Bis 36 Grad, dann Gewitter: Mitteldeutschland vor Wetterwechsel

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Die Hitze in Mitteldeutschland erreicht am Freitag noch einmal hohe Werte. Der Deutsche Wetterdienst erwartet in Sachsen verbreitet 33 bis 35 Grad, in Sachsen-Anhalt 33 bis 36 Grad, während es in den Mittelgebirgen etwas weniger heiß bleibt. Die aktuellen Ortsprognosen vom Freitagmittag liegen bei rund 34 Grad in Dresden, 35 Grad in Leipzig, 32 Grad in Chemnitz, 35 Grad in Magdeburg, 34 Grad in Halle, 34 Grad in Erfurt und 35 Grad in Jena. Trotz dieser Temperaturen gilt am Freitag in den sieben Städten keine amtliche DWD-Hitzewarnung. Das ändert sich am Samstag. Dann warnt der Wetterdienst in großen Teilen der drei Länder vor starker Wärmebelastung, gleichzeitig nähert sich von Westen eine Wetteränderung mit Schauern und örtlichen Gewittern.

Anzeige

Im Tiefland wird es am Freitag besonders heiß

Die höchsten Temperaturen konzentrieren sich nach der DWD-Prognose vor allem auf die tieferen Lagen. Für Sachsen-Anhalt nennt der Wetterdienst Höchstwerte zwischen 33 und 36 Grad, im Harz dagegen 28 bis 33 Grad. In Sachsen werden 33 bis 35 Grad erwartet, im Bergland 28 bis 33 Grad. Damit gehören Leipzig, das Elbtal um Dresden sowie die Tieflandbereiche Sachsen-Anhalts zu den besonders warmen Regionen. Chemnitz bleibt mit rund 32 Grad etwas darunter. In höheren Lagen des Erzgebirges fällt die Wärme ebenfalls gedämpfter aus.

Ein ähnliches Gefälle zeigt sich in Thüringen. In Erfurt werden am Freitag rund 34 Grad erwartet, im wärmebegünstigten Saaletal in Jena rund 35 Grad. Die höheren Lagen des Thüringer Waldes bleiben merklich kühler als das Thüringer Becken und die Täler. Damit ist die Hitze regional sehr unterschiedlich verteilt. Während sich in Leipzig, Halle, Magdeburg, Erfurt und Jena am Nachmittag Werte deutlich über 30 Grad einstellen, profitieren Harz, Erzgebirge und Thüringer Wald zumindest von der Höhenlage.

Die Großwetterlage erklärt diesen Gegensatz. Nach Angaben des DWD gelangt zwischen einem Hoch über Osteuropa und tiefem Luftdruck weiter westlich sehr warme und trockene Luft aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland. Mitteldeutschland liegt am Freitag noch weitgehend im Bereich des ruhigen Hochdruckwetters. Von Nordwesten nähert sich jedoch eine Luftmassengrenze, die am Wochenende zunehmend Einfluss gewinnt.

Anzeige

DWD-Hitzewarnungen beginnen am Samstag um 11 Uhr

Die amtliche Warnlage unterscheidet sich deutlich von der reinen Temperaturprognose. Für Freitag weist das Hitzewarnsystem des DWD in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den hier betrachteten Großstädten keine Hitzewarnung aus. Für Samstag hat der Wetterdienst dagegen Warnungen vor starker Wärmebelastung veröffentlicht. Sie gelten von 11 bis 19 Uhr. Der DWD beurteilt dafür nicht allein die gemessene Höchsttemperatur, sondern unter anderem die gefühlte Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Dauer der Wärmebelastung und die nächtliche Abkühlung. Deshalb können hohe Lufttemperaturen auftreten, ohne dass automatisch eine Hitzewarnung gilt.

In Sachsen umfasst die Warnung am Samstag die kreisfreien Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie die Landkreise Bautzen, Erzgebirgskreis, Görlitz, Leipzig, Meißen, Mittelsachsen, Nordsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Vogtlandkreis und Zwickau. Damit ist praktisch das gesamte Land betroffen, wobei die konkrete Warnhöhe in Gebirgsregionen unterschiedlich zugeschnitten sein kann.

In Sachsen-Anhalt gelten die am Freitagmittag vorliegenden Hitzewarnungen für Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau sowie für Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Salzlandkreis, Stendal und Wittenberg. Für den Altmarkkreis Salzwedel, den Landkreis Börde und den Landkreis Harz war in dieser Warnlage keine entsprechende Hitzewarnung ausgewiesen. In südlichen Bereichen sind Warnungen teilweise auf tiefere Höhenlagen beschränkt.

In Thüringen erfasst die Warnung unter anderem Erfurt, Gera, Jena, Suhl und Weimar sowie Altenburger Land, Greiz, Gotha, Hildburghausen, Ilm-Kreis, Kyffhäuserkreis, Nordhausen, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sömmerda, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis und Weimarer Land. Auch der vom DWD gesondert geführte Warnbereich Eisenach ist erfasst. Eichsfeld und Sonneberg weisen im DWD-Datensatz für Samstag dagegen keine Warnstufe auf.

Gewitter erreichen die Region von Westen

Der Wetterwechsel setzt nicht überall gleichzeitig ein. Für Thüringen hält der DWD ab Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag örtliche Gewitter für möglich. Dabei können vereinzelt stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde auftreten. Für Sachsen-Anhalt erwartet der Wetterdienst vor allem am Samstagabend und in der folgenden Nacht lokale Gewitter mit einem ähnlichen Böenrisiko. Sachsen liegt zunächst noch weiter östlich im heißen Luftkörper. Dort steigt die Gewittergefahr vor allem zum Abend und in der Nacht zum Sonntag.

Dabei muss zwischen regionaler Vorhersage und einer konkreten Unwetterwarnung unterschieden werden. Im bundesweiten Gefahrenausblick hält der DWD am Samstag einzelne kräftigere Gewitter für möglich. Begleiterscheinungen können kurzzeitiger Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter, Sturmböen oder schwere Sturmböen zwischen etwa 75 und 100 Kilometer pro Stunde sowie kleiner Hagel sein. Sehr lokal schließt der Wetterdienst auch heftigeren Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit nicht aus. Daraus folgt jedoch nicht, dass solche Erscheinungen jeden Ort in Mitteldeutschland treffen. Die regionalen Warnlageberichte nennen zunächst vor allem örtliche Gewitter und stürmische Böen.

Trockenheit erhöht regional die Waldbrandgefahr

Neben der Wärme spielt die Trockenheit eine Rolle. Der DWD weist in seinen regionalen Berichten für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darauf hin, dass trockene Böden und niedrige Luftfeuchtigkeit die Entstehung und Ausbreitung von Wald- und Flächenbränden begünstigen können. Die amtlichen Waldbrandgefahrenstufen werden regional festgelegt und können sich täglich unterscheiden. Eine einzige Gefahrenstufe für ganz Mitteldeutschland gibt es deshalb nicht.

Besonders hoch ist die Gefahr derzeit in Teilen Sachsen-Anhalts. Im Bereich der Stadt Jerichow gilt seit Freitag Waldbrandgefahrenstufe 5, die höchste Stufe der fünfteiligen Skala. Auch die Waldregionen Wittenberg-Vorfläming, Dübener Heide und Elsterland werden am Freitag mit Stufe 5 geführt. Bei dieser Stufe ist die Gefahr sehr hoch, und die zuständigen Behörden können zusätzliche Einschränkungen für das Betreten der Wälder anordnen.

Auch die Flüsse zeigen die anhaltend trockene Witterung. An der Elbe wurden am Pegel Dresden am Freitagnachmittag 49 Zentimeter gemessen. In Magdeburg standen am Pegel Strombrücke gegen 14.15 Uhr 37 Zentimeter, am Pegel Magdeburg-Buckau 69 Zentimeter. An der Saale zeigte der Pegel Halle-Trotha zu diesem Zeitpunkt 135 Zentimeter am Unterpegel. Die Zentimeterwerte verschiedener Messstellen sind wegen unterschiedlicher Pegelnullpunkte nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Eine konkrete Folge des niedrigen Elbewasserstands gibt es bereits weiter nördlich: Die Fähre Ferchland-Grieben wurde wegen fallender Wasserstände vorübergehend außer Betrieb genommen.

Talsperren und Landwirtschaft reagieren unterschiedlich

Bei den Talsperren ergibt sich kein einheitliches Bild. Für die Thüringer Talsperre Leibis/Lichte, die eine wichtige Rolle bei der Trinkwasserversorgung spielt, wurden zuletzt rund 60 Prozent des Stauzielinhalts angegeben. Nach Angaben der Thüringer Fernwasserversorgung bestand deshalb jedoch kein Anlass zur Sorge um die Versorgung. Einzelne niedrigere Füllstände dürfen damit nicht automatisch als akute Trinkwasserknappheit interpretiert werden. Entscheidend sind unter anderem die Größe des Speichers, Zuflüsse, Entnahmen und die jeweilige Funktion der Anlage.

Auch bei Badegewässern lässt sich aus den hohen Temperaturen keine pauschale Belastung ableiten. Sachsen-Anhalts Gesundheitsbehörden weisen grundsätzlich darauf hin, dass sich in warmen, nährstoffreichen Gewässern Cyanobakterien stärker vermehren können und einzelne Seen deshalb engmaschig beobachtet werden. In Sachsen zeigen zahlreiche aktuelle Detailbewertungen der überwachten Badestellen weiterhin eine sehr gute mikrobiologische Wasserqualität. Maßgeblich bleiben deshalb die Hinweise am jeweiligen Gewässer und die aktuellen Veröffentlichungen der Gesundheitsbehörden.

Für die Landwirtschaft sind Hitze und Trockenheit ebenfalls nicht bei jeder Kultur gleich problematisch. Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt hatte bereits Anfang Juli auf trockene Oberböden in Teilen des Landes hingewiesen. Mais reagierte dort stellenweise bereits mit eingerollten Blättern, während die Auswirkungen auf andere Kulturen von Entwicklungsstadium und Wasserversorgung abhingen. Bei Raps, Getreide, Zuckerrüben und Mais können Hitzeperioden deshalb sehr unterschiedliche Folgen haben. Eine belastbare aktuelle Ertragsbilanz für die jetzige Hitzephase liegt daraus noch nicht abgeleitet vor.

Behörden empfehlen Trinken, Schatten und kühle Räume

Die Gesundheitsbehörden der Länder richten ihre Empfehlungen besonders an ältere Menschen, Säuglinge und kleine Kinder, Schwangere, chronisch Erkrankte sowie Menschen, die im Freien körperlich arbeiten oder Sport treiben. Sachsen nennt außerdem Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen als besonders gefährdet. Sachsen-Anhalt weist zusätzlich auf Pflegebedürftige und Menschen hin, deren Medikamente den Flüssigkeitshaushalt oder die Wärmeregulation beeinflussen können.

Empfohlen werden ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke, leichte Mahlzeiten, möglichst wenig körperliche Belastung während der heißesten Stunden und Aufenthalte im Schatten. Wohnungen sollten möglichst früh morgens oder nachts gelüftet und tagsüber gegen direkte Sonneneinstrahlung abgeschirmt werden. Anstrengende Tätigkeiten lassen sich nach Möglichkeit auf Morgen- oder Abendstunden verlegen. Wer dauerhaft Medikamente einnimmt oder an chronischen Erkrankungen leidet, sollte Veränderungen der Einnahme nicht eigenständig vornehmen, sondern medizinischen Rat einholen.

Thüringen hat in dieser Woche zudem einen landesweiten Hitzeaktionsplan vorgestellt. Vorgesehen sind bei akuter Hitze unter anderem eine bessere Weitergabe von Warninformationen, Trinkwasserangebote an öffentlichen Orten und Hinweise auf kühle Aufenthaltsmöglichkeiten. Langfristig nennt das Land Maßnahmen wie mehr Verschattung und Begrünung sowie die Verringerung städtischer Hitzeinseln. Der Schwerpunkt liegt ebenfalls auf älteren und chronisch kranken Menschen, Schwangeren, kleinen Kindern und Beschäftigten im Freien.

Sonntag bringt Abkühlung, aber noch Gewitterrisiko

Am Sonntag sinken die Temperaturen in weiten Teilen Mitteldeutschlands deutlich. Die aktuellen Ortsprognosen nennen für Dresden etwa 28 Grad, für Leipzig, Chemnitz, Erfurt und Jena rund 26 Grad sowie für Magdeburg und Halle etwa 25 Grad. Damit liegt das Temperaturniveau vielerorts ungefähr sieben bis zehn Grad unter den Spitzenwerten vom Freitag. Die Abkühlung fällt jedoch nicht überall gleichzeitig aus, weil die kühlere Luft von Nordwesten nach Südosten vorankommt.

Ganz beendet ist das Gewitterthema damit noch nicht. Für Sonntag sieht die DWD-Wochenvorhersage vor allem in der Südosthälfte Deutschlands einzelne kräftige Gewitter als möglich an. Starkregen, Sturmböen und kleiner Hagel können lokal auftreten, vereinzelt sind auch unwetterartige Entwicklungen durch Starkregen oder Hagel nicht ausgeschlossen. Für Montag bleibt im Südosten ein geringes Risiko einzelner kräftiger Gewitter bestehen. Am Dienstag erwartet der Wetterdienst nach aktuellem Stand keine markanten Wettergefahren. Für Mittwoch und Donnerstag sind erneut einzelne stärkere Gewitter möglich, deren genaue Lage mehrere Tage im Voraus aber noch offen ist. Der extreme Hitzecharakter des Freitags dürfte damit zunächst deutlich abgeschwächt sein.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu