
Münster. Rosa Schleifen werden im Oktober auch in Münster wieder zum sichtbaren Symbol für Brustkrebsfrüherkennung. Zum Brustkrebsmonat Münster starten die Bäckerei Tollkötter und das Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster eine gemeinsame Informationsaktion. Ab Donnerstag, 1. Oktober, sollen Kundinnen und Kunden am Prinzipalmarkt nicht nur auf das Thema aufmerksam gemacht werden, sondern auch Informationen zur Früherkennung erhalten.
Im Mittelpunkt stehen kleine rosa Schleifen aus Butter-Hefeteig. Die Farbe entsteht nach Angaben der Initiatoren durch Rote-Beete-Saft. Tollkötter-Geschäftsführer und Bäckermeister Max Hanke hat die ersten Exemplare gemeinsam mit Prof. Dr. Walter Heindel, Leiter des Referenzzentrums Mammographie Münster, gebacken. Die ungewöhnliche Zusammenarbeit soll ein medizinisch ernstes Thema niedrigschwellig in den Alltag bringen.
Vom 1. Oktober an verbindet Tollkötter die Aktion in seiner Filiale am Prinzipalmarkt 42 mit dem Verkauf eines Sauerteigbrots. Angeboten werden nach Angaben der Bäckerei acht Sorten mit einer Teigführung von 48 Stunden. Die Brote erhalten eine Informationsbanderole zur Brustkrebsfrüherkennung. Zusätzlich sollen die gebackenen rosa Schleifen zusammen mit weiteren Informationen ausgegeben werden. Ein Video über die Zusammenarbeit von Bäcker und Mediziner soll außerdem über soziale Netzwerke verbreitet werden.
Die Aktion greift das international bekannte Pink-Ribbon-Symbol auf. Die rosa Schleife steht weltweit für Aufmerksamkeit rund um Brustkrebs und für Solidarität mit Betroffenen. Pink Ribbon Deutschland nutzt den Brustkrebsmonat 2026 für seine Kampagne „Know your normal“. Dabei geht es insbesondere darum, Veränderungen der eigenen Brust wahrzunehmen und auffällige Veränderungen medizinisch abklären zu lassen. Die Organisation weist zugleich darauf hin, dass Selbstabtastung ärztliche Früherkennungsangebote nicht ersetzt.
Auch außerhalb der Bäckerei soll das Thema im Münsteraner Stadtbild sichtbar werden. Wie das Referenzzentrum mitteilt, ist am Stadtweinhaus eine große rosa Schleife geplant. Das Referenzzentrum am UKM begleitet das Mammographie-Screening-Programm in Nordrhein-Westfalen und ist unter anderem für Qualitätssicherung, Fortbildung und fachliche Unterstützung innerhalb des Programms zuständig.
Damit ist die Aktion von Tollkötter Teil eines größeren Schwerpunkts im Oktober. Der Begriff Brustkrebsmonat bezeichnet allerdings keine eigene Veranstaltungsreihe der Stadt Münster, sondern den international etablierten Aktionsmonat rund um Brustkrebs, Früherkennung und Aufklärung.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses erhalten jährlich etwa 69.000 Frauen die Diagnose. Ein wichtiges Instrument der systematischen Früherkennung ist das Mammographie-Screening. Derzeit haben Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf diese Röntgenuntersuchung der Brust.
Gerade bei der unteren Altersgrenze gibt es derzeit Veränderungen. Die Angabe aus der Pressemitteilung, wonach Frauen bereits „vom kommenden Jahr an“ ab 45 Jahren teilnehmen könnten, lässt sich in dieser Form noch nicht sicher festhalten. Zwar wurde im März 2026 die strahlenschutzrechtliche Grundlage für eine Erweiterung auf Frauen zwischen 45 und 49 Jahren geschaffen. Der Gemeinsame Bundesausschuss berät jedoch noch über die konkrete Umsetzung. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums soll das Screening für diese Altersgruppe voraussichtlich im Sommer 2027 reguläre Kassenleistung werden.
Münster verfügt zugleich über mehrere spezialisierte Einrichtungen rund um Diagnose und Behandlung. Neben dem Referenzzentrum arbeitet das Brustkrebszentrum von UKM und Clemenshospital interdisziplinär bei Diagnostik, Therapie und Nachsorge zusammen. Aktuell weist das UKM für Oktober 2026 auf seiner Veranstaltungsseite allerdings keine zusätzliche öffentliche Veranstaltung des Brustkrebszentrums aus.
Für Betroffene und Angehörige bestehen unabhängig vom Aktionsmonat weitere Angebote. Das Westdeutsche Tumorzentrum Münster veranstaltet beispielsweise regelmäßig ein Onko-Café. Der nächste Termin ist für den 15. Oktober 2026 vorgesehen. Dort können sich Betroffene mit Fachleuten und anderen Erkrankten austauschen.
Die Aktion am Prinzipalmarkt verbindet den Brustkrebsmonat Oktober in Münster damit mit einem ungewöhnlichen Zugang: Statt ausschließlich in Arztpraxen oder Kliniken über Früherkennung zu informieren, wird die Botschaft mitten in den Alltag und in die Innenstadt gebracht.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu