Nach 63 Jahren tauchen Wrackteile aus Schweizer Gletscher auf

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Ein Berggänger hat im Schweizer Kanton Uri Wrackteile eines Flugzeugs entdeckt, die durch das Abschmelzen des Hüfifirngletschers wieder zum Vorschein gekommen sind. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST untersuchte den Fund und bestätigte, dass es sich um Leichtmetallteile eines Flugzeugs handelt. Eine zweifelsfreie Identifizierung gelang zunächst nicht. Nach Einschätzung der zuständigen Stellen gehören die Teile jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Flugzeug, das 1963 in diesem Gebiet zurückblieb.

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Am 3. September wurden rund 250 Kilogramm Material vom Gletscher geborgen. An dem Einsatz waren neben der SUST und der Kantonspolizei Uri auch ein privates Helikopterunternehmen, ein Transportunternehmen sowie das Gebirgsdetachement der Schweizer Luftwaffe beteiligt. Die geborgenen Teile sollen fachgerecht recycelt werden. Der Fund eines Flugzeugwracks von 1963 in den Schweizer Alpen führt dabei zurück zu einer ungewöhnlichen Serie von Flugunfällen und gescheiterten Bergungsversuchen vor 63 Jahren.

Zwei Flugzeuge blieben im Mai 1963 am Claridenpass liegen

Aus historischen Untersuchungsunterlagen geht hervor, dass es im Mai 1963 innerhalb weniger Tage zu mehreren Zwischenfällen am Claridenpass zwischen den Kantonen Uri und Glarus kam. Am 9. Mai verunglückte dort bei einer Landung eine Champion 7GCB mit dem Kennzeichen HB-UAM. Die Maschine überschlug sich bei der Landung. Der Pilot und seine Passagierin blieben unverletzt.

Einen Tag später flog eine Piper PA-18 Super Cub mit dem Kennzeichen HB-ORP zum Unfallort. Ziel war es unter anderem, Instrumente der beschädigten Champion-Maschine zu bergen. Beim anschließenden Start blieb die Piper mit einem ihrer Skier hängen. Auch bei diesem Zwischenfall gab es keine Verletzten. Das Flugzeug konnte jedoch nicht mehr aus eigener Kraft ins Tal zurückkehren.

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Mehrere Bergungsversuche scheiterten

In den folgenden Tagen wurde versucht, die beiden Maschinen mit Hilfe eines großen Helikopters aus dem hochalpinen Gelände zu bergen. Dabei kam ein Sikorsky S-58 zum Einsatz. Die Champion konnte schließlich am 22. Mai zum Flugplatz Mollis transportiert werden.

Bei der Piper verlief die Bergung deutlich schwieriger. Bereits bei einem Versuch am Vortag blieb das Wrack im Schnee hängen, überschlug sich und berührte mit einem Flügel den Helikopter. Am 22. Mai wurde ein weiterer Versuch unternommen. Zuvor bauten die Helfer den Motor aus und demontierten die Tragflächen. Kleinere Teile und der Motor wurden separat transportiert.

Als der Helikopter anschließend den verbliebenen Flugzeugrumpf anhob, geriet die Last während des Abflugs stark ins Schwingen. Der Pilot musste sie schließlich ausklinken. Das Wrack stürzte mehrere hundert Meter tiefer in felsiges Gelände. Eine weitere Bergung erfolgte damals nicht.

Gefundene Teile noch nicht eindeutig identifiziert

Dass es sich bei den jetzt entdeckten Teilen um Überreste dieser Piper handelt, liegt deshalb nahe. Endgültig bestätigt ist dies jedoch nicht. Die SUST konnte bislang keine eindeutige Zuordnung vornehmen, weil wichtige Bauteile fehlen, darunter der Motor. Dass gerade dieser nicht gefunden wurde, passt allerdings zum dokumentierten Ablauf von 1963, denn er war bereits vor dem letzten Bergungsversuch ausgebaut worden.

Offiziell bestätigt ist daher zunächst nur die Zuordnung zu einem Flugzeug und die hohe Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs mit den Ereignissen von 1963. Der Fundort und die historische Unfallgeschichte sprechen insbesondere für die damals zurückgelassene Piper Super Cub. Eine abschließende technische Identifizierung liegt bislang nicht vor.

Schmelzender Gletscher legt jahrzehntealte Spuren frei

Sichtbar wurden die Wrackteile erst durch den Rückgang des Gletschereises. Die Entwicklung steht in einem größeren Zusammenhang mit dem starken Schwund der Schweizer Gletscher. Im Jahr 2025 verloren die Gletscher des Landes nach Angaben des Schweizer Gletschermessnetzes GLAMOS rund drei Prozent ihres verbliebenen Eisvolumens. Seit 2015 ging etwa ein Viertel des schweizweiten Gletschervolumens verloren.

Besonders stark betroffen waren zuletzt auch Gletscher in Höhenlagen unterhalb von 3000 Metern. Am Claridenfirn, ebenfalls in dieser Region der Glarner Alpen, nahm die Eisdicke 2025 im Mittel um mehr als zwei Meter ab. Mit dem Rückzug des Eises können Gegenstände und Überreste wieder sichtbar werden, die über Jahrzehnte vom Gletscher bedeckt oder kaum zugänglich waren.

Die Kantonspolizei Uri weist Berggänger deshalb darauf hin, auffällige Funde im Gletschergebiet möglichst genau zu markieren und zu melden. Wrackteile oder andere Gegenstände sollen nicht eigenständig bewegt werden. So können Herkunft, mögliche Gefahren und eine fachgerechte Bergung zunächst von den zuständigen Stellen geprüft werden.

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