
Uwe Kockisch gehört auch Monate nach seinem Tod weiterhin zum deutschen Fernsehprogramm. Am Samstag, 22. August 2026, zeigt der SWR um 22.10 Uhr den Krimi „Donna Leon: Ewige Jugend“. Kockisch ist darin als Commissario Guido Brunetti zu sehen, jener Rolle, mit der er über viele Jahre einem Millionenpublikum bekannt wurde. Der Film entstand 2019 und gehört zur langjährigen ARD Reihe nach den Romanen der US amerikanischen Schriftstellerin Donna Leon. Für Zuschauer ist die Ausstrahlung zugleich eine Begegnung mit einem Schauspieler, dessen Karriere weit über die populären Venedig Krimis hinausreichte.
Kockisch übernahm die Rolle des venezianischen Commissario im Jahr 2003. Zuvor hatte Joachim Król den Ermittler in den ersten Filmen der Reihe gespielt. Bis zum Ende der Fernsehproduktionen 2019 verkörperte Kockisch Brunetti in 22 Filmen. Die Reihe verband Kriminalfälle mit Bildern aus Venedig und entwickelte sich über viele Jahre zu einem festen Bestandteil des ARD Programms. Kockisch spielte den Ermittler dabei als ruhigen, beharrlichen Polizisten, dessen Familie und Arbeitsumfeld einen wesentlichen Teil der Geschichten bildeten. Zur wiederkehrenden Besetzung gehörten unter anderem Julia Jäger als Paola Brunetti, Karl Fischer als Sergente Vianello und Annett Renneberg als Signorina Elettra.
Der am Samstag ausgestrahlte Film „Ewige Jugend“ stammt aus dem Jahr 2019. Regie führte Sigi Rothemund, das Drehbuch schrieb Jens Frederik Otto nach dem gleichnamigen Roman von Donna Leon. Im Mittelpunkt steht ein lange zurückliegendes Ereignis im Umfeld einer venezianischen Familie. Eine ältere Contessa bittet Brunetti, die Umstände eines schweren Unfalls ihrer Nichte noch einmal zu untersuchen. Als zugleich ein Mann getötet wird, der mit dem damaligen Geschehen verbunden war, beginnt der Commissario erneut zu ermitteln. Neben Kockisch gehören unter anderem Hildegard Schmahl, Nadja Bobyleva, Max von Thun und Andreas Pietschmann zur Besetzung.
Mit „Stille Wasser“ endete die ARD Verfilmungsreihe im Dezember 2019. Insgesamt entstanden 26 Filme. Kockisch hatte die Hauptrolle ab dem fünften Film übernommen und blieb bis zum Abschluss dabei. Die Romanvorlagen von Donna Leon machten den venezianischen Ermittler auch international bekannt. Die deutschen Fernsehadaptionen entwickelten daraus eine eigenständige Reihe, die über beinahe zwei Jahrzehnte produziert wurde. Viele der Filme werden bis heute von Sendern der ARD wiederholt und sind zeitweise auch in der ARD Mediathek verfügbar. Dadurch bleibt Kockischs Darstellung Brunettis auch nach dem Ende der Produktion im Fernsehprogramm präsent.
Seine Karriere auf eine einzelne Rolle zu reduzieren, würde Kockisch allerdings nicht gerecht. Einen weiteren großen Fernseherfolg hatte er als Hans Kupfer in der ARD Serie „Weissensee“. Zwischen 2010 und 2018 spielte er darin einen hochrangigen Mitarbeiter der DDR Staatssicherheit und Familienvater. Schon zuvor war Kockisch als Berliner Ermittler in der Fernsehserie „Zappek“ bekannt geworden. Sein Werk umfasste mehr als 100 Film und Fernsehproduktionen. Noch im August 2024 war er im ARD Film „Allmen und das Geheimnis des Koi“ mit Heino Ferch und Samuel Finzi zu sehen.
Uwe Kockisch wurde am 31. Januar 1944 in Cottbus geboren. Nach der Schule arbeitete er zunächst als Tagebaumaschinist. Im Alter von 17 Jahren versuchte er 1961 nach dem Bau der Berliner Mauer aus der DDR zu fliehen. Der Versuch scheiterte, anschließend war er fast ein Jahr in Haft. Später arbeitete er am Theater in Cottbus zunächst in verschiedenen Tätigkeiten hinter und auf der Bühne. Nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Schauspielkunst in Berlin begann seine professionelle Theaterlaufbahn. Über viele Jahre gehörte er zum Ensemble des Maxim Gorki Theaters in Ost Berlin. Parallel entwickelte sich seine Karriere vor der Kamera.
Uwe Kockisch starb am 22. Dezember 2025 im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid. Seine Agentin bestätigte seinen Tod zwei Tage später. Kockisch hatte zuletzt mit seiner Ehefrau in Madrid und Berlin gelebt. Mit seinem Tod verlor das deutschsprachige Fernsehen einen Darsteller, dessen Laufbahn Theater, Kino und mehrere Jahrzehnte Fernsehgeschichte umfasste. Besonders die Figuren des Commissario Brunetti und des Hans Kupfer machten unterschiedliche Seiten seines Spiels einem großen Publikum bekannt.
Die Ausstrahlung von „Ewige Jugend“ am Samstagabend ist keine neue Produktion, macht aber sichtbar, wie dauerhaft Kockisch mit der Rolle des Commissario Brunetti verbunden bleibt. Der Film ist eines der späten Werke der Reihe und entstand in jenem Jahr, in dem die ARD die Verfilmungen beendete. Für das Publikum bedeutet die Wiederholung damit auch einen Rückblick auf eine Krimireihe, die über viele Jahre das deutsche Fernsehen prägte. Kockisch selbst blieb dabei bis zum letzten Film das Gesicht des venezianischen Ermittlers. Am Samstagabend ist diese Rolle nun erneut im SWR zu sehen.
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