
Auf einer der wichtigsten Autobahnen im Ruhrgebiet steht Anfang September eine mehrtägige Vollsperrung bevor. Die A43 wird von Freitag, 4. September 2026, um 21 Uhr bis Montag, 7. September 2026, um 5 Uhr zwischen den Autobahnkreuzen Recklinghausen und Bochum in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Damit ist die Strecke insgesamt 56 Stunden nicht durchgehend befahrbar. Der betroffene Abschnitt ist rund zwölf Kilometer lang.
Die A43 Vollsperrung im Ruhrgebiet betrifft eine zentrale Verbindung zwischen dem nördlichen und dem mittleren Ruhrgebiet. Für den Fernverkehr ist eine großräumige Umleitung über die A45 vorgesehen. Autofahrer müssen deshalb insbesondere auf den angrenzenden Autobahnen mit längeren Strecken rechnen.
Auslöser der Sperrung sind Arbeiten an der A43 im Raum Bochum. Dazu gehören Arbeiten im Zusammenhang mit einer neuen Brücke bei Bochum sowie Sanierungsmaßnahmen auf der Autobahn. Der WDR nennt Brücken- und Sanierungsarbeiten als Grund für die Vollsperrung. Nach weiteren aktuellen Angaben soll die Sperrzeit außerdem genutzt werden, um Fahrbahnabschnitte zu erneuern und Arbeiten entlang der Strecke zu bündeln.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Brücke der Lothringentrasse über die A43. Das rund 70 Meter lange und neun Meter breite Bauwerk wurde bereits im Juni eingeschoben. Es soll künftig sowohl einen Geh- und Radweg als auch Fernwärmeleitungen über die Autobahn führen. Die neue Konstruktion ist erforderlich, weil die bestehende Brücke für den geplanten sechsstreifigen Ausbau der A43 nicht breit genug ist. Die Stadt Bochum beziffert die Gesamtkosten des gemeinsamen Projekts von Stadt und Stadtwerken auf rund 7,4 Millionen Euro.
Die mehrtägige Sperrung ermöglicht es zugleich, Arbeiten auszuführen, für die unter laufendem Verkehr erhebliche Einschränkungen erforderlich wären. Damit werden mehrere Maßnahmen in einem gemeinsamen Sperrzeitraum zusammengeführt.
Für den überregionalen Verkehr ist die parallel verlaufende A45 als Ausweichroute vorgesehen. Wer aus Richtung Norden kommt, kann die A45 über die A2 erreichen. Aus südlicher Richtung besteht eine Verbindung über die A40. Zusätzlich sollen für den lokalen Verkehr Umleitungen über das nachgeordnete Straßennetz ausgeschildert werden.
Für Autofahrer können dadurch deutlich längere Fahrwege entstehen. Auch auf A2, A40 und A45 kann die Sperrung zusätzlichen Verkehr verursachen, weil diese Autobahnen einen Teil der normalerweise über die A43 fahrenden Fahrzeuge aufnehmen müssen.
Besonders wichtig ist die Umleitungsplanung für Reisende, die das Ruhrgebiet in Nord-Süd-Richtung durchqueren. Die A43 verbindet den Raum Recklinghausen und das nördliche Ruhrgebiet über Herne und Bochum mit dem südlichen Ruhrgebiet und weiter in Richtung Wuppertal.
Die Bauarbeiten sind bewusst über ein Wochenende geplant. Dennoch reicht die Vollsperrung bis Montagmorgen um 5 Uhr. Für Pendler, die sehr früh unterwegs sind, kann die Sperrung deshalb noch unmittelbar relevant sein. Auch nach der vorgesehenen Freigabe können Verkehrsteilnehmer zunächst auf den zuvor genutzten Umleitungsstrecken unterwegs sein.
Wer am Wochenende Termine im Ruhrgebiet hat oder die Region im Transit durchquert, sollte für Fahrten zwischen Recklinghausen, Herne und Bochum zusätzliche Zeit einplanen und die ausgeschilderten Umleitungen beachten.
Das Verkehrsaufkommen auf der A43 ist erheblich. Nach Angaben der Autobahn GmbH fahren auf Teilen des Ausbauabschnitts täglich mehr als 90.000 Fahrzeuge. Im Bereich des Emschertalbrückenzugs zwischen Herne und Recklinghausen sind es knapp 100.000 Fahrzeuge pro Tag.
Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem langfristigen Umbau der A43 zwischen Marl und Witten. Auf insgesamt rund 28 Kilometern soll die Autobahn auf sechs Fahrstreifen erweitert werden. In das Projekt einbezogen sind auch die großen Autobahnkreuze mit A2, A40, A42 und A44. Die Autobahn GmbH bezeichnet den Ausbau als eines der größten Fernstraßenprojekte in Nordrhein-Westfalen.
Mehrere Abschnitte befinden sich bereits im Bau. Dazu gehören der Bereich zwischen Recklinghausen und dem Kreuz Herne sowie der Abschnitt zwischen dem Kreuz Herne und Bochum-Riemke. Zu den zentralen Einzelprojekten gehören der Umbau des Kreuzes Herne und der Neubau des Emschertalbrückenzugs.
Zwischen Herne und Recklinghausen gelten zudem bereits seit Jahren besondere Beschränkungen für schwere Fahrzeuge. Hintergrund sind Schäden an älteren Brückenbauwerken. Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen den betreffenden Abschnitt derzeit nicht nutzen. Eine Schrankenanlage kontrolliert die Einhaltung. Nach derzeitiger Planung soll sie im April 2027 abgebaut werden, wenn ein neuer Teil des Emschertalbrückenzugs fertiggestellt ist.
Die Vollsperrung vom 4. bis 7. September ist damit Teil einer Reihe umfangreicher Bauarbeiten, die den Verkehr auf der A43 noch über längere Zeit beeinflussen werden.
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