
Münster. Auf der Weseler Straße in Münster soll noch in diesem Herbst eine neue Busspur entstehen. Geplant ist ein rund 250 Meter langer Bussonderfahrstreifen zwischen Geiststraße und Moltkestraße. Damit will die Stadt eine Lücke zwischen bestehenden Busspuren schließen und den öffentlichen Nahverkehr auf einer der wichtigsten Busachsen Münsters schneller und verlässlicher machen. Zunächst muss jedoch der Ausschuss für Verkehr und Mobilität am 23. September 2026 zustimmen.
Die Weseler Straße ist nach Angaben der Stadt die am stärksten von Bussen befahrene Straße im Münsteraner Stadtgebiet. Stadteinwärts verkehren dort bis zu 30 Busse pro Stunde. Neben fünf Stadtbuslinien nutzen auch Schnellbusse aus dem südlichen und westlichen Umland die Strecke. Insgesamt sind dort täglich rund 11.000 Fahrgäste unterwegs.
Bislang müssen sich die Busse im Bereich zwischen Geiststraße und Moltkestraße teilweise in den normalen Autoverkehr einfädeln und geraten dadurch regelmäßig in Staus. Die Stadt rechnet damit, dass die neue Busspur die Fahrt zwischen den Haltestellen Geiststraße und St.-Antonius-Kirche deutlich verkürzt. Statt bislang rund zwei Minuten soll die Strecke künftig ungefähr in der Hälfte der Zeit zurückgelegt werden können.
Für den übrigen Verkehr bedeutet die geplante Neuordnung Veränderungen. Stadteinwärts soll zwischen Geiststraße und Moltkestraße eine Geradeausspur für Autos bestehen bleiben. Zusätzlich ist eine Rechtsabbiegerspur in Richtung Ludgeriplatz vorgesehen. Diese Verkehrsführung entspricht im Wesentlichen bereits der derzeitigen Situation während der Bauarbeiten auf der Weseler Straße.
Seit Februar 2025 erneuern die Stadtnetze auf rund einem Kilometer Versorgungsleitungen für Wasser, Strom und Wärme und schaffen Voraussetzungen für einen späteren Glasfaserausbau. Nach Angaben der Stadt ist das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich seit Beginn der Bauarbeiten um knapp 27 Prozent auf rund 22.000 Fahrzeuge täglich gesunken. Ein Teil des Verkehrs habe sich auf den Ring verlagert.
Mit der neuen Busspur sind zugleich Änderungen an mehreren Ampelanlagen geplant. An der Kreuzung Weseler Straße und Moltkestraße sollen abbiegende Busse künftig eine eigene Grünphase erhalten. An der Geiststraße sollen rechts abbiegende Autos und geradeaus fahrende Radfahrer getrennte Grünphasen bekommen, um Konflikte zu vermeiden und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Darüber hinaus plant die Stadt die Digitalisierung von insgesamt neun Ampelanlagen zwischen der Moltkestraße und dem Park-and-Ride-Platz. Die Technik soll den Verkehr künftig bedarfsgerechter steuern. Auch Feuerwehr und Rettungsdienst sollen bei Einsätzen die Ampelschaltungen beeinflussen können.
Sollte der Verkehrsausschuss zustimmen, soll die neue Busspur auf der Weseler Straße parallel zum Abschluss der Arbeiten der Stadtnetze umgesetzt werden. Ziel ist es, die Maßnahme noch vor Beginn der Weihnachtsmärkte fertigzustellen.
Die Weseler Straße soll damit zugleich zur ersten sogenannten ÖPNV-Hochleistungsachse in Münster ausgebaut werden. Dieses Vorhaben ist Teil des Masterplans Mobilität Münster 2035+.
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