regionale Zahlen zeigen jedoch, dass Polizeieinsätze in diesem Zusammenhang wiederholt vorkommen. In Nordrhein Westfalen wurden 2019 innerhalb von neun Monaten 459 Einsätze im Zusammenhang mit auffälligen Hochzeitsgesellschaften registriert, bei 108 Einsätzen waren Schüsse gemeldet worden. Baden Württemberg registrierte zwischen Mai und Oktober 2022 insgesamt 46 problematische Hochzeitskorsos. Diese älteren Regionaldaten lassen sich jedoch nicht auf die heutige bundesweite Lage hochrechnen.

Polizei setzt auf Kontrollen und Beweissicherung

Die Behörden gehen bei solchen Einsätzen je nach Lage mit Fahrzeugkontrollen, Identitätsfeststellungen, Sicherstellungen von Waffen und der Auswertung von Videoaufnahmen vor. In Nordrhein Westfalen wurden im Zusammenhang mit problematischen Hochzeitsfeiern unter anderem Strafverfahren und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, Waffen sichergestellt, Verwarnungen ausgesprochen und Platzverweise erteilt. Bei gefährlichen Verkehrsmanövern können zudem Fahrzeuge oder Führerscheine sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Der Ingolstädter Fall zeigt zugleich, weshalb Meldungen über vermeintliche Schüsse regelmäßig größere Polizeieinsätze auslösen können. Für Zeugen ist aus der Entfernung nicht zwingend erkennbar, ob mit einer Schreckschusswaffe oder einer anderen Schusswaffe hantiert wird. Im aktuellen Fall ergaben die anschließenden Ermittlungen nach Polizeiangaben, dass Schreckschusswaffen verwendet worden seien. Die weitere rechtliche Bewertung der Handlungen der vier Beschuldigten ist nun Gegenstand der eingeleiteten Verfahren.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu