Wadephul will Partnerschaft mit Tunesien und Algerien ausbauen

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Symbolbild mit KI erstellt

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Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Montag, 31. August 2026, nach Tunesien und Algerien. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energiefragen und die Sicherheitslage in Nordafrika und angrenzenden Regionen. Wadephul wird nach Angaben des Auswärtigen Amts von einer deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Bundesregierung will damit auch neue Möglichkeiten für Handel und Investitionen ausloten.

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Die beiden nordafrikanischen Staaten liegen nur wenige hundert Kilometer von der Europäischen Union entfernt und haben für Deutschland unterschiedliche wirtschaftliche und politische Bedeutung. Während Tunesien eng in europäische Lieferketten eingebunden ist, spielt Algerien wegen seiner umfangreichen Erdgasreserven und seiner Pläne für die Produktion von Wasserstoff eine besondere Rolle in der europäischen Energiepolitik.

Wadephul beginnt Reise in Tunis

Erste Station der Reise ist die tunesische Hauptstadt Tunis. Dort ist ein Treffen Wadephuls mit Außenminister Mohamed Ali Nafti vorgesehen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts soll der deutsche Minister zudem mit Staatspräsident Kaïs Saïed zusammentreffen.

Auf dem Programm stehen außerdem Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft. Wadephul will das Digitalzentrum The Dot besuchen, das Start-ups, Hochschulen und internationale Partner zusammenbringt. Die Bundesregierung sieht vor allem bei digitalen Dienstleistungen, Industrieproduktion und erneuerbaren Energien weitere Möglichkeiten für Kooperationen.

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Deutschland und Tunesien unterhalten seit 1956 diplomatische Beziehungen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts ist Deutschland nach Frankreich und Italien der drittgrößte Handelspartner Tunesiens. Deutsche Unternehmen sind insbesondere als Automobilzulieferer, in der Textilbranche und zunehmend im IT-Bereich vertreten.

Der Warenhandel zeigt die enge wirtschaftliche Verbindung. Deutschland importierte 2025 Waren im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro aus Tunesien. Die deutschen Ausfuhren in das nordafrikanische Land lagen bei etwa 2,1 Milliarden Euro.

Auch die Energiepolitik soll bei den Gesprächen eine Rolle spielen. Die Bundesregierung nennt unter anderem die stärkere Anbindung Tunesiens an europäische Energienetze sowie den Ausbau erneuerbarer Energien als Themen der Reise.

Weiterreise nach Algerien noch am Montag

Noch am Montag soll Wadephul von Tunis nach Algerien weiterreisen. In Algier sind politische Gespräche mit Außenminister Ahmed Attaf vorgesehen. Nach der offiziellen Reiseplanung soll Wadephul zudem von Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune empfangen werden und mit dem für Kohlenwasserstoffe zuständigen Minister Mohamed Arkab sprechen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Austausch mit deutschen und algerischen Unternehmen. Dabei soll es insbesondere um Projekte in der Energie- und Bergbauwirtschaft gehen.

Wadephul reist nach Tunesien und Algerien zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland seine Energiepartnerschaften außerhalb Europas weiter ausbaut. Algerien verfügt über große Erdgasvorkommen und zählt zu den wichtigen Energielieferanten der Europäischen Union. Gleichzeitig setzt die Bundesregierung darauf, die Zusammenarbeit über fossile Energieträger hinaus auszubauen.

Deutschland und Algerien unterhalten bereits seit 2015 eine Energiepartnerschaft. Beim Deutschlandbesuch von Präsident Tebboune im Juli 2026 wurde nach Angaben des Auswärtigen Amts vereinbart, diese Zusammenarbeit zu intensivieren. Ein langfristiges Thema ist dabei die Produktion und der mögliche Export von Wasserstoff nach Europa.

Die algerische Regierung verfolgt nach Angaben des Auswärtigen Amts das Ziel, bis 2040 einen Anteil von bis zu zehn Prozent am Wasserstoffbedarf der Europäischen Union decken zu können. Dabei handelt es sich um eine Zielsetzung Algeriens und nicht um eine bereits gesicherte Liefermenge. Ob und in welchem Umfang entsprechende Projekte tatsächlich umgesetzt werden, hängt unter anderem von Investitionen, Infrastruktur und der Entwicklung des europäischen Wasserstoffmarktes ab.

Sicherheit und Sahelregion ebenfalls auf der Agenda

Neben Wirtschafts- und Energiefragen soll es bei der Reise um die Sicherheitslage in der weiteren Region gehen. Die Bundesregierung betrachtet Tunesien und Algerien wegen ihrer geografischen Lage als wichtige Gesprächspartner für Entwicklungen in der Sahelzone und im Nahen Osten.

Wadephul erklärte vor seiner Abreise, Deutschland teile mit beiden Staaten das Ziel einer langfristigen Stabilisierung der Sahelregion. Auch die Lage im Nahen Osten und die Sicherheit wichtiger Seewege sollen nach Angaben des Auswärtigen Amts angesprochen werden.

Algerien grenzt unmittelbar an mehrere Staaten der Sahelzone, darunter Mali und Niger. Die politische und sicherheitspolitische Entwicklung in diesen Ländern hat deshalb direkte Auswirkungen auf Algerien und auf die Beziehungen zwischen Nordafrika, Europa und den Staaten südlich der Sahara.

Tunesien wiederum liegt an einer zentralen Verbindung zwischen Nordafrika und der Europäischen Union. Für die EU ist das Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei Fragen der Migration und regionalen Stabilität ein wichtiger Partner.

Wirtschaft rückt stärker in die Außenpolitik

Die Mitnahme einer Wirtschaftsdelegation entspricht Wadephuls erklärtem Kurs, außenpolitische Reisen stärker mit den Interessen deutscher Unternehmen und der Diversifizierung internationaler Wirtschaftsbeziehungen zu verbinden. Auf der Nordafrika-Reise stehen deshalb neben klassischen diplomatischen Gesprächen konkrete Kontakte zwischen Unternehmen im Mittelpunkt.

Die Handelsbeziehungen mit beiden Ländern unterscheiden sich deutlich. Mit Tunesien lag das deutsche Warenhandelsvolumen 2025 bei insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro. Mit Algerien wurden Waren im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro gehandelt. Deutschland exportierte dabei Waren für etwa 2,1 Milliarden Euro nach Algerien und importierte Waren für rund 1,4 Milliarden Euro.

Für Berlin besitzt die Reise damit mehrere Ebenen. Deutschland will bestehende Wirtschaftsbeziehungen ausbauen, neue Energiepartnerschaften entwickeln und zugleich den politischen Austausch mit zwei wichtigen Staaten am südlichen Mittelmeer vertiefen.

Offiziell bestätigt war zunächst vor allem das Programm der Reise und die Themen, die bei den Gesprächen behandelt werden sollen. Vereinbarungen oder neue konkrete Projekte als Ergebnis der Gespräche waren zu Beginn der Reise am 31. August noch nicht bekannt.

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